Patienten verabreden sich mit ihrem Arzt zur Videovisite, Hoteliers laden potenzielle Gäste zum virtuellen Rundgang durch ihr Haus, und kleine Händler öffnen mit der digitalen Kasse das Tor zur digitalen Welt und erledigen Warenwirtschaft, Buchhaltung oder Kundenmanagement mit der Kassen-Software gleich mit. „Die meisten Unternehmen wissen inzwischen: Mit der Digitalisierung sichern sie ihren künftigen Erfolg“, sagte Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden von Telekom Deutschland, jetzt beim Telekom Dialog Jahreskongress.

Das zeigen die Zahlen, die Rickmann in Berlin als Ergebnis der zweiten Auflage des Digitalisierungsindex Mittelstand vorstellte. Wie im Vorjahr entstand die repräsentative Studie in Zusammenarbeit mit dem IT-Analyseunternehmen techconsult. Wichtiges Resultat: Der Mittelstand hat den eingeschlagenen Transformationsweg im vergangenen Jahr konsequent fortgesetzt. Im Index erreichen die Unternehmen branchenübergreifend nun 54 von 100 möglichen Punkten. Im Vorjahr kamen sie nur auf 52 Punkte. Beim Thema IT-Sicherheit und Datenschutz machten die Unternehmen gegenüber dem Vorjahr drei Punkte gut und haben nun mit 66 Punkten eine solide Basis für alle weiteren Digitalisierungsvorhaben. 42 Prozent der Unternehmen haben das Thema Digitalisierung inzwischen fest in der Geschäftsstrategie verankert – ein deutlicher Zuwachs um 15 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Digitale Dividende: Mehr Umsatz durch digitale Transformation

Der digitale Einsatz korreliert mit dem Geschäftserfolg: Während Unternehmen, die ihren Umsatz im Lauf des vergangenen Jahres um mindestens zehn Prozent steigern konnten, einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsindex von 58 Punkten erreichen, liegt der Index in Unternehmen mit Umsatzeinbußen bei unter 50 Punkten. Rickmann: „Das digitale Engagement wird mit einer digitalen Dividende belohnt.  Die Digitalisierung wird zum Business-Treiber, mit der die Unternehmen ihre Marktposition festigen und weiter ausbauen.“

Digitalisierungs-index Mittelstand 2017

 

Für die zweite Auflage der Telekom Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ hat das Analyse- und Marktforschungsunternehmen techconsult diesen Sommer rund 2.000 Unternehmen zu ihren Digitalisierungsaktivitäten befragt. Aus den Antworten berechneten die Analysten den Digitalisierungsindex. Dieser zeigt auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten, wie weit die digitale Transformation in einem Unternehmen vorangeschritten ist. Der Index zeigt: Nach wie vor gibt es in deutschen Unternehmen in Sachen digitale Transformation unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten – diese hängen vor allem von der Größe der Firmen und ihrer Branchenzugehörigkeit ab. Auf www.digitalisierungsindex.de finden sich der Gesamtstudienbericht und Teilstudien für zwölf Branchen. Ein weiterer Bericht nimmt die digitalen Vorreiter unter die Lupe.

 

Die Ergebnisse des Digitalisierungsindex bilden die Basis für den Self-Check, mit dessen Hilfe interessierte Unternehmen den eigenen Digitalisierungsgrad in wenigen Minuten ermitteln können. Das kostenfreie Online-Tool findet sich auf dem Studienportal www.benchmark.digitalisierungsindex.de. Der Self-Check erlaubt auch den Wettbewerbsvergleich mit Unternehmen derselben Größe und Branche.

Im Gespräch mit
Hagen Rickmann: Digitalisierung
lohnt sich

Telekom Manager Hagen Rickmann über den Einsatz digitaler Technologien und ihre Auswirkungen auf die Unternehmenskennzahlen.

Welchen konkreten Nutzen haben Mittelständler von der Digitalisierung?

Hagen Rickmann: Das haben wir mit dem „Digitalisierungsindex Mittelstand“ erstmals genauer abgefragt. Wir wollten von den Teilnehmern wissen, wie sich die digitale Trans-formation bei ihnen ausgewirkt hat. Ob sie mehr Umsatz oder Absatz verbuchen oder damit leichter Kunden gewinnen.

Und das Ergebnis?

Hagen Rickmann: Wir haben jetzt den Beleg, dass sich die Transformation lohnt. Die Unternehmen investieren mittel- bis langfristig in digitale Prozesse. Dennoch ist schon jetzt bei 35 Prozent der Umsatz gestiegen. 45 Prozent der Unternehmen konnten die Kundenzufriedenheit erhöhen. 50 Prozent optimierten ihre internen Prozesse, und 44 Prozent steigerten die Qualität ihrer Produkte oder ihres Service.

Solche positiven Effekte fassen Sie unter „digitale Dividende zusammen.

Hagen Rickmann: Ganz genau. Ich verstehe darunter den digitalen Mehrwert, der sich aus dieser Transformation ergibt. Die Studie zeigt, dass sich schon kleine digitale Einzelmaßnahmen auszahlen. So reagieren zum Beispiel über 80 Prozent der Firmen mit mobilen Geschäftsanwendungen viel schneller auf Kundenanfragen. Auch sind die digitalen Vorzeigeunternehmen mit ihren Unternehmenskennzahlen viel zufriedener als die übrigen Betriebe. Die Messwerte für die Zufriedenheit liegen bei ihnen um mindestens 20 Prozentpunkte höher. Der Index liefert uns erstmals den empirischen Nachweis, dass sich die Digitalisierung lohnt.

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