Wer in einem Gewerbegebiet in einer ländlichen Region arbeitet, kennt oft die Mühsal: Webseiten brauchen gefühlt Minuten, bis sie geladen sind, der Zugriff auf Geschäftsdaten auf dem Server in der Zentrale ist mühsam. Müssen große Anhänge verschickt werden, ist der Computer minutenlang blockiert. Um problemlos und vor allem digital arbeiten zu können, brauchen Unternehmen schnelle und stabile Internet-Anbindungen. Hier klafft nach wie vor eine Lücke zwischen Stadt und Land – nur in wenigen dörflichen Regionen sind bisher Glasfaserleitungen verlegt.

In einigen Gegenden soll sich das nun ändern: Denn die Telekom wird das Festland des Landkreises Vorpommern-Rügen mit seinen 63 Kommunen und fast 40.000 Unternehmen und Haushalten bis Ende 2019 mit Glasfaseranschlüssen versorgen. Und damit die Netzgeschwindigkeit auf bis zu 1 GBit/s vervielfachen. „Wir freuen uns, dass wir mit der Telekom einen starken Partner für dieses in seinen Ausmaßen enorme Bauprojekt gewonnen haben“, sagt Ralf Drescher, Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen. „Mit dieser zukunftsfähigen Infrastruktur hat unser Landkreis die Chance, zu einem der attraktivsten Arbeits- und Wohnstandorte zu werden.“

Schnelle Stadt, langsames Land

Schnelles Internet auch auf dem Land: ein Wunsch, den Drescher mit vielen Politikern und Unternehmern teilt. Denn Firmen, die auf die Cloud, Big Data oder Künstliche Intelligenz setzen, brauchen hohe Bandbreiten. Die stehen in Metropolen in der Regel auch zur Verfügung – während ländliche Regionen sich häufig mit höchst mageren Übertragungsraten bescheiden müssen.

Grund für die oft schlechte Internet-Anbindung in der Provinz: Der Bau von Glasfasernetzen rentiert sich in dünn besiedelten Gebieten oft nicht. Die Trassen sind deutlich länger als in der Stadt, zudem ist die Zahl der anzuschließenden Unternehmen und Haushalte in den Streckenabschnitten deutlich niedriger. Rohre sind die Ausnahme, und eine oberirdische Verlegung auf Holzmasten stößt in der Öffentlichkeit oft auf Widerstand, sodass nur die teure Erdkabelverlegung bleibt. Im Schnitt rund 100.000 Euro kostet es, einen Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen – oder umgerechnet rund 5.000 Euro pro Anschluss. Deshalb bleibt es hier meist bei den Kupferkabeln – was angesichts der langen Strecken bis zum nächsten Verteilkasten wiederum die Bitrate senkt.

Mehr Bandbreite, Mehr Möglichkeiten: Die digitale Zukunft steht vor Ihrer Unternehmenstür. Mehr Bandbreite, Mehr Möglichkeiten: Die digitale Zukunft steht vor Ihrer Unternehmenstür. (© 2017 Telekom)

Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft

455.000 Kilometer Glasfaser sind in Deutschland derzeit verlegt, 25.000 Kilometer kommen jedes Jahr hinzu, die Telekom investiert bundesweit fünf Milliarden Euro jährlich. „Digitaler Fortschritt ist zwingend notwendig, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten“, sagt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). „Werden die Chancen der Digitalisierung konsequent genutzt, können mittelständische Unternehmen ihren Umsatz deutlich steigern. Auf diese Weise können wir nicht nur die rund 30 Millionen Arbeitsplätze im Mittelstand sichern, sondern auch neue Arbeitsplätze in der digitalisierten Wirtschaft schaffen.“

Investitionen in Glasfaser- und 5G-Ausbau

Um allen Unternehmen die gleichen Voraussetzungen für ihre digitale Transformation zu schaffen, will Deutschland den Glasfaser- und den 5G-Ausbau vorantreiben. Das ist auch dringend notwendig. Denn laut aktueller Studie des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft und des IT-Mediums Funkschau sehen zwar 79 Prozent der Unternehmen in der Digitalisierung großes Potenzial, aber eine der größten Hemmschwellen für Mittelständler ist die fehlende Netzverfügbarkeit. 20 Prozent sprechen in ihrer Region sogar von „Internet-Notstand“.

Auch die Telekom will dazu beitragen, diesen Zustand zu beseitigen – und will den Glasfaserausbau vorantreiben. Im Oktober startete der Konzern die Vorvermarktung in 20 Gewerbegebieten in 14 Städten zwischen Landsberg und Bremen. Bei entsprechender Nachfrage können rund 5.000 Unternehmen nächstes Jahr mit der schnelleren Internet-Geschwindigkeit arbeiten. „Der Kundenbedarf ist für uns entscheidend, und wir möchten für unsere Kunden die beste IT-Infrastruktur für ihre Digitalisierung bieten“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland. „Deswegen denken wir in unserer Glasfaser-Ausbaustrategie deutschlandweit, ob städtisch, ländlich, Nord, Süd, Ost oder West.“

Bis zur Waterkant

Auch das Hamburger Hafengebiet erhält von der Telekom ab 2018 Glasfaser mit Höchstgeschwindigkeiten. Fast 4.500 Betriebe können dann Anschlüsse mit Geschwindigkeiten bis zu 1 GBit/s nutzen. Die Telekom verlegt dafür mehr als 200 Kilometer Glasfaser und bindet so die Unternehmensstandorte direkt an das Glasfasernetz an. Wenn 30 Prozent der Unternehmen sich für einen Vertrag mit der Telekom bis zum 31.1.2018 entschließen, startet die Telekom den Glasfaserausbau in den Gewerbegebieten.

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Neue Verlegetechnik: Trenching

In hundert deutschen Gewerbegebieten beginnt die Telekom nächstes Jahr damit, Glasfaser bis ins Büro zu verlegen. Unternehmen bekommen dann von asymmetrischen 100 MBit/s-Geschäftskundenanschlüssen bis hin zu symmetrischen 1 GBit/s-Anschlüssen und profitieren von einer teilweise immensen Steigerung der Geschwindigkeit. Die Verlegung etwa der IT-Infrastruktur in die Cloud oder das Arbeiten mit großen Datenmengen sind dann kein Problem mehr.

Um die Kosten zu senken und den Ausbau damit auch in ländlichen Gebieten lohnender zu gestalten, setzt die Telekom auf eine neue Technik, das Trenching-Verfahren. Dabei werden bis zu 25 Zentimeter tiefe, aber nur zwei Zentimeter breite Schlitze in die Straße oder den Bürgersteig gefräst, in welche die Glasfaserkabel verlegt werden. Die neue Methode bündelt zahlreiche Vorteile: Die in der Regel hohen Kosten für den Tiefbau entfallen, das Verlegen des Netzes ist weniger aufwendig und bedeutet für ansässige Unternehmen und Anwohner geringeren Baulärm und kürzere Bauzeiten.

Darauf können auch Unternehmer im Landkreis Vorpommern-Rügen hoffen. „Wir bedanken uns beim Land Mecklenburg-Vorpommern und beim Landkreis für das Vertrauen“, sagt Angela Hirsch, Regionalleiterin der Telekom für den Breitbandausbau und Vertrieb in Ostdeutschland. „Wir werden den Ausbau zügig vorantreiben und abschließen.“

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