1. Das Projekt breit aufstellen und alle Mitarbeiter und Kollegen mitnehmen:

      Social Business, das sagt schon der Name, funktioniert nur kollektiv – schon bei der Einführung. Der Prozess muss breit angelegt sein, bereits zum frühesten Zeitpunkt müssen alle internen Interessengruppen eingebunden werden. Das gilt sowohl für den Außendienst und ggf. Kooperationspartner als auch für den Betriebsrat und den Datenschutzbeauftragten.

      Von der IT-Abteilung kann gerne der erste Impuls ausgehen. Auf keinen Fall aber darf sie alleine losmarschieren und am Ende das fertige Produkt präsentieren. Dann hagelt es häufig von allen Seiten Kritik und die Lösung wird von den Nutzern nicht angenommen.

Ein neues Social Business Netzwerk krempelt vor allem die Gewohnheiten der Mitarbeiter um.

Lars Reepesgard Senior Consultant bei doubleYUU
    1. Eine ehrliche und praktische Bestandsaufnahme machen:

      Unternehmer müssen sich fragen, welche Use-Cases wollen wir abdecken? Welche Probleme wollen wir lösen und wo genau kommt es in unserer Kommunikation zu Reibungsverlusten? Denn die ehrliche Eigen- und Bestandsanalyse ist weit wichtiger als der Marktcheck der verschiedenen Social-Business-Lösungen.

      Nutzen Sie die Chance, vorhandene Prozesse, Plattformen und Kommunikationsinstrumente eingehend zu prüfen und ob diese sinnvoll in einer innovativen Online-Umgebung zusammengeführt werden können.

    2. Vorbehalte und Kritik immer ernst nehmen:

      Social Business lebt von der Beteiligung. Bemühen Sie sich deshalb um eine breite Akzeptanz und gehen Sie vorab auf Kritiker zu. Mitarbeiterbefragungen und Workshops im Vorfeld eignen sich gut, Bedenken und Vorbehalte zu identifizieren und zu entkräften.

      Sie dienen auch dazu, eine Einführungsstrategie zu finden, die von den Nutzern nicht als Überfall wahrgenommen wird. Schließlich sollen gewohnte Kommunikationsabläufe geändert werden, hier muss planvoll und behutsam vorgegangen werden. Im Einzelfall, etwa bei angesehenen Meinungsführern, kann auch ein Coach
      bei Bedarf die Blockadehaltung lösen.

Fünf Tipps für Social Business "Wer bei der sozialen Vernetzung erfolgreich sein will, muss den Wandel vor allem in den Köpfen vorantreiben und nicht nur auf den Servern", sagt Lars Reepesgard, Senior Consultant der Hamburger Managementberatung für digitale Transformation doubleYUU. (© 2015 Julian Rentzsch)

 

  1. Die Führung muss mitmachen:

    Wichtig ist die aktive Teilnahme und Unterstützung des Managements. Die Geschäftsführung darf nicht nur irgendwann den Startbutton drücken und sich ansonsten raushalten.

    Sie muss auf der Plattform Flagge zeigen, über sie erreichbar und ansprechbar sein, über alle Hierarchien hinweg. Sie muss demonstrieren, dass die neuen Instrumente für alle wichtig und sinnvoll sind.

  2. Den Prozess professionell begleiten lassen:

    Einfach live schalten und loslegen? Dieser Kaltstart, zeigt die Erfahrung, funktioniert selten. Social Business stellt mitunter die bestehende Kommunikation im Unternehmen auf den Kopf.

    Sie ist durchaus ein Eingriff in persönliche Arbeitsweisen der Mitarbeiter und macht Abläufe anfangs möglicherweise für Einzelne komplizierter. Eine Unterstützung spezialisierter Change-Management- oder Enterprise-2.0-Berater ist besonders bei Mittelständlern mit ihren individuellen Kulturen sicher ratsam.

Fünf Tipps für Social Business Die Herausforderung bei Social Business besteht darin, ein System technisch zum Laufen zu bekommen und gleichzeitig eine neue Kultur des Miteinanders zu etablieren, also in Teams, aber auch im Dialog mit den Kunden. (© 2015 iStockphoto)

 

Sechs Fragen und Antworten zu Social Business Networks

Intranet, Community, Wissensdatenbank und 
Projektplattform in einem – die wichtigsten sechs Fragen und Antworten rund um Social Business Netzwerke und wie sie funktionieren.

  • Was genau sind Social Business Networks? Das ist eine neue Art der Kommunikation, eine innovative Form des Firmen-Intranets, die auf verteilten Strukturen basiert. Teams, die zusammen arbeiten, organisieren sich mit ihnen auch selbst. Die Kommunikation und Zusammenarbeit wird deutlich dynamischer und transparenter, weil die Inhalte nicht mehr, wie etwa beim klassischen Intranet, zentral, sondern von den Mitarbeitern selbst produziert und ständig aktualisiert werden. Es ist fast wie ein Mischpaket aus Facebook, Xing und Wikipedia samt Chat und E-Mail-Funktionen.
  • Für wen eignet sich das Ganze eigentlich? Das ist für alle Unternehmen jeder Größe und jeder Branche interessant, von Start-ups über Franchiseunternehmen bis zu alteingesessenen Mittelständlern mit mehreren Standorten. Vor allem ist es dann vorteilhaft, wenn verstärkt mit externen Partnern, Kunden, Freelancern oder Mitarbeitern im Home-Office gearbeitet wird.
  • Welche technischen Voraussetzungen sind nötig? Keine besonderen. Fast alle aktuellen Lösungen kommen aus der Cloud. Es genügen ein Internetzugang und ein aktueller Webbrowser. Soll heißen: Social Business funktioniert erstens auch von unterwegs per Laptop, Smartphone oder Tablet. Zweitens müssen Firmen keine speziellen Programme anschaffen und verwalten.
  • Sind Social Business Networks sicher? Auf Datenschutz und -sicherheit legen alle Anbieter höchsten Wert – sonst wären sie sofort vom Markt. Lösungen „Made in Germany“ unterliegen zusätzlich einer der strengsten Datenschutzgesetzgebungen weltweit und 
erlauben keinen Behördenzugriff auf die gespeicherten Daten. Das gilt zum Beispiel für das Produkt TeamLike der Telekom: Die Anwendung und die dazugehörige IT-Infrastruktur wird ausschließlich in sicheren Rechenzentren der Deutschen Telekom in Hannover und Hamburg gehostet und betrieben.
  • Brauchen die Nutzer Vorkenntnisse? Eine Schulung schadet bestimmt nicht. Aber: Wer privat Facebook, Xing & Co. nutzt, findet sich auch schnell auf den führenden Social-Business-Plattformen zurecht. Die Entwickler achten zunehmend auf das Design und die Bedienung, die sich selbst erklären und auf Anhieb verstanden werden soll. Oft lassen sich Anwendungen individuell konfigurieren. Auch Einsteiger kommen auf Anhieb mit ihnen zurecht. Andernfalls helfen die Support-Teams der Hersteller weiter.
  • Wie hoch sind die Kosten? Hohe Einstiegsinvestitionen sind passé. Die meisten Komplett-Lösungen arbeiten mit überschaubaren Abonnement-Modellen je Nutzer oder Nutzergruppe. Kosten für Anschaffung und Wartung der Software-Suiten entstehen demzufolge auch nicht.