Die Produktion wird smart

Wenn, dann aber richtig, dachte sich Mathias Kammüller, Chef des Karlsruher Werkzeugmaschinen- und Laserherstellers Trumpf. Das Unternehmen hat nicht nur seine eigene Produktion smart gemacht, sondern daraus gleich ein neues Geschäftsmodell entwickelt und ein Startup gegründet. Die digitale Geschäftsplattform Axoom unterstützt andere Fertigungsunternehmen bei der Digitalisierung der gesamten Produktionskette aus verschiedenen Maschinen und Systemen.

30%: Knapp ein Drittel der Fertiger verfolgt eine umfassende Strategie zur Digitalisierung.

„Das ist Weltklasse“, urteilt Mittelstandsexperte Hermann Simon. „Trumpf ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark sich deutsche Unternehmen bereits digitalisiert haben.“ Das belegt auch eine Studie der Boston Consulting Group: Fast jedes zweite Unternehmen, also 47 Prozent der Mittelständler, setzt ein Konzept zur Digitalisierung und Automatisierung seiner Produktion um. Das Ziel: die Smart Factory, in der alle Produktionsprozesse automatisiert über Maschinenkommunikation (M2M) und hochverfügbare Netze verbunden sind.

Zur Studie Der „Digitalisierungsindex Mittelstand“ ist eine repräsentative Studie von der Telekom und dem Analystenhaus techconsult. Ende 2016 wurden 1016 kleine und mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen über die eigenen Digitalisierungsbestrebungen befragt. Daraus entstand ein Index, der erstmals eine zuverlässige Messgröße für die Digitalisierung im Mittelstand bietet.

 

Service als Wettbewerbsvorteil

Viele Fertigungsunternehmen haben sich hier einen klaren Vorsprung erarbeitet. Jetzt gilt es, die neuen Erkenntnisse auch in andere Bereiche des Unternehmens zu übertragen. Klar ist, wer seinen Kunden einen besseren Service bietet, seine Abläufe effizienter gestaltet und sich mit innovativen Geschäftsmodellen neue Märkte und Kunden erschließt, wird seine führende Position im Markt und im globalen Wettbewerb behaupten können.

Nach dem „Digitalisierungsindex Mittelstand“, einer Studie der Telekom gemeinsam mit dem Analystenhaus techconsult, liegt der digitale Status quo der Fertigungsindustrie bei 56 von 100 möglichen Punkten. Das ist deutlich besser als der Gesamtdurchschnitt aller Branchen mit 52 Punkten. Die Hälfte der 1000 befragten Unternehmen setzt bereits eigene Digitalisierungsprojekte um. Rund ein Drittel der mittelständischen Industrieunternehmen verfolgt sogar eine übergreifende Digitalisierungsstrategie.

50%: Jedes zweite Unternehmen der Fertigungsindustrie setzt einzelne Digitalprojekte um.

Der digitale Reifegrad ist entscheidend

Auffällig ist: In kleineren Betrieben treibt die Geschäftsführung die Digitalisierung voran. Je größer das Unternehmen, desto eher übernimmt die IT-Abteilung die Führungsrolle. Und die Zufriedenheit der Unternehmen mit den eigenen Leistungen steigt mit dem digitalen Reifegrad: Rund die Hälfte der Industrieunternehmen ist mit Absatz, Umsatz, Reaktionsgeschwindigkeit sowie Bearbeitungsdauer zufrieden bis sehr zufrieden. Handlungsbedarf gibt es bei der Neukundengewinnung: Hier ist nur ein gutes Drittel mit sich zufrieden.

66 von maximal 100 Punkten erzielt die Branche insgesamt im Bereich „Digitale Angebote und Geschäftsmodelle“.

Fazit

Wer die digitale Transformation bislang nicht in Angriff genommen hat, sollte jetzt starten. Wer erst einmal abwartet, läuft Gefahr, abgehängt zu werden.

Digitalisierungsindex Industrie Durchschnittlicher Digitalisierungsgrad der Fertigungsindustrie laut Digitalisierungsindex Mittelstand, max. 100 (© 2017 Telekom Deutschland, techconsult)

 
 

Zu den weiteren Teilen der Serie "Digi-Index" geht's über diese Links

Digi-Index Teil 2: Handelsunternehmen

Digi-Index Teil 3: Transportbranche

Digi-Index Teil 4: Handwerksbetriebe

Digitalisierungsindex Mittelstand: Wie digital sind wir?