Anforderungen an Führungskräfte: Die wichtigsten Aufgaben in der Chef-Etage

Dynamisch, informiert, durchsetzungsfähig: In leitenden Positionen ist oft ein gewisses Maß an Universal-Talent gefragt. Eine eierlegende Wollmilchsau wird Ihnen dennoch nur in den seltensten Fällen unterkommen. Das braucht sie allerdings auch nicht – denn durch Führungskräfteentwicklung nehmen Sie die Sache selbst in die Hand.

Egal ob Sie einen Entscheider von außerhalb suchen, einen Angestellten aufbauen oder gar selbst noch etwas lernen wollen, die grundlegenden Herausforderungen sind zunächst gleich:

  • Eine Führungskraft muss motivieren können,
  • Ein offenes Ohr für Untergebene haben,
  • Dabei transparent bleiben und
  • das Team sowie das ganze Unternehmen fördern.

Eine Mammutaufgabe – die Sie trotzdem bewältigen können. Definieren Sie zunächst ganz grob die Entwicklungsprozesse, die zu Ihrem Unternehmen passen.

Führungskräfteentwicklung: Kompetenzen für Entscheider

Fragen Sie sich, auf welche Kompetenzen es in Ihrem Unternehmen und speziell in Ihrer Branche ankommt.

Laut Waldemar Pelz vom Institut für Management-Innovation sind sieben Punkte in dieser Hinsicht besonders wichtig – in aufsteigender Reihenfolge:

  • Die Führungskraft braucht Funktions- und Geschäftskompetenzen.
  • Pragmatisches und zielgerichtetes Arbeiten sind ein Muss.
  • Gleichzeitig sollte der Wille vorhanden sein, Neues zu lernen und anderen eine Entwicklung zu ermöglichen.
  • Analysierendes Denken wird erwartet.
  • Er oder sie sollte durch sicheres Auftreten und Durchsetzungskraft punkten.
  • Das Streben nach Gewinnen und Wachstum sowie eine betriebswirtschaftliche Haltung sollten vorhanden sein.
  • Ein Chef sollte emotionale Intelligenz und Empathie einbringen können.

Trotzdem ist damit nur ein grober Rahmen abgesteckt ...

Talent Management: Konzept für Ihr Unternehmen

Und zu allem Überfluss, sind viele der angesprochenen Punkte nicht einfach so vorhanden– sie müssen gehegt und gepflegt werden.

In vielen Fällen ist es mehr als sinnvoll, sich einen Ihrer Mitarbeiter vorzunehmen und ihm die entsprechenden Kompetenzen beizubringen. Dazu erläutert Joseph L. Bowerm von der Harvard Business School in Boston im "Harvard Business Manager":

"Mitarbeitern mit großem Potenzial müssen zunehmend komplexe Aufgaben zugewiesen werden, die ihnen so früh wie möglich die Gelegenheit geben, einen kompletten Geschäftsbereich zu leiten."

Um das Ziel zu erreichen, müssen Sie aus allen Kanonen feuern:

  • Personaler, Führungsetage und andere Führungskräfte sollten sich einig sein und an dem Plan mitarbeiten.
  • Entwerfen Sie die Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen Ihrer Ressourcen.
  • Finden Sie in einem Gespräch heraus, was sich die zukünftige Führungskraft verspricht und kommunizieren Sie Ihre eigenen Erwartungen.
  • Analysieren Sie die Potenziale der Person.
  • Machen Sie aus, welche Anforderungen für eine entsprechende Stelle gefragt sind.
  • Entwickeln Sie einen dezidierten Plan für die Führungskräfteentwicklung.

Einen Entscheider formen Sie schließlich direkt durch Coaching und Beratung innerhalb Ihres Unternehmens. Stellen Sie dem Nachwuchs außerdem einen Mentor zur Seite. Damit der Erfolg messbar wird, sollten Sie zudem in regelmäßigen Abständen – mindestens einmal im Jahr – ein 360-Grad-Feedback geben. Wie das geht?

  • Sammeln Sie von Kunden,
  • Kollegen und
  • anderen Führungskräften Erfahrungen mit dem Neuling ein.

In einem Vieraugengespräch gehen Sie anschließend mit Ihrem Schützling über die Daten – und können gemeinsam Prozesse und Fristen für Verbesserungen entwickeln.

Weiterbildung: Führungskräftetraining im Mittelstand

Jetzt aber zu einer anderen wichtigen Frage: Warum sollten sich alteingesessene Führungskräfte selbst immer weiterbilden? Ganz einfach, weil es einige positive Effekte für die Unternehmen bringt:

  • Bei den Entscheidern wachsen Leistungsbereitschaft und Produktivität.
  • Durch Weiterbildungen bleibt Chefs am Ball.
  • Mehr Wissen kann die Zufriedenheit deutlich erhöhen.

Damit ist die Führungskräfteentwicklung doppelt wertvoll: Sie schulen den Nachwuchs und holen alles aus gestandenen Profis heraus. Das ist besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen wichtig – trotz beschränkter Ressourcen. Und vielleicht lernen Sie dabei auch noch selbst etwas ...

Weiterführende Links:

  • Warum es Führungskräfte in Deutschland schwer haben, fragt die "Welt".
  • Führungskräfte steuern direkt und auch indirekt die Geschicke des gesamten Unternehmens, erklärt das Portal "Haufe".