Alles nach Vorschrift: Vorgaben des Gesetzgebers

Mit der Digitalisierung wird künftig der Arbeitsalltag einfacher und effektiver – einige unzeitgemäße Strukturen bleiben vermutlich ganz auf der Strecke. Wie das aussehen könnte? Feste Arbeitsplätze im Büro fallen vielleicht weg, stattdessen steigt der Anteil der Telearbeit.

Chefs sollten sich daher bereits jetzt mit einigen Home-Office-Regelungen auskennen. Zunächst das Wesentliche:

  • Weder können Arbeitgeber ihre Angestellten zum Home Office zwingen,
  • noch Arbeitnehmer sich das Recht auf Heimarbeit herausnehmen.

Unter Umständen haben Ihre Mitarbeiter aber doch einen Anspruch auf die Telearbeit, und zwar dann, …

  • wenn in einem Interessenausgleich oder
  • einer Betriebsvereinbarung eine entsprechende Home-Office-Regelung verankert ist.

Zuhause ist es doch am schönsten: Home Office-Regelung für motivierte Mitarbeiter

Wie wir bereits berichtet haben, sind Chefs eher skeptisch gegenüber Home Office.

Dabei haben auch sie von der Telearbeit Vorteile:

  • Die Arbeit von Zuhause ist besonders familienfreundlich und damit gut für's Image.
  • Arbeitnehmer können insgesamt flexibler reagieren.
  • Zufriedenheit, Motivation und Produktivität können steigen.

Dank der Cloud und internetgestützter Kommunikationstools ist die räumliche Trennung von Teams kein Problem mehr. Ein schöner Nebeneffekt der Heimarbeit: Sie propagieren damit ein fortschrittliches Bild von Ihrem Unternehmen.

Brief und Siegel: Vereinbarungen zur Heimarbeit

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Daher ist eine schriftliche Dokumentation der Home-Office-Regelung sinnvoll und zweckmäßig. Besonders wenn Sie mit Ihren Angestellten feste Tage für die Heimarbeit abgesprochen haben.

Halten Sie Ihre Untergebenen dazu an, ihre Arbeitszeiten genau zu notieren. Eine Kontrolle der Angaben in regelmäßigen Abständen ist Pflicht.

Tipp: Damit Ihr Büro nicht in einer Papierflut versinkt, führen Ihre Angestellten das Arbeitszeiten-Tagebuch am günstigsten in digitaler Form. Wie das geht, erfahren Sie in unserem Ratgeber Digitale Zeiterfassung: Mobil und präzise via App.

Auf alles vorbereitet sein: Fallstricke der Telearbeit

Zugegeben, nicht jede Home-Office-Regelung gereicht Ihrem Unternehmen zum Vorteil. Denn die Telearbeit entpuppt sich für Betroffene eventuell als Karriere-Killer. Zu dem Thema haben Forscher der London Business School eine Untersuchung angestellt und unterm Strich herausgefunden:

"Selbst wenn Angestellte im Büro und im Home Office etwa gleich produktiv sind, lässt unsere Forschung vermuten, dass Führungskräfte sie anders bewerten, da unterschiedlicher persönlicher Kontakt besteht."

Fühlen sich Ihre Angestellten schlecht behandelt, sinkt das Wohlbefinden und gleichzeitig der Arbeitseifer. Damit verpufft unter Umständen ein positiver Aspekt der Heimarbeit. Was können Sie tun?

  • Bleiben Sie bei der Bewertung Ihrer Mitarbeiter stets objektiv.
  • Führen Sie Präsenztage ein, an denen der Telearbeiter vorstellig wird.
  • Halten Sie die Kommunikation aufrecht und bleiben Sie aktiv im Gespräch.

Legen Sie feste Kommunikationskanäle und -zeiten fest. Beispielsweise wirkt ein täglicher Telefontermin Wunder für die Beziehung zwischen Chef und Angestelltem.

Wer bezahlt: Kostenfaktoren Home-Office

Alles schön und gut, aber wer zahlt eigentlich für die Telearbeit? Wie üblich bei solchen Fragen, kommt es auf den Einzelfall an. Kleinigkeiten brauchen Sie als Chef nicht zu bezahlen: Werden beispielsweise nur wenige berufliche Telefonate geführt, müssen Sie die Rechnung nicht übernehmen.

Arbeitet Ihr Angestellter hingegen hauptsächlich von zu Hause aus, müssen Sie entweder die Miete für den Raum übernehmen oder eine entsprechende Kostenpauschale für Energie und Co. zahlen.

Zusätzlich bietet eine Home-Office-Regelung für Arbeitnehmer gewisse Steuervorteile: Bis zu 1.250 Euro dürfen pro Jahr in der Steuererklärung angegeben werden.

Weiterführende Links:

  • Die Niederlande haben die Heimarbeit in diesem Jahr per Gesetz beschlossen, berichtet unter anderem der "Spiegel".
  • Vor allem CDU-Arbeitnehmervertreter fordern einen Anspruch auf das Home Office und die Telearbeit, schreibt "Heise".