Status quo: Managed Services statt großer IT-Outsourcing-Deals

Müssen Sie sich in Ihrem Unternehmen ständig mit Serverproblemen rumärgern, anstatt sich auf die Umsetzung Ihrer Marketing-Strategie konzentrieren zu können? Damit sind Sie nicht allein: Gerade in Start-Ups und mittelständischen Unternehmen arbeiten Mitarbeiter heute oft an vielen technischen Baustellen, statt den Fokus auf das Kerngeschäft zu legen.

Das Thema IT-Outsourcing scheint für viele Unternehmer trotzdem abschreckend zu sein. Zu groß ist die Angst, sich auf vermeintlich große Deals einlassen zu müssen, bei denen ganze Abteilungen an externe Dienstleister ausgelagert werden: Solche Mega-Deals werden in den Köpfen vieler nicht nur mit großem Kontrollverlust, sondern auch mit hohen Kosten verbunden.

Die Folge: Durch den Verzicht, Arbeitsabläufe auszulagern, laufen viele Unternehmen Gefahr, sich zu überfordern und ihr eigentliches Ziel aus den Augen zu verlieren. Dabei ist die Angst unbegründet. Denn die Zeiten der großvolumigen IT-Outsourcing-Verträge mit einem IT-Service-Anbieter scheinen heute bereits der Vergangenheit anzugehören.

Der Trend geht dagegen zu sogenannten Managed Services, bei denen nur einzelne Anwendungen an einen IT-Service-Anbieter ausgelagert werden. Zu den häufigsten Managed Services gehören:

  • Netzwerksicherheit: Die Überwachung von PCs und Notebooks, der Firewall, des Servers und anderer Netzwerkkomponenten per Fernwartung.
  • Virtual Private Networks: Die Verbindung geschlossener Netzwerke. Sie ermöglicht, dass ausgewählte Nutzer auch von außerhalb Zugriff auf das Firmennetzwerk erhalten und die Übermittlung von Daten sicher erfolgt.
  • Online Backup: Die automatische Sicherung von Daten über das Internet.
  • Mobile Device Management: Die zentrale Verwaltung mobiler Endgeräte in Unternehmen zur Sicherung sensibler Firmendaten.
  • On-Demand: IT-Unterstützung auf Abruf - Die Problemlösung erfolgt je nach Bedarf per Fernwartungseinrichtung oder direkt vor Ort.

Bei solchen Managed Services müssen Sie kein Personal oder Vermögensgegenstände, sondern eben nur einzelne Anwendungen an einen IT-Service-Anbieter auslagern. Deshalb werden Managed Services oft auch synonym mit Begriffen wie selektives Auslagern oder Outtasking verwendet.

IT-Outsourcing: Die Zukunft gehört der Cloud

Besonders flexibel gestaltet sich das IT-Outsourcing über die Cloud. Wer seinen Server in das externe Rechenzentrum eines Dienstleisters auslagert, kann von einer Vielzahl an Diensten profitieren ...

  • Infrastructure as a Service: Statt in eine eigene IT-Infrastruktur zu investieren, können Sie Ihren Server in die Cloud auslagern – und sparen so Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten.
  • Software as a Service: Dank SaaS müssen Softwarelizenzen heute nicht mehr für jeden Rechner einzeln gekauft werden. Professionelle Anwendungen können Sie auch über die Cloud für einen definierten Zeitraum mieten.
  • Platform as a Service: PaaS ermöglicht es Ihnen, spezifische Anwendungen, wie Webseiten und Datenbanken zu betreiben, ohne einen eigenen Server zu benutzen.

Managed Services: Das sind die Vorteile

Gegenüber den Mega-Deals der Vergangenheit, bietet das selektive IT-Outsourcing über Cloud-Dienste und Managed Services drei entscheidende Vorteile:

  • Kostenkontrolle bei Managed Services: Die Auslagerung von IT-Projekten an einen IT-Service-Anbieter erlaubt heute eine klare Bestimmung der Kosten. Sie wissen bereits im Vorfeld, welche Services Sie in Anspruch nehmen und wie viel Sie dafür zahlen.
  • Flexible Vertragslaufzeiten: Unternehmen binden sich im Gegensatz zu früher heute nicht unnötig lange an einen IT-Service-Anbieter. Einer Studie der Ardour Consulting Group GmbH aus dem Jahr 2014 zufolge, haben daher 16 Prozent der befragten Unternehmen ihre Outsourcing-Verträge sogar vorzeitig gekündigt.
  • Mixed Sourcing: Beim IT-Outsourcing müssen Sie sich nicht mehr nur auf einen einzelnen IT-Service-Anbieter festlegen. Vielmehr können Sie je nach Bedarf von der Expertise unterschiedlicher Anbieter profitieren.

IT-Outsourcing und Datensicherheit: Eine Frage des Vertrauens

Auch wenn IT-Outsourcing die Kostenstruktur und die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens optimieren kann, ist es auch mit Risiken verbunden. Denn wenn Sie Prozesse, Anwendungen oder Infrastrukturen an IT-Service-Anbieter outsourcen, verlieren Sie damit auch ein Stück weit die Kontrolle über Ihre Daten.

Gerade in Zeiten von Cloud Computing sollten IT-Service-Anbieter entsprechende Expertise und vor allem zukunftssichere Technologien verfügen, um die Sicherheit und Verfügbarkeit von Daten zu gewährleisten.

IT-Experte Thomas Jannot rät, bei der Auswahl der Anbieter sorgfältig vorzugehen:

Daten in der Cloud sind per se nicht unsicherer als die Daten auf dem eigenen Gerät. Natürlich gibt es unsichere Cloud-Anbieter, wo meine Daten besonders unsicher sind. Es gibt aber auch sehr sichere Anbieter, wo meine Daten sicherer sind, als sie jemals irgendwo hätten sein können.

Mehr zum Thema Datensicherheit in der Cloud sehen Sie im Video "Server gehören in die Cloud" mit Birte Karalus.