Patric Landes und Franz-Walter Gräf kämpfen seit mittlerweile fünf Jahren für einen Glasfaseranschluss. Für den Prokuristen und den Geschäftsführer der Gräf & Meyer GmbH im saarländischen Kirkel geht es um viel – um die Firma, die 31 Mitarbeiter und den Standort. Das Unternehmen, das seit 2009 im Gewerbegebiet Ringstraße beheimatet ist, produziert und wartet elektroakustische Gefahrenmeldesysteme. Die Geräte sind von Gesetzes wegen in Einkaufszentren, Hotels, Veranstaltungshallen und Flughäfen installiert – um im Ernstfall rechtzeitig zu warnen. Gräf & Meyer liefert weltweit und stößt längst an Grenzen. Das Unternehmen muss mit einer 16 Mbit/s DSL-Leitung auskommen. „Völlig unzureichend“, sagen Landes und Gräf.

Glasfaser-anschluss: Vorteile für Unternehmen
  • Schnelleres Netz mit bis zu 1 GBit/s im Up- und Download
  • Durchgehende Glasfaserinfrastruktur bis ins Unternehmen
  • Bedarfsgerechte Bandbreiten nach Wahl
  • Gewohnte interne Verkabelung auf Ethernet-/IP-Basis

Das größte Problem: die Standortvernetzung. Wollen sich Mitarbeiter ins Warenwirtschaftssystem des Unternehmens einloggen oder Vertriebler sich aus dem Homeoffice via VPN mit Kirkel verbinden, ist Geduld gefragt. Schwierig ist auch die Fernwartung der Systeme. „Die gesetzlich vorgeschriebenen Inspektionen lassen sich heute längst online durchführen“, sagt Gräf. „Aber nicht mit unserer DSL-Verbindung. Alle sprechen von Digitalisierung und Industrie 4.0 – wir sind bei Industrie 0.5.“

Auch interessant: Digitale Denker in München

Das Angebot der Telekom via Glasfaser reicht von asymmetrischen 250 MBit/s bis zum symmetrischen 1 GBit/s-Anschluss. Das Angebot der Telekom via Glasfaser reicht von asymmetrischen 250 MBit/s bis zum symmetrischen 1 GBit/s-Anschluss. (© 2018 ) - TIMO RAAB

Langer Atem lohnt sich

Ohne Hochgeschwindigkeitsnetz und Cloud-Computing bliebe dem Unternehmen nur der Umzug. Doch Besserung ist in Sicht. Die dritte Welle der Telekom-Initiative „Vollgas für Voll(g)las“, mit dem das Unternehmen den Ausbau des Glasfasernetzes in deutschen Gewerbegebieten beschleunigen will, hat mittlerweile Kirkel erreicht. Der lange Atem von Landes und Gräf hat sich ausgezahlt. Auf dem Firmengelände gaben der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, Kirkels Bürgermeister Frank John und Ferri Abolhassan, Geschäftsführer Service bei der Telekom Deutschland, symbolisch den Startschuss für den Anschluss des Gewerbegebiets ans Glasfasernetz.

Wenn sich bis zum 15. Juli in der Gemeinde Kirkel 30 Prozent der 120 Firmen für einen Glasfaseranschluss entscheiden, beginnt die Telekom mit dem Ausbau im Frühsommer 2019. Die Kurzentschlossenen sparen zudem die Kosten für den Einbau des Gigabit-Anschlusses – immerhin 799 Euro brutto. Das Angebot der Telekom reicht von asymmetrischen 250 MBit/s bis zum symmetrischen 1 GBit/s-Anschluss. Rund 70 Kilometer Glasfaser sind nötig, um die Unternehmensstandorte direkt ans schnelle Glasfasernetz anzubinden.

Auch interessant: Glasfaser sorgt für Schub im Mittelstand

Zukunftsfähige Infrastruktur durch die Anbindung ans schnelle Glasfasernetz. Zukunftsfähige Infrastruktur durch die Anbindung ans schnelle Glasfasernetz. (© 2018 ) - TIMO RAAB

Zukunftsfähige Infrastruktur

Glasfaser von A bis W

Zu den Kommunen, denen die Telekom Glasfaser anbietet, gehören:

Aachen, Achim, Alfeld, Alzenau, , Augsburg, , Berlin, Bitterfeld-Wolfen, Bönen, Braunschweig, Bremerhaven, Brühl, Darmstadt, Dettelbach, Dormagen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Eschborn, Essen, Frankfurt, Grünkraut, Hagen, Hamburg, Hannover, Hausach, Heidelberg, Heinsdorfergrund, Herzebrock-Clarholz, Hürth, Kaiserslautern, Kiel, Kirchlengern, Kirkel, Klipphausen, Koblenz, Köln, Krefeld, Laatzen, Langenau, Langenfeld, Leipzig, Lüdenscheid, Ludwigsfelde, Mainz, Meckenheim, Meerbusch, Memmingen, Michelfeld, Mindelheim, Montabaur, München, Neuss, Nürnberg, Papenburg, Pforzheim, Pulheim, Ransbach-Baumbach, Rheda-Wiedenbrück, Rheinfelden, Rudolstadt, Schönefeld, Schweinfurt, Seevetal, Strullendorf, Stuttgart, Sundern, Taucha, , Ulm, Waldshut-Tiengen, Wiesbaden und Wolfsburg.

Kirkel ist indes nur ein kleiner Teil des ambitionierten Programms der Telekom. Bis 2022 sollen 3.000 Gewerbegebiete in ganz Deutschland an das Hochgeschwindigkeitsnetz des Telekommunikationsanbieters angeschlossen sein. Rund 50.000 Unternehmen sollen auf diese Weise Highspeed-Internetverbindungen erhalten. Insgesamt 3.500 Kilometer Glasfaser sind dafür zu verlegen – in der Regel mit dem Trenching-Verfahren. Das spart Zeit und belastet die Anwohner kaum. „Nun gilt es, diese Chance gemeinsam zu nutzen“, sagt der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans bei seinem Besuch in Kirkel. Zufrieden äußerte sich vor allem Kirkels Bürgermeister Frank John. „Mit dieser zukunftsfähigen Infrastruktur wird die Attraktivität des Gewerbegebiets deutlich gestärkt.“ Für Ferri Abolhassan, der sich angeregt mit Patric Landes und Franz-Walter Gräf unterhielt, ist im Zuge des Ausbaus der direkte Kundenkontakt ganz wesentlich. „Hör dem Kunden zu, setz das um, dann machst du alles richtig“, sagt der Geschäftsführer Service der Telekom Deutschland.