Bei Amazon Waschmittel per Knopfdruck bestellen

Das Waschmittel geht zur Neige? Kein Problem! Ein Knopfdruck genügt, schon macht sich der Nachschub auf den Weg und ist am nächsten Tag da. Diese Bequemlichkeit bietet Amazon seinen Prime-Kunden für häufig gekaufte Produkte wie Waschmittel, Geschirrspül-Tabs, Shampoo oder Tiernahrung mit dem neuen Dash-Button an. Das ist ein kleines Gerät mit Markenaufklebern der jeweiligen Hersteller. Über WLAN ist es mit dem Internet verbunden und löst auf Kopfdruck die Bestellung aus. Eingerichtet wird es über die Amazon App; jede Bestellung wird mit einer Nachricht bestätigt. Genauso funktioniert auch der Bestellknopf für Nassrasierer, den Procter & Gamble mit Perfect Shops und der Telekom getestet haben. Gehen die Klingen zur Neige, drückt man den kleinen Bestellknopf am Rasierer und löst den Nachschub für Rasierklingen aus.

Dash-Buttons von Amazon Über sogenannte Dash-Buttons von Amazon lassen sich per Knopfdruck via Internet häufig gekaufte Produkte wie Waschmittel bestellen. (© 2017 Amazon)
Dash-Button in Kürze

Der Dash-Button ist ein kleines Gerät mit den jeweiligen Markenaufklebern der Hersteller. Er wird über die Amazon App auf dem Android oder iOS-Smartphone eingerichtet und verwaltet und funktioniert an allen Orten mit einer WLAN-Verbindung. Wenn das Einrichten abgeschlossen ist, wird eine Benachrichtigung an das Smartphone geschickt, sobald eine Bestellung aufgegeben wurde. Wurde die Bestellung erfolgreich aufgegeben, leuchtet eine kleine Anzeige grün. Der Status der Bestellungen kann jederzeit in der Amazon App überprüft werden.

Das Prinzip ist einfach und kommt bei den Online-Shoppern gut an: Nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter rund 1.000 Verbrauchern ab 14 Jahren würde jeder Fünfte einen solchen Knopf nutzen. „Gerade die immer wiederkehrende Besorgung von Verbrauchsartikeln verbinden viele eher mit langweiliger Routine und Geschleppe als mit einem attraktiven Einkaufserlebnis“, sagt Joachim Bühler, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung. Die bedarfsgerechte und schnelle Bestellung per Knopfdruck ist da ein deutlicher Komfortgewinn. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kundenbindung mit einer intelligenten und innovativen Service-Idee erreicht werden kann.“

Socken im Abo

Um Kundenbindung und Service geht es schließlich bei allen sogenannten Abo-Modellen, bei denen Kunden sich längerfristig an einen Händler binden. Von Socken über Kosmetik, Blumen und Bekleidung bis zu Lebensmitteln – praktisch alles, was sich in einer Schachtel verschicken lässt, wird inzwischen im Abonnement angeboten. Die Mutter aller E-Commerce-Abo-Modelle, das Unternehmen Blacksocks aus der Schweiz, beliefert seit 1999 Kunden mit Socken – nach Bedarf oder einfach alle vier Monate. Komische Idee? Gar nicht: Das Socken-Abo nutzen mittlerweile 60.000 Menschen von Helsinki bis Kapstadt. Der Kunde bestellt ein Jahres-Abo und erhält automatisch drei paar neue Socken im Vierteljahr, immer dasselbe Modell, immer die gleiche Qualität – zum Preis von 69 Euro. Auf Kundenwunsch hat Unternehmensgründer Samy Liechti inzwischen sein Sortiment um bunte Socken, Unterhemden und Businesshemden in den gängigen Farben Weiß und Hellblau erweitert. „Wir nehmen unseren Kunden eine kleine Sorge ab. Dafür werden wir mit einer hohen Kundenloyalität belohnt“, erklärt er.

Samy Liechti, Erfinder des Blacksocks-Abo-Modells. Samy Liechti, Erfinder des Blacksocks-Abo-Modells. (© 2017 Blacksocks)

Keine Frage: Abonnements vereinfachen den Einkauf und bieten den Kunden Bequemlichkeit. „Allerdings“, mahnt Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research Centers der Hochschule Niederrhein, diese Bequemlichkeit dürfe für Kunden aber nicht teurer sein, vor allem, weil es sich häufig um preissensible Produkte in Kleinstmengen handelt.

Abo-Commerce in Kürze

Das Konzept bezeichnet ein Geschäftsmodell im E-Commerce, bei dem Kunden Produkte in vereinbarten Intervallen beziehen. Im Abo-Commerce gibt es neben klassischen Abonnements auch das sogenannte Soft-Subscription-Modell, das flexibel an individuelle Kundenbedürfnisse angepasst werden kann.

