McDonald’s: Der Inbegriff von Franchising?

Beginnen wir mit dem vermeintlichen König der Franchising-Unternehmen: McDonald’s. Etwa 1.300 Franchise-Filialen betreibt der US-amerikanische Burger-Brater in Deutschland. Von den rund 30.000 Filialen weltweit funktionieren knapp zwei Drittel nach dem Konzessionsprinzip. Ein Franchise mit McDonald’s kann ganz schön lukrativ sein: Mehr als drei Milliarden Euro Umsatz macht das Unternehmen jährlich in Deutschland – im Schnitt also mehr als zwei Millionen Euro Umsatz pro Franchise. Die nötige Investitionssumme fällt mit 500.000 bis 1.000.000 Euro jedoch ziemlich hoch aus. Über Gewinne wird keine Aussage gemacht.

Der ungekrönte König: TUI

Wenn McDonald’s nur der vermeintliche Franchising-König in Deutschland ist, wer trägt dann tatsächlich die Krone? Der Reiseveranstalter TUI.  Mehr als 1.400 Reisebüros hat er hierzulande. Dabei setzt TUI gleich auf verschiedene Marken: Neben dem TUI ReiseCenter können Franchisenehmer auch ein Hapag-Lloyd-Reisebüro sowie ein FIRST Reisebüro oder Business Travel-Center eröffnen.

Lehrreiche Franchise-Beispiele: Nachhilfe für Schüler

Mit jeweils mehr als 1.000 Filialen rangieren die Schülerhilfe und der Studienkreis ebenfalls unter den erfolgreichsten Franchising-Unternehmen. Die Betreiber müssen dabei keine Lehrer sein – dafür werden Honorar-Kräfte eingestellt. Stattdessen gilt es, Eltern, Schulen und Lehrer zu überzeugen. Bei einem Eigenkapital-Anteil von etwa 15.000 Euro wird ein Gewinn von 90.000 Euro p.a. ab dem dritten Jahr prognostiziert.

Sportliches Franchising-Beispiel: Fitness-Center für Frauen

Sportliche Franchisenehmer können sich auch mit einem eigenen Fitnessstudio selbstständig machen. Wie es gehen kann, zeigt das Konzept von Mrs. Sporty. Die Kette speziell für Frauen ist erst seit 2005 auf dem Markt, zählt aber schon etwa 1.000 Studios – fast die Hälfte davon werden von Franchisenehmern betrieben. Das notwendige Eigenkapital für ein Fitnessstudio beläuft sich auf etwa 50.000 bis 100.000 Euro. Ab dem dritten Jahr werden Umsätze von circa 500.000 Euro und Gewinne von etwa 160.000 Euro in Aussicht gestellt.

Neue Geschäftsideen: Fitness 2.0

Wer etwas knapper bei Kasse ist, kann es mit dem angesagten EMS-Training probieren. Das Elektrostimulationstraining wird im kleineren Rahmen durchgeführt, ist aber dennoch ertragreich. Mögliche Franchisegeber sind 25MINUTES oder Bodystreet. Die Investitionssumme von etwa 80.000 Euro muss dabei nur aus 10.000 bis 20.000 Euro Eigenkapital bestehen. Ab dem dritten Jahr soll ein Gewinn von 130.000 Euro möglich sein.

Town & County: Franchising für Häuslebauer

Immobilien sind eine stabile Anlage – ob das wohl auch beim Franchising gilt? Das Unternehmen Town & County mit mehr als 300 Franchisenehmern will es beweisen. Mit einem Eigenkapital-Einsatz ab 50.000 Euro sollen im dritten Jahr schon 200.000 Euro erwirtschaftet werden können. Auch hier ist der Franchisenehmer eine Art Vertriebsmitarbeiter.

Größere Brötchen backen dank Franchising-Unternehmen

Bei den Franchisenehmern beliebt sind derzeit Selbstbedienungsbäckereien wie BackWerk und Back-Factory – und das nicht ohne Grund: 875.000 Euro Umsatz sollen pro Standort realisierbar sein. Die Investitionssumme ist mit 100.000 bis 300.000 Euro zwar relativ hoch, der Eigenkapitalanteil beträgt jedoch nur 30.000 Euro. Der Break-Even soll schon im ersten Jahr möglich sein.

Leckeres Franchising-Beispiel: Joey’s Pizza

Fast Food ist und bleibt ein beliebtes Franchise-System. Joey’s Pizza ist laut DEHOGA der umsatzstärkste Pizza-Lieferservice des Landes. Der unternehmensweite Gewinn mit etwa 200 Filialen in Deutschland lag 2014 bei 135 Millionen Euro. Mit 30.000 Euro Eigenkapital sind erfolgshungrige Franchisenehmer dabei. Die reale Investitionssumme liegt in etwa bei 180.000 Euro.

Demografischer Wandel führt zu neuen Geschäftsideen

Wo einige ein Problem sehen, sehen andere eine Chance – so auch mit dem gesellschaftlichen Wandel. Derzeit sprießen immer mehr Franchising-Unternehmen aus dem Boden, die ein möglichst selbstständiges Leben im hohen Alter ermöglichen wollen. PROMEDICA PLUS oder Home Instead bieten Betreuung für Senioren in den eigenen vier Wänden an. Ähnlich wie für andere Franchising-Beispiele spielt der Franchisenehmer hier eher die Rolle eines Vertrieblers. Ein wachsender Markt, der je Teilnehmer bis zu 120.000 Euro Gewinn ab Jahr drei generieren soll. Der Eigenkapital-Anteil fällt mit 15.000 bis 50.000 Euro zudem relativ gering aus.

 

Weiterführende Links:

  • Alles, was Sie über Ihr eigenes Franchising-Unternehmen wissen müssen, erfahren sie im Franchise-Ratgeber des DFV.
  • Kaffee-Franchise auf drei Rädern? Wheelys macht es möglich!
  • Das letzte impulse-Ranking der besten Franchise-Systeme von 2013 finden Sie hier.