Kurzdefinition: Fakten zur inneren Kündigung

Der Begriff innere Kündigung geht leicht von den Lippen. Dahinter verbirgt sich dennoch ein handfestes Problem: Für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die ganze Ökonomie.

Die Zeitung "Welt" rechnet vor, dass die innere Kündigung die Wirtschaft 118 Milliarden Euro kostet.

Höchste Zeit für den Mittelstand, sich dem Problem zu widmen und die Symptome sowie Führungsfehler zu erkennen. Mitarbeiter, die eine innere Kündigung vollzogen haben:

  • Verlieren bewusst Ihre Leistungsbereitschaft.
  • Ziehen sich zurück.
  • Werden still.
  • Nehmen nicht mehr an Diskussionen teil.
  • Bringen keine Verbesserungsvorschläge ein.

Ausgebrannt: Gründe für die Leistungsverweigerung

Kurzum: Der Arbeitnehmer bringt sein Unternehmen nicht mehr nach  vorne. Die Gründe dafür sind komplex und fallen höchst individuell aus. Für Sie als Führungskraft ist es allerdings sinnvoll, die häufigsten Motive zu kennen – damit werden Gegenmaßnahmen viel einfacher.

Fehlt zum Beispiel ständig das Gefühl der Anerkennung, startet unter Umständen ein Teufelskreis. Der Gehaltscheck spielt hier aber nicht unbedingt eine Rolle, vielmehr geht es um Kommunikation. Ein bewusstes Lob wirkt manchmal Wunder. Zudem haben Sie ein Arsenal von geldwerten Vorteilen wie Kinderbetreuung, Firmenwagen, mehr Urlaubstage und so weiter, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren.

Ein weiterer Grund für die innere Kündigung: Teilweise werden Beförderungen als willkürlich empfunden. 'Warum Kollege Meier und nicht ich?' werden sich viele demotivierte Arbeitnehmer fragen.

Schließlich gipfelt eine unklare Zukunft des Mitarbeiters im Unternehmen womöglich im Leistungsstopp: Häufig ist völlig offen, wohin die eigene Entwicklung oder Karriere führen kann.

Checkliste: Führungsfehler und Führungskräfte

Die wichtigste Waffe im Kampf gegen die innere Kündigung: Sie müssen richtig kommunizieren.

  • Machen Sie dazu Vorgänge, Beförderungen und Strategie-Entscheidungen des Unternehmens transparent.
  • Geben Sie regelmäßig konstruktives Feedback – mindestens einmal im Jahr.
  • Verschenken Sie Anerkennung statt Kritik.
  • Sprechen Sie Probleme offen an.
  • Formulieren Sie zusammen mit Ihrem Angestellten klare Ziele für seine Zukunft.

Die positiven Auswirkungen:

  • Die Arbeitsatmosphäre wird sich verbessern.
  • Ihre Angestellten sind leistungsbereiter.
  • Ihre Unternehmens-Marke wird gestärkt.

Zeigen Sie ganz grundsätzlich Interesse an Ihren Angestellten. Ein grober Führungsfehler ist, in der falschen Situation Kälte auszustrahlen und die Ohren vor den Anliegen der Mitarbeiter zu verschließen.

Damit zum nächsten Punkt auf Ihrer Checkliste: Gegen die innere Kündigung hilft eine bessere Work-Life-Balance. Erlauben Sie beispielsweise gestressten Angestellten, Ihren Arbeitsalltag etwas freier zu gestalten. Denn das klassische Nine-to-Five-Modell passt längst nicht mehr zu jeder Branche.

Flexibilität heißt das Zauberwort. Arbeitnehmern mit Familie können Sie mehr Zeit im Home Office einräumen.

Weitere Strategien: Optimierung der Personalführung

Jetzt kommt der schwierige Teil: Inspirieren Sie Ihre Angestellten. Dazu sollten Sie Antworten auf die folgenden Fragen finden:

  • Wo liegen Ihre eigenen Inspirationsquellen?
  • Wofür würden Sie härter arbeiten?
  • Was sollten Ihre Mitarbeiter in Ihnen und dem Unternehmen sehen?

Dazu gehört auch, Ihre Angestellten gegebenenfalls stärker in die Prozesse und Abläufe Ihres Unternehmens einzubinden.

In jedem Fall gehen Sie kritisch mit sich in Gericht:

  • Wo könnten Ihre Führungsfehler liegen?
  • Was können Sie verbessern?
  • In welcher Situation haben Sie bereits falsche Entscheidungen getroffen?

Anhand der vielen kleinen Antworten, erarbeiten Sie einen Schlachtplan für die Inspirations-Offensive auf Ihre Mitarbeiter. Davon werden nicht nur die profitieren, die ihre innere Kündigung bereits eingereicht haben.

Innere Kündigung: Tipps im Umgang mit Betroffenen

Eine innere Kündigung lässt sich dennoch nicht immer verhindern, Führungsfehler hin oder her. Betroffenen können Sie dennoch helfend unter die Arme greifen:

  • Raten Sie Ihrem Angestellten, alle negativen Empfindungen im Zusammenhang mit der Arbeit aufzuschreiben.
  • Beziehen Sie, wenn auch vertraulich, Kollegen des Betroffenen mit ein.
  • Empfehlen Sie bei schwierigen Fällen einen Psychologen.

Auf Dauer macht eine innere Kündigung krank, nehmen Sie das Phänomen daher nicht zu leicht. Es lohnt sich...

Weiterführende Links:

  • Eine weitere Strategie im Kampf gegen die innere Kündigung Ihrer Angestellten sind Weiterbildungen, wie zum Beispiel die "Computerwoche" anrät.
  • Die "Süddeutsche Zeitung" hat die schlimmsten Motivationskiller zusammengetragen.