Lebensmittel im Soft-Abo

Um Kunden dieses Kaufmodell noch schmackhafter zu machen, bieten Online-Händler flexible Lieferungen an, sogenannte Soft-Abos. Der Lebensmittelboxen-Versender HelloFresh etwa lässt dem Kunden die Wahl zwischen Boxen für zwei und vier Personen bei drei oder fünf Lieferungen die Woche. Die abonnierten Lieferungen lassen sich auch aussetzen (etwa im Urlaub) oder stornieren. Zusätzliche Services sollen die Kunden bei der Stange halten: So schickt HelloFresh-Gründer Dominik Richter mit jeder Box einen Rezeptvorschlag mit und bietet neuerdings Kochboxen eigens für die Zubereitung in der trendigen Küchenmaschine Thermomix an. In modernen Küchen können die Rezepte direkt an den Bosch Smart Oven geschickt werden, der die richtige Temperatur einstellt.

Kuratiertes Einkaufen

Bei hochpreisigen Produkten, die nicht so oft benötigt werden wie etwa Lebens- oder Waschmittel, können Online-Händler statt des Abo-Modells das sogenannte Curated Shopping nutzen. Damit ist die individuelle Beratung nicht länger stationären Läden mit geschultem Personal vorbehalten. E-Commerce-Profi Gerrit Heinemann sieht darin ein innovatives Geschäftsmodell, um sich von anderen Online-Shops abzugrenzen. „Beide Seiten profitieren“, sagt er. „Die Kunden erhalten nach Angaben ihrer Konfektionsgröße und ihrer Vorlieben passgenaue Produkte, die Händler treue Kunden – und mit der Zeit weniger Retouren.“ Am häufigsten wird das Modell in der Modebranche wie bei Zalon, Tochter des Internetversenders Zalando, oder bei den Berliner Startups Outfittery und Modomoto eingesetzt. Aber auch der Möbelhandel testet es bereits, wie etwa Roomhero.

Outfittery Kuratiertes Einkaufen ist über den Berliner Männer-Mode-Shop Outfittery möglich. (© 2017 Outfittery)

Bei den Mode-Shops ist die Zielgruppe männlich, vorwiegend zwischen 30 und 50 Jahre alt und wenig stilsicher. Nach einer repräsentativen Studie unter rund 1.600 Internet-Shoppern des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag von Outfittery empfindet ein Drittel der befragten Männer den Kauf von Kleidung oder die Wahl des passenden Outfits als stressig. Fast jeder Vierte findet es zu aufwendig, sich durch die vielen unterschiedlichen Angebote im Netz zu klicken. Der Bedarf nach persönlicher Beratung ist vorhanden: Modomoto zählt bereits 250.000 Kunden, Outfittery rund 400.000 Kunden, die sich unterwegs sogar via WhatsApp beraten lassen können.

Curated Shopping in Kürze

Mit Curated Shopping ist die persönliche Beratung nicht länger dem stationären Handel vorbehalten. Wer die persönliche Beratung nutzen will, füllt bei dem entsprechenden Online-Shop einen Online-Fragekatalog aus, gibt seine Kleidergröße, seinen Stil und sein Budget an, das er für Kleidung ausgeben möchte. Meist ist auch der persönliche Kontakt zu einem Berater per Telefon möglich. Auf der Basis aller Informationen erhält der Kunde ein Paket mit zwei Outfits, die er unverbindlich anprobieren kann. Was nicht gefällt oder nicht passt, schickt er zurück.

Der Knopf im Kleiderschrank

Wie sich persönliche Stilberatung und Bestellknopf kombinieren lassen, testet Modomoto. Dazu haben die Berliner einen Knopf für den Kleiderschrank entwickelt. Wer beim Blick in den Schrank nichts Vernünftiges mehr findet, drückt den Knopf und bestellt eine neue Box mit passenden Outfits. Wie bei Amazon verbindet er sich über das WLAN direkt mit dem eigenen Account und kann über die App gesteuert werden.
„Wir wollen für unsere Kunden das Leben etwas leichter machen“, sagt die Gründerin Corinna Powalla. „Wenn dazu gehört, dass wir Hardware bauen, dann bauen wir eben Hardware.“ Der Modomoto-Button befindet sich derzeit noch in der Testphase mit gut 20 Beta-Usern.

Modomoto Bestellen per Knopf im Kleiderschrank: Das Berliner Startup Modomoto testet dieses Verfahren gerade. (© 2017 Modomoto)

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