Ein XXL-Werbedisplay auf dem Gelände einer Business-Messe: Tausende Menschen laufen täglich an dem großen Plakat vorbei. Doch die Mehrheit nimmt die bunte Botschaft kaum wahr. Einige werfen einen kurzen Blick darauf, die Inhalte werden aber kaum registriert. Die Chance, potenzielle Kunden auf diesem Wege zu erreichen, steht in keinem Verhältnis zu den Kosten dieser Aktion. Kurz: Die Streuverluste sind enorm.

So viel Aufwand mit so wenig messbarer Wirkung – in der Werbebranche leider nicht unüblich. Dabei gibt es mittlerweile dank Digitalisierung viel bessere Konzepte, Kunden maßgeschneidert anzusprechen. Einen Ansatz bietet zum Beispiel das Berliner Startup Implisense. Die Gründer haben ein selbstlernendes System entwickelt, welches aus vielen Datenquellen bestimmt, welche Kunden sich für bestimmte Produkte, Dienste oder Lösungen interessieren. Und das funktioniert sogar für die Zukunft: Implisense kann mit dem Algorithmus voraussagen, wofür sich Kunden demnächst interessieren werden.

„Damit können Vertriebler in nur einem Drittel der üblichen Bearbeitungszeit bereits zwei Drittel der relevanten Kunden ansprechen“, sagt Andreas Schäfer, Geschäftsführer von Implisense. „Oder anders ausgedrückt: Mit unserer Lösung können wir die Produktivität im Direktvertrieb unserer Kunden verdoppeln.“

Sensibles Thema: Bestandskundendaten

Ein Geschäftsmodell, das gut ankommt: Schließlich würde jedes werbetreibende Unternehmen gern wissen, was bei seinen Kunden gerade gefragt ist oder was sie künftig gern hätten. Kein Wunder also, dass bereits DAX-Unternehmen auf Implisense aufmerksam geworden sind. Damit das System von Implisense Vorhersagen treffen kann, muss es jedoch zunächst jede Menge Daten verarbeiten. So orientiert sich der Algorithmus zum Beispiel an den Bestandskundendaten der Unternehmen, um möglichst präzise Vorschläge für neue Kunden machen zu können.

Big Data Analytics bei Implisense. Big Data Analytics: Implisense findet heraus, welche Unternehmen sich für bestimmte Produkte, Dienste oder Lösungen interessieren könnten – mit der Open Telekom Cloud. (© 2017 Eric Remann Telekom)

 

Eine Herausforderung, denn zum einen sind Bestandskundendaten sensible Informationen, die Unternehmen mit allen Mitteln vor Dritten schützen wollen. Zum anderen müssen Firmen das strenge deutsche Datenschutzgesetz einhalten, wenn sie personenbezogene Daten speichern und verarbeiten. Insbesondere bei der Verarbeitung in der Cloud gehen Unternehmen behutsam vor. Deshalb kommt für viele nur ein deutscher Cloud-Anbieter mit gutem Ruf und zuverlässiger Technik infrage.

Voraussetzung für den Erfolg: Cloud-Wechsel

Für Implisense waren diese Vorbedingungen knifflig, denn zu Beginn nutzten die Berliner die IT-Ressourcen des US-Anbieters Amazon Web Services (AWS). „Um DAX-Konzerne als potenzielle Neukunden von uns zu überzeugen, schien uns ein Anbieterwechsel sinnvoll “, sagt Hannes Korte, einer der Gründer und Chief Technology Officer (CTO) bei Implisense.

Hannes Korte, CTO bei Implisense. Bringt Rechnern Lesen und Verstehen bei: Hannes Korte, CTO bei Implisense, kommt ursprünglich aus der Forschung im Bereich Computerlinguistik. (© 2017 Eric Remann Telekom)

 

Das Startup entschied sich für die Open Telekom Cloud. Das IT-Infrastruktur-Angebot wird in hochgesicherten Rechenzentren in Sachsen-Anhalt betrieben. Und für Implisense bot die OpenStack-basierte Public Cloud der Telekom weitere Vorteile: „Das System war unserem bisherigen sehr ähnlich, was den Wechsel erleichterte – nur eben sicherer und günstiger“, sagt Korte.

„Wir erleben das häufiger, gerade bei Startups“, sagt Maximilian Ahrens, Vice President Cloud Strategy bei der Telekom. „Sie wechseln in eine deutsche Cloud, weil ihre Kunden häufig fragen, wo ihre Daten gespeichert werden und ob sie dort wirklich sicher sind. Wer von Beginn an auf einen deutschen Provider setzt, spart sich später einen aufwendigen Wechsel.“

In kurzer Zeit in der Gewinnzone

Heute nutzt Implisense für die umfassenden Big-Data-Analysen zur Kundenvorhersage Kapazitäten aus den redundanten, zertifizierten Rechenzentren der Telekom, von denen jeweils eins in Biere und eins in Magdeburg steht. Für das Startup hat sich der Wechsel gelohnt: Mehrere Großunternehmen vertrauen heute der Implisense-Lösung und seiner Cloud – nicht zuletzt, weil ein großer Player im Hintergrund Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit garantiert.

„Damit sind wir heute – nur wenige Jahre nach dem Start 2013 – in der für Startups eher ungewöhnlichen Situation, aus eigenen Mitteln bereits in neue Mitarbeiter investieren zu können“, sagt Korte. „Und wir werben jetzt auch offensiv mit der Open Telekom Cloud. Weil die Erfahrung gezeigt hat, dass unser neuer Cloud-Partner die Qualität und die Sicherheit unseres Angebots noch einmal zusätzlich unterstreicht.“