Kompetenzmanagement sichert Wettbewerbsfähigkeit

Wissen ist Macht, so lautet eine alte Weisheit. Doch im digitalen Wandel und mit immer leichter verfügbaren Informationen sinkt die Halbwertszeit von Wissen rapide. Wichtiger als Zahlen und Fakten wird zunehmend ein anderes Konzept: die Kompetenz.

Unternehmen können die Kompetenz ihrer Mitarbeiter am effizientesten nutzen, indem sie ihre Kenntnisse erfassen, sammeln und intern transparent machen. Das nennt sich Kompetenzmanagement, ist eine Führungsaufgabe und ein wichtiger Baustein auf dem Weg, die gesteckten Geschäftsziele zu erreichen.

Wissen und Fertigkeiten selbstständig anwenden

Der Begriff der „Kompetenzen“ ist nicht klar definiert. Während die wissenschaftliche Fachliteratur zwischen Kompetenzen und Skills unterscheidet, verwenden Personaler die Begriffe Kompetenzmanagement und Skills-Management synonym. „Skill“ deckt im Sprachgebrauch also mehr ab als die ursprünglich gemeinte „Fertigkeit“, die neben Wissen als Teilbereich von Kompetenz verstanden wurde.

Eine häufig verwendete Definition lautet so: Kompetenz meint die Fähigkeit einer Person, berufsbezogene Aufgaben den theoretischen Anforderungen gemäß selbstständig, eigenverantwortlich und situationsgerecht zu bewältigen.

Das klingt gut. Doch wie lassen sich in der Praxis der HR-Abteilung konkrete Fähigkeiten messen und dokumentieren? Dafür gibt es verschiedene Modelle. Manche Unternehmen passen diese an ihre spezifischen Bedürfnisse an, andere nutzen sogar mehrere Varianten für ihr Skills-Management.

Kompetenzmanagement: So fördern Sie Ihr Team richtig Skills-Management hilft, die richtigen Mitarbeiter an der richtigen Stelle einzusetzen. (© 2017 Shutterstock / Photographee.eu)

Softwarebasiertes Kompetenzmanagement

Die meisten Modelle untersuchen und messen unterschiedliche Kompetenzen mittels einer Matrix. Die Mitarbeiter schätzen ihre Begabungen innerhalb der vorgegebenen Bereiche selbst ein. Zugleich werden sie von ihren Vorgesetzten bewertet.

Ohne spezialisierte Software-Tools ist ein modernes Skills-Management kaum denkbar. Die elektronische Erfassung von Begabungen hat zahlreiche Vorteile:

  • Die Personalabteilung findet über eine Suchabfrage geeignete Mitarbeiter für neue Projekte und Stellen.
  • Defizite in Fachbereichen lassen sich identifizieren und beheben.
  • Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung können festgehalten und nachverfolgt werden.

Datenbasiertes Skills-Management führt im Idealfall dazu, dass die Personalabteilung geeignete Kandidaten für Projekte und Stellen erkennt und vorschlägt. Gerade vor diesem Hintergrund ist es wichtig, den Betriebsrat in die Überlegungen zum Kompetenzmanagement frühzeitig einzubinden. Allein schon, um Konfliktpotenzial früh in den Griff zu bekommen. So kann die Frage, wer Einblick in die betreffenden Unterlagen einzelner Mitarbeiter haben soll, durchaus zu Streitigkeiten führen.

Kompetenzmanagement: So fördern Sie Ihr Team richtig Zielgerichtete interne sowie externe Weiterbildung fördert Talente im Unternehmen passgenau. (© 2017 Shutterstock / fizkes)

Skills-Management in der Anwendung

Kompetenzmanagement ist anspruchsvoll und mit hohem Aufwand verbunden. Doch es lohnt sich: Stellen sind damit besser zu besetzen, Projektteams maßgeschneidert zu rekrutieren. Einzelne Mitarbeiter erhalten individuell zugeschnittene Weiterbildungen und die Personalplanung erfolgt langfristig in Einklang mit den Unternehmenszielen.

Beispiel 1: Bei internen Stellenbesetzungen wird das Anforderungsprofil für die Position mit dem Kompetenzprofil des Bewerbers abgeglichen. Abgestuft nach dem Grad der Passgenauigkeit schlagen die Fachabteilungen Kandidaten vor.

Beispiel 2: Teams für neue Projekte finden sich anhand der fachlichen sowie sozialen Qualifikationen potenzieller Mitglieder. Das verbessert die Erfolgschancen nachhaltig.

Beispiel 3: Ändert sich ein Unternehmensziel, so ändert sich oft auch die personelle Ausrichtung. Mit vorliegenden Kompetenzprofilen lässt sich darauf reagieren. So erkennt die HR-Abteilung schnell, ob interne Kräfte vorhanden sind oder externe geholt werden müssen. Das beugt einem möglichen Fachkräftemangel in der Zukunft vor.

Checkliste: Kompetenzmanagement richtig durchgeführt

  • Sinn und Zweck von Skills-Management festlegen
  • Eine klare Strategie und konkrete Unternehmensziele entwickeln
  • Mitarbeiter und Betriebsrat in den Prozess einbeziehen
  • Modell(e) auswählen und anpassen
  • Geeignetes Tool finden und implementieren