Tipp 1: Eine GbR ist immer Teamarbeit

Die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist vergleichsweise einfach und formlos erledigt. Sie müssen dafür lediglich ein Gewerbe anmelden. Dennoch sind einige Voraussetzungen und Kniffe zu beachten, um diese Form der Personengesellschaft zu starten. Die wichtigste Prämisse: Es müssen mindestens zwei gründende Gesellschafter vorhanden sein. Das heißt im Umkehrschluss, dass Sie im Alleingang keine GbR gründen dürfen.

Dafür bilden Sie allerdings automatisch eine GbR, wenn Sie sich mit mehreren Personen zu einem gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck zusammenschließen – solange dieser kein Handelsgewerbe ist. Wenn Sie eine GbR gründen, dann dürfen Sie das nämlich nur als Kleingewerbetreibender, der eine reine Dienstleistung anbietet. Ein Geschäft im kaufmännischen Sinne ist nicht erlaubt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Sie benötigen kein Startkapital für die Gründung.

Tipp 2: Eine Frage der Haftung

Auch die Haftungsfrage ist ein wesentlicher Aspekt, wenn Sie eine GbR gründen. Bei dieser Form der Personengesellschaft stehen Sie und Ihre Geschäftspartner mit Ihrem persönlichen Privatvermögen gerade. Das bedeutet, dass Sie für auftretende Fehler im Geschäftsverlauf gemeinsam haften. Das unterscheidet die GbR deutlich von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), OHG oder UG. Wählen Sie Ihre Partner deshalb immer mit Bedacht.

Tipp 3: Legen Sie den Geschäftszweck eindeutig fest

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist, wie gesagt, eine Personengesellschaft. Da diese automatisch vorliegt, wenn Sie und Ihre Partner sich mit einem gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck zusammentun, sollten Sie diesen vorher genau definieren. Das macht Ihnen die Geschäftstätigkeit deutlich einfacher und dient allen Beteiligten als „roter Faden“. Halten Sie den Zweck der GbR-Gründung unbedingt in einem Gesellschaftervertrag fest. Zum Beispiel für eine Unternehmensberatung, einen Frisörladen oder auch eine Medien-, Design- oder PR-Agentur.

Tipp 4: Setzen Sie einen Gesellschaftervertrag auf

Grundsätzlich sollten Sie sich vorher genau überlegen, mit wem Sie eine Personengesellschaft in Form einer GbR gründen. Um trotzdem möglichen Streitereien vorzubeugen, legen Sie die wichtigsten Punkte in Ihrem Gesellschaftervertrag fest. Darin können Sie beispielsweise genau ausformulieren, wer zu welchem Anteil persönlich haftet. Grundsätzlich gilt: Jeder Gesellschafter tut das mit seinem Privatvermögen. Aber im Vertrag kann die Haftung für einen Partner oder mehrere beschränkt werden.

Folgende Punkte sollten Sie in Ihrem Gesellschaftervertrag berücksichtigen:

  • Gesellschaftszweck
  • Geschäftsführung und -vertretung
  • Haftungsverteilung der einzelnen Gesellschafter
  • Vergütung, Entnahmerecht, Gewinn- und Verlustverteilung
  • Informations- und Kontrollrecht
  • Wettbewerbsverbot
  • Abtretung von Gesellschaftsanteilen
  • Die Handhabung bei Ausscheiden oder Tod eines Gesellschafters
  • Abfindungsregelungen

Tipp 5: Klären Sie die Rollenverteilung in der Geschäftsführung

Alle Beteiligten, mit denen Sie eine GbR gründen, sind grundsätzlich zur Geschäftsführung berechtigt. Allerdings können Sie im Gesellschaftervertrag individuell festlegen, wer welche Aufgaben übernimmt und wie die Mehrheitsverhältnisse bei Beschlüssen aussehen sollen. Sie können auch bestimmen, wie die Personengesellschaft nach außen hin vertreten werden soll. Bei Geschäften mit größerer Tragweite müssen jedoch grundsätzlich sämtliche Gesellschafter zustimmen.

Zwei Beispiele: Sie gründen mit mehreren Partnern eine GbR. Da ein Partner bereits Erfahrung und wichtige Geschäftskontakte hat, entscheiden Sie gemeinsam, dass er als Geschäftsführer der GbR nach außen hin auftritt. Er ist dementsprechend berechtigt, Gespräche über mögliche Aufträge ohne Ihre Zustimmung aufzunehmen.

Sie benötigen außerdem Büroräume. Sie schauen sich verschiedene Objekte an und einigen sich dann auf die geeigneten Räume. Ein entsprechender Mietvertrag ist für alle Gesellschafter verpflichtend und kann unter Umständen nicht so leicht gekündigt werden, wenn es mit den Geschäften mal nicht so gut läuft. Deshalb müssen alle Gesellschafter der Entscheidung über einen Mietvertrag zustimmen.

Tipp 6: Anmeldung beim Gewerbeamt genügt

Sie können, wie schon erwähnt, ohne großen Aufwand eine GbR gründen. Sie müssen sich lediglich beim Gewerbeamt dafür registrieren – das gilt für sämtliche Gesellschafter der Personengesellschaft. Da Sie keinen Handel betreiben dürfen und dementsprechend auch nicht als Kaufmann auftreten, müssen Sie sich auch nicht ins Handelsregister eintragen.

Tipp 7: Name und Bezeichnung der GbR

Eine GbR ist keine Firma im eigentlichen Sinne. Deshalb müssen alle Gesellschafter in der Geschäftskorrespondenz der Personengesellschaft mit Vor- und Zunamen genannt werden. Sie können Ihrer GbR aber dennoch eine Bezeichnung geben. Zum Beispiel: "Müller und Schulz GbR, Media Relations".

Tipp 8: Steuern und Buchführung sind eine einfache Sache

Die Buchführung einer GbR gestaltet sich einfach: Sie müssen lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) vornehmen. Erst ab einem Umsatz von 500.000 Euro oder einem Gewinn von 50.000 Euro sind Sie verpflichtet, eine Bilanz vorzulegen.

Checkliste um eine GbR zu gründen

Fassen wir zusammen: Bevor Sie sich selbstständig machen und eine GbR gründen, sollten Ihnen folgende Punkte klar sein.

  • Anzahl der Gründer: Für eine GbR müssen mindestens zwei Gesellschafter geradestehen
  • Geschäftszweck: Eine GbR kann für jeden erlaubten gewerblichen Zweck gegründet werden. Allerdings darf es kein Handelsgewerbe sein.
  • Haftung und Startkapital: Sie benötigen kein Startkapital, wenn Sie eine GbR gründen. Dafür haften Sie und Ihr(e) Partner jeweils mit dem persönlichen Privatvermögen.
  • Registrierung: Die GbR wird beim Gewerbeamt angemeldet.
  • Steuern und Buchführung: Die Buchführung gestaltet sich relativ einfach – eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht aus.

Weiterführende Links:

  • Nicht immer läuft nach einer Unternehmensgründung alles wie gewünscht. Für den Fall zeigen wir Ihnen, wie sie eine GmbH auflösen.
  • Gibt es Parallelen zwischen wirtschaftlichen und militärischen Strategien? Dem geht unser Beitrag über die Kunst des Krieges für Chefs nach.