Motivierte Mitarbeiter: Eine Win-win-Situation

Ein Unternehmen ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter. Daraus resultiert: Je unmotivierter die Mitarbeiter sind, desto geringer ist die Leistungsfähigkeit. Und das ist alles andere als förderlich für den Umsatz der Firma. Glückliche und motivierte Mitarbeiter sind also ganz im wirtschaftlichen Interesse des Betriebs. Doch wie können Chefs Mitarbeiter aus einer Apathie holen? Fakt ist, dass nicht jeder Arbeitnehmer bei jedem Job motiviert ist. In der Fachliteratur wird dabei zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden.

Beispiele für extrinsische Motivation

Um Mitarbeiter durch extrinsische Motivation zu fördern, müssen sie von etwas Äußerem angeregt werden. Das legt bereits die Wortbedeutung nahe. Anschaulich ist die folgende Situation: Ein mit schweren Lasten bepackter Esel soll sich vorwärts bewegen. Da hilft ein kleiner Leckerbissen vor der Nase, um die Hufe wieder in Schwung zu bringen. Übertragen auf ein Unternehmen wäre diese extrinsische Motivation beispielsweise eine Prämie oder Gehaltserhöhung für die Mitarbeiter, die sie bei Erreichen gewisser Ziele erhalten.

Doch nicht nur materielle Dinge fallen in den Bereich der extrinsischen Motivation. Auch die Aussicht auf mehr Einfluss, die auch als instrumentelle Motivation bezeichnet wird, leitet das menschliche Verhalten und treibt Mitarbeiter an, sich in besonderem Maße zu engagieren. Ebenfalls immateriell ist der Drang nach Anerkennung und Zugehörigkeit, der zu mehr Leistung motivieren kann.

Auch interessant: Mitarbeiter motivieren: 3 Tipps für mehr Spaß an der Arbeit

Ein weiteres Instrument der extrinsischen Motivation ist die drohende Bestrafung. Wird einem Mitarbeiter beispielsweise mit einer Abmahnung gedroht, sollte er künftig nicht pünktlich bei der Arbeit erscheinen, wird er dadurch animiert, sich zu bessern.

Die extrinsische Motivation hat allerdings einen Nachteil: Sie ist nur von begrenzter Dauer. Der Ansporn verfliegt, sobald das in Aussicht gestellte Geld auf dem Konto des Mitarbeiters eingegangen ist oder der Zwang nicht mehr ausgeübt wird.

Beispiele für intrinsische Motivation

Anders verhält es sich bei der intrinsischen Motivation: Hier rührt die Triebkraft von innen her. Mitarbeiter benötigen keine äußeren Einflüsse, um eine Tätigkeit motiviert auszuüben – entweder weil sie Spaß daran haben, es als Herausforderung sehen oder die Handlung als sinnvoll wahrnehmen. Die Motivation bringt die Sache selbst.

Drei Beispiele für intrinsische Motivation: Wer einen sozialen Beruf ausübt, ist vielleicht intrinsisch motiviert, da er durch seine Arbeitsleistung etwas Gutes bewirkt. Ein Vertriebler, der viel Networking betreiben muss, kann diese Tätigkeit erfolgreich ausüben, wenn er gerne redet und mit Menschen zu tun hat. Und ein Journalist sieht es vielleicht als Herausforderung an, Missstände aufzudecken, und ist daher intrinsisch motiviert, seinen Recherchen mit vollem Einsatz nachzugehen.

Auch interessant: Lern-Motivation: 4 Tipps für betriebliche Ausbildung

Intrinsische Motivation fördern

So weit, so gut – doch wie können Mitarbeiter zum autonomen Handeln geführt werden? Das Merkmal der intrinsischen Motivation ist schließlich, dass der Mitarbeiter selbst handlungsmotiviert ist. So ist es die Aufgabe des Unternehmers, für perfekte Rahmenbedingungen zu sorgen, damit sich die Beschäftigten maximal entfalten können. Folgende Punkte helfen, um die intrinsische Motivation unter Angestellten zu fördern:

  • Vorgesetzte sollten ihren Mitarbeitern gegenüber authentisch sein. Nur wenn sie selbst von der Sinnhaftigkeit der Aufgabe überzeugt sind, motivieren sie auch die Kollegen.
  • Mitarbeitern sollte ausreichend Freiheit gewährt werden, selbstbestimmend zu arbeiten.
  • Nach den US-Psychologen Ryan und Deci hat jeder Mensch das Bedürfnis nach sozialer Einbindung, Sicherheit und Kompetenz. Werden diese grundlegenden Wünsche berücksichtigt, ist die Voraussetzung gegeben, dass Mitarbeiter von sich aus motiviert sind.
  • Mitarbeiter benötigen konstruktives Feedback, damit sie ihre Leistungsfähigkeit erhöhen können.
  • Mitarbeitern sollte verdeutlicht werden, inwiefern die konkreten Handlungsziele mit den Unternehmenszielen in Zusammenhang stehen. Auf diese Weise wird der Stellenwert der Arbeit eines jeden Einzelnen für das Unternehmen hervorgehoben.
  • Mitarbeitern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich weiterzuentwickeln. Nur dann können sie auf Dauer an das Unternehmen gebunden werden.
Wer Spaß an seiner Aufgabe hat, motiviert sich von ganz alleine. (© 2018 Shutterstock / YAKOBCHUK VIACHESLAV)

Extrinsische vs. intrinsische Motivation im Unternehmen

Jede Führungskraft wünscht sich für ihr Unternehmen intrinsisch getriebene Mitarbeiter. Denn Höchstleistungen erreichen die Angestellten viel eher, wenn sie sich mit den Aufgaben beschäftigen, die ihnen liegen und an denen sie gesteigertes Interesse haben. Im Optimalfall streben sie hin zur persönlichen Selbstverwirklichung. Diese Art der Motivation ist insbesondere wichtig in Bereichen, in denen es um Kreativität und Mitdenken geht. Beschäftigte, die nur auf monetäre Anreize reagieren, sind besonders in der Kreativbranche falsch. Der Fokus sollte nicht auf einer Belohnung liegen, sondern auf dem Werk, das geschaffen wird.

Auch interessant: Na, wie geht’s? Gute Firmen wissen, wie die Belegschaft tickt

Es gibt jedoch Situationen, in denen auch die extrinsische Motivation zur Mitarbeitermotivation sinnvoll sein kann. Müssen beispielsweise langweilige Routineaufgaben erledigt werden, die kaum geistige Betätigung verlangen – zum Beispiel Fließbandarbeit – steigert die Aussicht auf eine Belohnung die Motivation.