Neuer Hosting-Anbieter: Nicht einfach loslegen

Keine Frage: Umzüge und Wechsel sind aufwendig. Häufig scheut der Mensch die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Das betrifft den Wohnungswechsel genauso wie den Tausch des Hosting-Anbieters.

Doch manchmal ist ein Providerwechsel trotz des damit verbundenen Aufwands die bessere Wahl. Sei es, weil das Unternehmen einiges an Kosten einsparen kann, sei es, weil man mit dem Support beim bisherigen Hosting-Anbieter unzufrieden ist. Auch bessere Performance, also kürzere Ladezeiten oder höhere Verfügbarkeit, kann für einen Umzug sprechen.

Welche Gründe letztendlich den Ausschlag geben, ist für die tatsächliche Umsetzung nebensächlich. Entscheidend für den Erfolg der Aktion ist ein realistischer, gut strukturierter Plan. Dieser besteht aus drei Komponenten:

  • Vorbereitung
  • Durchführung
  • Nachbereitung

Sorgfalt und Genauigkeit sind deshalb so wichtig, weil beim Wechsel des Hosting-Anbieters durchaus einiges schiefgehen kann. Lange Ausfallzeiten sind das Worst-Case-Szenario jedes Websitebetreibers und sollten tunlichst vermieden werden.

Die Hausaufgaben machen

Zunächst einmal sollten Sie sich überlegen, was Sie genau brauchen. Soll es ein Komplettumzug sein, der Server, Domain und E-Mail-Postfächer mit einschließt? Oder beschränken Sie sich beispielsweise auf einen Domainumzug? Sind Sie sich über Ziele und Umfang sicher, kann es an die Detailplanung gehen. Es gilt, vor der Arbeit die Hausaufgaben zu machen.

Zur Vorbereitung gehört ein detaillierter Plan, der am besten Schritt für Schritt beschreibt, was wann von wem zu tun ist. Denken Sie bereits in der Planungsphase daran, Kollegen – beispielsweise Redakteure – rechtzeitig in den Prozess einzubinden. Ein anstehender Umzug ist eine gute Gelegenheit, Ihre Seite auf Herz und Nieren zu prüfen und Wünsche zu realisieren, die möglicherweise schon lange gehegt wurden.

Es wird ernst

Der Plan steht und alle wissen Bescheid? Dann kann es mit dem eigentlichen Umzug losgehen. Der erste und zugleich wichtigste Schritt ist ein vollständiges Back-up aller Systeme. Sichern Sie alle Ordner und Dateien und vor allem auch Ihre Datenbank. Mit dem sogenannten Datenbank-Dump steht und fällt der Umzug, denn hier sind all Ihre wichtigen Daten abgespeichert. Die meisten Datenbank-Clients bieten für den Dump Werkzeuge an.

Nun können Sie beim neuen Hosting-Anbieter Webspace und Datenbanken einrichten. Dazu sollten Sie die Login-Daten des neuen Anbieters auf dem Tisch haben. Der nächste Schritt ist das Migrieren der Daten auf den neuen Server. In der Regel laden Sie die Daten per FTP (File Transfer Protocol) vom alten Server auf einen lokalen Rechner und anschließend beim neuen Provider wieder hoch. Es gibt Dienstleister, die diesen Schritt für Sie übernehmen können.

Beim Domainumzug gibt es ebenfalls eine Schrittabfolge. Mit der Kündigung beim bisherigen Provider fordern Sie per Formular oder E-Mail einen sogenannten Auth-Code an. Diesen Autorisierungscode benötigen Sie, um die Domain beim künftigen Anbieter anzumelden. Der Domainumzug kann im ungünstigen Fall drei Tage in Anspruch nehmen. Meist dauert es aber nur wenige Stunden, bis alles unter Dach und Fach ist.

Ziehen Sie die Domain nicht um, sondern planen den Umzug Ihrer Inhalte auf eine neue Domain, hilft Ihnen ein Weiterleitungskonzept. Denn nach einem Domainwechsel sind Ihre Seiten über Links nicht mehr zu erreichen. Das Konzept sollte diese drei Schritte umfassen:

  • 301-Weiterleitung über .htaccess
  • Adressänderung über die Google Search Console
  • 301-Weiterleitung für einzelne Seiten

Diese drei Schritte verhindern auch ein weiteres Problem einer neuer Domain: Den mühsamen Aufbau eines guten Suchmaschinenrankings. Schließlich wollen Sie auf gar keinen Fall wieder bei null anfangen müssen.

Meist werden beim Hosting-Anbieter-Wechsel auch die E-Mail-Postfächer umgezogen. Arbeiten Sie mit einem IMAP-Server und haben nur wenige Konten, ist die Sache nicht allzu kompliziert: Im E-Mail-Client schieben Sie die Post per Drag-and-drop vom alten ins neue Postfach. Große Unternehmen mit einigen hundert Accounts können diese Aufgabe an einen externen Anbieter auslagern. Es gibt im Übrigen auch Anbieter, die den kompletten Providerwechsel für Sie abwickeln.

Beim ganzen Umzugsfieber sollten Sie eine Gruppe nie aus den Augen verlieren: Ihre Kunden. Wählen Sie für die Umzugsarbeiten ein nächtliches Zeitfenster und kündigen Sie den Wechsel transparent an. Direkt nach dem Umzug zum neuen Hosting-Anbieter sollten Sie ausgiebig testen, damit Ihre Besucher wie gewohnt auf Ihre Website zugreifen können.

Weiterführende Links

  • Auf der Suche nach einem neuen Domainnamen? Darauf sollten Sie achten.
  • Ein Backup ist nicht nur beim Providerwechsel angebracht. Auch falls es zu einem IT-Ausfall kommt, ist es Gold wert.