Spielerisch zum Marketing-Erfolg

Games sind in der digitalen Welt ein Breitenphänomen: Der typische Videospieler in Deutschland ist im Durchschnitt 35 Jahre alt, rund 47 Prozent der Gamer sind weiblich (laut einer Studie des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware). Da der menschliche Spieltrieb so oder so nicht zu unterschätzen ist, kann man ihn in Marketingstrategien gewinnbringend nutzen – Gamification heißt das Stichwort. Wir geben drei praktische Tipps.

1. Zielgruppe lokalisieren

Bevor Gamification in den Online-Marketing-Mix integriert wird, stellt sich natürlich die Frage: Kann die Zielgruppe damit etwas anfangen? Dabei geht es nicht unbedingt nur darum, wer in seiner Freizeit Videospiele spielt, sondern ob die Mechanismen in den Kaufprozess oder die Customer Journey integrierbar sind.

Gamification

Gamification macht Lebens- und Arbeitswelten spielbar: Das englische Kunstwort bezeichnet Strategien, über die eine Spielsituation in unterschiedliche Bereiche integriert werden kann. Zum Beispiel bekommen Mitarbeiter, wenn sie bestimmte Phasen in einem Projekt abschließen, einen Highscore – und messen sich untereinander. Produktivität und Zufriedenheit können so steigen.

Für Konsumenten (Business-to-Client, kurz: B2C) und für Geschäftskunden (Business-to-Business, kurz: B2B) sind jeweils verschiedenartige Spiele an unterschiedlicher Stelle sinnvoll. Ein Beispiel: Die Interaktionen dürfen den Kaufprozess nicht blockieren oder beeinträchtigen. Bevor der Warenkorb im Online-Shop bezahlt ist, will man keinen Kunden mit einer Umfrage aufhalten – und eventuell verlieren.

Menschen spielen in ihrem Alltag öfter als sie denken: Deshalb können Gamification-Prozesse leicht in den Marketing-Mix integriert werden. (© 2017 Shutterstock / YAKOBCHUK VIACHESLAV)

 

2. Highscore im Online-Marketing 

Ist die Spielpartie vorbei, muss sich der Gamification-Prozess für den Kunden auszahlen: Nur die Chance, etwas zu gewinnen, reizt den Spieler. Für Online-Marketing-Profis heißt das im übertragenen Sinn: Der Spieler/Kunde sollte ein positives Erlebnis im Gedächtnis behalten und diese Emotionen mit der Marke oder dem Produkt in Verbindung bringen.

Dabei spielt die Messbarkeit des Sieges eine große Rolle. Das einfachste Mittel ist hier ein Punktesystem – wer die meisten gesammelt hat, steht in der Highscore-Tabelle gut sichtbar oben. Allerdings muss die Kombination aus Belohnung und Herausforderung stimmig sein. Ist das Spiel zu schwierig oder zu undurchsichtig, kann das Frustration auslösen – und damit Abwanderung.

Im Grunde spielt jede Zielgruppe: Mit Gamification machen sich Marketer diesen Umstand zunutze. (© 2017 Shutterstock / Impact Photography)

 

3. Gamification von Inhalten 

Gamification in die Marketing-Strategie zu integrieren, muss keinem abstrakten oder verschlungenen Weg folgen. Oft genügen simple Ideen, die den Spieltrieb direkt bedienen:

  • Schon eine Kommentarfunktion oder der Share-Button unter Artikeln ist eine Form der Gamification – dem Leser wird Interaktivität angeboten.
  • Viele Webseiten nutzen Bewertungssysteme für ihren Content – User klicken auf das Daumen-hoch-Symbol oder vergeben Sterne.
  • Noch weiter in Richtung Spiel gehen zum Beispiel kleine Rätsel am Ende von Artikeln, die sich auf den soeben gelesenen Inhalt beziehen – und mit denen sich Punkte gewinnen lassen.

Kurzum: Der User muss etwas zu tun bekommen, das ihm so viel Spaß bereitet, dass er es freiwillig macht – und das ihn an Orten hält, an denen er für Markenbotschaften und Transaktionen empfänglich bleibt.