Was ist Job Enrichment?

Der Begriff Job Enrichment lässt sich mit Aufgabenanreicherung übersetzen. Er stammt von dem US-Psychologen Frederick Herzberg und wurde 1968 geprägt. Die Idee dahinter: Sie übertragen Ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und verschaffen ihnen damit Abwechslung.

Das Konzept sieht eine vertikale Umstrukturierung vor. Das bedeutet, dass der Arbeitsbereich von Angestellten um Aufgaben erweitert wird, die höherwertig sind, also mehr Verantwortung mit sich bringen. Zum Beispiel kann ein Angestellter, der bisher mit der Fertigung bestimmter Bauteile beschäftigt ist, zusätzlich die Qualitätskontrolle übernehmen. Und wer bisher für die reine Bestellung von Waren zuständig war, erhält vielleicht erweiterte Befugnisse bei der Auswahl von Artikeln.  Die Ziele sind eine Steigerung der Mitarbeitermotivation, eine Förderung des Engagements und eine stärkere Mitarbeiterbindung.

Mitarbeiter fordern und fördern

Wenn Sie eine Umstrukturierung mit Job Enrichment planen, bietet das einige Vorteile:

  • Sie beugen Unterforderung vor. Gerade langjährige Mitarbeiter empfinden ihre Arbeit vielleicht als monoton und freuen sich über neue, anspruchsvollere Aufgaben.
  • Sie erreichen eine höhere Zufriedenheit, weil die Angestellten sich idealerweise über die Verantwortung freuen und ihre Arbeit als erfüllender wahrnehmen.
  • Die Identifikation mit der Firma wird gesteigert, weil die Mitarbeiter mehr Einblick in die unterschiedlichen Bereiche haben. Auch allgemein führt höhere Verantwortung oft zu einer stärkeren Bindung an den Arbeitgeber.
  • Kreativität und Organisationstalent werden gefördert, wenn die Angestellten abwechslungsreiche Aufgaben übernehmen und selbst neue Lösungen in ihren Arbeitsbereichen finden müssen.
  • Sie reduzieren Schnittstellen, an denen es zu Missverständnissen und Koordinationsproblemen kommen kann. So verbessern sich die internen Abläufe und die Kommunikation der einzelnen Abteilungen untereinander.
  • Sie können Beförderungen vorbereiten. Job Enrichment ist auch gut geeignet, um Mitarbeiter für eine Beförderung zu qualifizieren und ihnen mit einem Training on the Job die nötigen Kompetenzen für die neue Position zu vermitteln. Auch wenn Sie sich noch nicht sicher sind, welcher Ihrer Angestellten befördert werden soll, eignet sich diese Methode: Sie können beobachten, wie sich mehrere Mitarbeiter mit den neuen Aufgaben machen und dann den geeigneten Kandidaten auswählen.

Was der Arbeitgeber beachten sollte

Achten Sie darauf, dass Ihre Angestellten die neuen Aufgaben zwar als Herausforderung, aber nicht als Belastung wahrnehmen. Mit einer guten Vorbereitung und eventuell einer Fortbildung beugen Sie hier vor. Dass Sie auch nur Personen auswählen, denen Sie die Aufgaben zutrauen, ist selbstverständlich. Die Arbeitsbelastung wird für Ihre Mitarbeiter vermutlich zunächst steigen und wer den neuen Aufgaben nicht gerecht wird, ist schnell demotiviert. Sorgen Sie also für eine Umstrukturierung, die als Ausgleich für die neuen Aufgaben auch eine Entlastung in anderen Bereichen mit sich bringt.

Kommunikation ist grundsätzlich wichtig: Sprechen Sie mit dem Mitarbeiter und klären Sie seine und Ihre Vorstellungen und Erwartungen an das Job Enrichment. Möglicherweise nimmt der Angestellte den Schritt sonst als Beförderung wahr und ist verwundert, wenn die Gehaltserhöhung ausbleibt. Geben Sie ihm in der Übergangsphase auch regelmäßig Feedback oder beauftragen Sie gegebenenfalls seinen direkten Vorgesetzten damit. Bedenken Sie auch, dass es unter Umständen zu Eifersucht und Konkurrenzdenken unter den Kollegen kommen kann, die nicht für verantwortungsvollere Aufgaben ausgewählt wurden. Auch hier hilft offene Kommunikation mit der Belegschaft.

Job Enrichment und Job Enlargement

Ein ähnliches Konzept ist das Job Enlargement, die Aufgabenerweiterung. Hier spricht man von einer horizontalen Umstrukturierung. Der Mitarbeiter erhält also neue Aufgaben, die sich auf demselben Anforderungslevel befinden wie seine aktuellen. Das dient vor allem der Abwechslung und beugt so einseitiger Belastung vor. Es ist allerdings nicht vorgesehen, die Angestellten dadurch weiter zu qualifizieren.

Die beiden Ansätze können sich aber auch gut ergänzen: Wenn Sie einen Mitarbeiter mit Job Enrichment fördern und er neue Aufgaben erhält, wird ein Teil seines alten Arbeitsbereiches frei. Diesen können Sie unter den Kollegen aufteilen und so auch auf demselben Verantwortungslevel für Bewegung sorgen.

Weiterführende Links:

  • Lesen Sie hier, worauf es beim Job Enlargement ankommt.
  • Wie Sie Ihren Mitarbeitern hilfreiches Feedback geben, verrät Ihnen mDM hier.