Worum es beim Franchising geht

Es muss nicht immer eine eigene Idee sein! Beim Franchising erlaubt der Franchisegeber gegen eine Gebühr, sein bestehendes Geschäftsmodell umzusetzen und seine Waren oder Dienstleistungen zu vertreiben. Bekannte Beispiele für dieses Konzept sind Subway, BackWerk und Burger King.

Lohnt sich das auch für den Mittelstand? Laut „Franchisemonitor ja. Demnach besteht in Deutschland für diese Vertriebsstrategie großes Wachstumspotenzial:

  • Im Durchschnitt wuchs ein Franchisesystem 2017 um 2,5 Betriebe.
  • Der Umsatz pro Franchisepartner mit einem oder mehreren Betrieben betrug 2017 rund 1,4 Millionen Euro.
  • Franchisepartner beschäftigten 2017 in Deutschland über 710.000 Mitarbeiter.

Ein Großteil der Franchiseunternehmen ist im Dienstleistungssektor, Handel oder in der Gastronomie- und Touristik-Branche tätig. Nur wenige Franchisenehmer arbeiten dagegen im Handwerks- oder Baugewerbe.

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Wer als Franchisenehmer den Weg in die Selbstständigkeit wagt, sollte jedoch einige Punkte beachten. Denn beim Franchising gibt es neben vielen Vorteilen auch wichtige Nachteile.

Vorteile: Beim Franchise von Erfahrungen profitieren

Eine Frage treibt Unternehmer besonders um: Schlägt meine Geschäftsidee auf dem Markt ein oder erweist sie sich als Reinfall? Beim Franchising steht fest: Unternehmer sind bereits diesen Weg gegangen und es hat funktioniert. Das gibt Sicherheit bei der Planung. Denn der Franchisegeber hat auch belastbare Zahlen zur Gewinnspanne und Umsatzerwartungen vorliegen. Falls es für Einstiegsgebühren und Investitionen beim Franchise einen Kredit braucht, können diese Erfahrungswerte die Verhandlungsposition stärken.

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Der zweite Vorteil: Die Marke des Franchisegebers ist bei Kunden und Partnern bekannt. Das heißt, bei den Werbemaßnahmen braucht eine neue Filiale nicht bei Null anzufangen. Logo entwerfen, Marke beim DPMA eintragen, Geschäftskonzepte schmieden – all diese Arbeit entfällt. Gleichzeitig profitiert der Franchise-Betrieb von überregionalen Marketingaktivitäten des Mutterunternehmens.

Ebenfalls vorteilhaft ist, dass Franchisegeber in der Regel Schulungen für sämtliche Mitarbeiter organisieren. Dadurch profitiert jede Filiale vom Know-how-Transfer. Gerade im digitalen Zeitalter ist zum Beispiel die Weiterbildung im IT-Bereich wichtig. Viele Chefs scheuen sich allerdings, die Kosten für Seminare und Kurse zu übernehmen. Um so besser, wenn der Franchisegeber einspringt und Geld für Fortbildungen in die Hand nimmt.

Franchising Burger King ist ein zweites Beispiel für sehr erfolgreiches Franchising. (© 2018 Shutterstock / Sorbis)

Nachteile: Franchising ist mitgefangen, mitgehangen

Wer einen Franchisevertrag unterzeichnet, verpflichtet sich dazu, die Geschäftspolitik des Franchisegebers einzuhalten. Eben mal die gesamte Verkaufsstrategie über den Haufen schmeißen? Bestehende Marketingkonzepte einfach einstampfen? Das ist als Franchisenehmer nicht drin. Gründer sind dagegen ihr eigener Chef und treffen alle Entscheidungen eigenständig – diese Unabhängigkeit gibt es im Franchisesystem nicht.

Ein weiterer Nachteil: Ist der Mutterkonzern in einen Skandal verwickelt, wirken sich die Imageschäden wahrscheinlich auf den Franchisenehmer aus. Mitgefangen, mitgehangen – denn alle Betriebe verwenden dasselbe Firmenlogo wie der Franchisegeber. Ein Beispiel: Als beim Fast Food-Konzern Burger King schlechte Arbeitsbedingungen sowie Hygienemängel bekannt wurden, mussten über 80 Filialen schließen. Auch andere Niederlassungen spürten die Folgen des Skandals und verzeichneten herbe Umsatzeinbußen.

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Der Teufel steckt häufig im Detail: Viele Franchiseverträge binden für einen langen Zeitraum an das Mutterunternehmen. Auch wenn die Umsatzzahlen hinter den Erwartungen bleiben, ist ein Aussteigen nicht so einfach möglich. In manchen Fällen zwingen Verträge den Franchisenehmer auch dazu, große Warenmengen zu bestellen. Läuft das Geschäft dann nicht rund, bleibt der Betrieb auf der Ware sitzen. Dadurch erhöht sich das Insolvenzrisiko deutlich. Umso wichtiger ist es, einen ausgeklügelten Business-Plan zu erstellen, der die Kosten und Einnahmen möglichst exakt prognostiziert.