Was ist das Ishikawa-Diagramm?

Um ein Problem anzugehen, muss man es verstehen. Oft liegen ihm mehrere Ursachen zugrunde, sodass es einer Methode bedarf, die komplizierte Strukturen offenlegt und sie übersichtlich aufzeigt. Das Ishikawa-Diagramm, auch als Ursache-Wirkungs-Diagramm bezeichnet, ist ein solches Instrument. Entwickelt wurde es bereits 1943 vom japanischen Wissenschaftler Kaoru Ishikawa. Auffallend ist seine verwendete Darstellungsform: ein abstraktes Fischskelett. Der Kopf markiert das grundlegende Problem, die Gräten jeweils dessen hauptsächliche Ursachen.

Welche Vorteile hat das Fischgrätenmodell?

  • Es stellt komplexe Inhalte grafisch übersichtlich dar. Sogar verstrickte Zusammenhänge sind so leichter zu erkennen.
  • Es ist einfach umzusetzen.
  • Es eignet sich, um Probleme im Team zu erörtern und anzugehen. Mit Kreativitätstechniken wie Brainstorming können die verschiedenen Ursachen gemeinsam gesammelt und zusammengetragen werden.

Ishikawa-Diagramm erstellen: Tipps

Soweit die Theorie. Doch wie funktioniert das Ishikawa-Diagramm praktisch? Zunächst ist eine Vorlage notwendig. Die ist mit der Hand schnell gezeichnet. Am besten mit der Hauptachse beginnen, also einer einfachen horizontalen Linie, die rechts im Kopf endet. Diagonal zum Rückgrat verlaufen die Gräten. Im nächsten Schritt wird das Problem definiert und in den Schädel eingetragen, während die Gräten nach den wichtigsten Ursachen benannt werden. Damit steht das Grundgerüst. Vorlagen gibt es auch im Internet, beispielsweise von "Orgaimprove".

Ishikawa machte anfangs vier Quellen von Problemen aus, nämlich Mensch, Maschine, Material und Methode. Daher auch die alternative Bezeichnung 4-M-Methode. Mittlerweile gibt es bis zu acht Hauptbereiche. Hinzugekommen sind: Management, Money, Messbarkeit und Mitwelt. Diese Unterteilung ist aber nicht in Stein gemeißelt. Im Marketingbereich etwa ist „Preis“ ebenfalls ein relevanter Parameter bei der Ursachenforschung. Überhaupt können die modelltypischen Kategorien ganz oder teilweise herausfallen, wenn sie im konkreten Fall unerheblich sind.

Im nächsten Schritt werden die einzelnen Hauptursachen in Unterkategorien gesplittet und an die jeweiligen Gräten geheftet. Gruppenarbeit ist hier von Vorteil, weil so verschiedene Blickwinkel in die Motivforschung einfließen.

Das Ishikawa-Diagramm eignet sich für die Teamarbeit. (© 2017 SFIO CRACHO/Shutterstock)

Die acht Ms der Ishikawa-Methode

Hier ein Überblick über die acht Ms, auf denen das Ishikawa-Diagramm mittlerweile hauptsächlich basiert.

  • Mensch. Häufig sind Personen die Hauptursache eines Problems. Klassische Beispiele: Fehlende Kompetenzen, Konflikte unter den Beschäftigten
  • Material. Ist das eingesetzte Material geeignet oder weist es Qualitätsmängel auf?
  • Messung. Wird der Output korrekt erfasst?
  • Maschine. Ist die Ausstattung optimal? Fehlt es etwa an Geräten, die die Arbeitsleistung verbessern?
  • Money. Reichen die finanziellen Mittel aus und werden sie effizient eingesetzt?
  • Mitwelt. Führen Umweltfaktoren wie Temperaturschwankungen zu Produktivitätseinbußen? Und inwiefern trägt die Konkurrenz zum Problem bei?
  • Methode. Wie steht es um den Workflow? Bremst die bisherige Arbeitsweise Prozesse aus?
  • Management. Sind die Entscheidungen der Führungsebene zielführend oder gar falsch?

Folgeschritte der Problemlösung

Sind die Hauptursachen erkannt, beginnt ihre weitergehende Analyse, denn nicht alle Ursachen sind gleichermaßen für ein Problem ausschlaggebend. Es gilt, gravierende von nebensächlichen zu trennen. Anschließend sollte klar sein, wo angesetzt werden muss.

Die Kreativitätstechnik Brainstorming lässt sich mit dem Ishikawa-Diagramm verknüpfen. (© 2017 ESB Professional/Shutterstock)

Checkliste Ishikawa-Diagramm

  • Vorlage anfertigen oder im Internet herunterladen
  • Problem klar definieren und im Fischkopf benennen
  • Hauptursachen bestimmen und als Fischgräten im Diagramm darstellen
  • Jeweils weitere Details dazu sammeln und ebenfalls in die Skizze übertragen
  • Ursachen gewichten und auf die wichtigsten konzentrieren
  • Maßnahmen herausarbeiten und umsetzen