Optimierungen: Aufgaben des Inhouse Consultings

Ein Blick auf die Großen zeigt zum Inhouse Consulting einen eindeutigen Trend: Schon 2004 leisteten sich 75 Prozent aller MDax- und Dax-Firmen eine interne Unternehmensberatung, wie das Portal "e-fellows" berichtet. Für Traditionsunternehmen wie Daimler, Bayer, RWE, Volkswagen, Siemens und andere rechnet sich der Expertenpool aus den eigenen Reihen.

Warum? Die Antwort findet sich im Aufgabenkatalog eines hauseigenen Beraters:

  • Der interne Experte sensibilisiert Führungskräfte für kontroverse Themen.
  • Er oder Sie unterstützt durch gezielte Maßnahmen Teams oder ganze Abteilungen.
  • Der Profi misst Erfolg sowie Fortschritt und veranlasst entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung.

Der Clou: Ihr Experte kostet Sie unterm Strich weniger als eine externe Beratungsfirma. Und deshalb ist das Thema so interessant für den Mittelstand.

Stärken der internen Beratung: Das richtige Know-how für die spezifische Aufgabe

Ulrike Laube von DB Management Consulting, die interne Beratungsfirma der Deutschen Bahn, fasst in "WISU Karriere" noch einen weiteren Vorteil zusammen:

"Im Inhouse Consulting kann man im Ergebnis oft mehr bewegen. Zwar begleiten auch externe Berater Projekte häufig bis zur vollen Implementierung. Im Inhouse Consulting ist das dagegen fast die Regel."

Das heißt, die hauseigenen Berater geben nicht nur eine grobe Richtung vor, sie wissen, an welchen Stellen die Optimierungsschrauben angesetzt werden müssen. Denn als Interne kennen sie sich im Betrieb aus: Die Abläufe und Prozesse sind keine abstrakten Werte, sondern gelebte Erfahrung. Netzwerke und Politik der Firma sind bekannt, Fehlentscheidungen werden minimiert.

Liegt die Expertise demnach nur in den Soft Skills? Ein ganz klares Nein. Denn weitere Stärken Ihrer hauseigenen Profis werden deutlich, wenn Sie zusätzlich externe Kräfte zur Beratung hinzuziehen:

  • Ihr Inhouse Consulting fungiert als Schnittstelle zwischen Beratern von außerhalb und Ihren Teams.
  • Bei der Vermittlungsarbeit stecken Ihre Internen den Kommunikationsrahmen ab – wer spricht mit wem, wie werden Informationen verständlich vom Berater-Deutsch übersetzt.
  • Dabei behalten Ihre Profis stets die Kosten-Nutzen-Rechnung im Auge. Denn nicht alles was optimiert werden kann, muss es auch. Manche Maßnahmen fehlt der langfristige Nutzen.

Um es zusammenzufassen: Sie sichern sich mit Ihrem Inhouse Consulting Ihre Unabhängigkeit und wirtschaftlich Handlungsfähigkeit.

Schwächen der internen Beratung: Das sind die Gefahren

Fabian Kohlbecker von Peri Inhouse-Consultants spricht auf dem Portal "Deutsche Unternehmensbörse" ein Manko des Inhouse Consultings an:

"Manchmal brauchen wir auch einen unverstellten Blick auf unsere Organisation."

Ein interne Unternehmensberatung sieht also den Wald vor lauter Bäumen nicht – jedenfalls im schlimmsten Fall. Doch nicht nur das, unter Umständen fehlen Wille und Durchsetzungskraft für radikale Umwälzungen. Denn wer feuert beispielsweise schon gerne einen Kollegen?

Insgesamt ist das interne Change Mangement noch wenig effektiv. Zwischen 60 und 70 Prozent der Veränderungen verlaufen im Sande, wie etwa der "Harvard Business Manager" schreibt. Hier kommen externe Berater in Spiel: Im besten Fall sind diese neutral, objektiv und in der Lage, schwere Entscheidungen zu treffen. Oder diese wenigstens anzustoßen.

Fachkräfte für den Mittelstand: Expertenpools und Spezialwissen aufbauen

Wie und mit wem gestalten Sie ein Inhouse Consulting? Kurze Antwort: Bauen Sie die Talente in Ihrem eigenen Unternehmen auf. Die Berater lernen diverse Positionen und eignen sich viele Fähigkeiten an – als künftige Führungskräfte in Ihrer Firma, kommt dieses Know-how später gewinnbringend zum Einsatz. Laufbahnplanung heißt das Zauberwort, damit wird eine interne Beratung zu Ihrem Expertenpool für Morgen.

Abschließend bleibt noch die Frage zu klären, warum sich entsprechende Profis ausgerechnet für den Mittelstand lohnen. Dazu resümiert Fabian Kohlbecker

"Mittelständler entwickeln sich häufig sehr dynamisch. Da haben Inhouse-Berater Vorteile, weil sie das eigene Unternehmen besser kennen."

Mit anderen Worten, der Mittelstand als Innovationspionier ist äußerst speziell. Ein Inhouse Consulting – am besten aus den eigenen Reihen rekrutiert – hat die optimalen Werkzeuge, um die Aufgaben effektiv und effizient zu meistern.

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