Big Data: Vielfältig einsetzbar

Es ist mittlerweile mehr als ein Buzzword: Jedes dritte Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzt Big Data. Kein Wunder, denn die immensen Datenmengen lassen sich ...

  • im Marketing,
  • im Vertrieb,
  • im Finanzwesen,
  • im Personalwesen,
  • in der Produktion und
  • bei der Kundenanalyse gewinnbringend einsetzen.

Das beweist die Studie "Big Data Use Cases 2015 - Getting real on data monetization". Demnach senkt der Einsatz von Big Data nicht nur Kosten, sondern hat auch eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von acht Prozent zur Folge. Ein weiterer Vorteil: Im Zuge der Datenauswertung versteht etwa jedes zweite Unternehmen die eigenen Kunden besser und kann so mit ihnen leichter in Kontakt treten.

Was motiviert den Kunden zum Kauf eines Produkts? Wie kann ich das Kauferlebnis verbessern? Welche Wünsche haben meine Klienten? Wie kann ich auf die Bedürfnisse des Kunden in der Produktentwicklung noch besser eingehen? In der Vergangenheit konnten die Unternehmer die Antworten auf diese Fragen lediglich erahnen. Dank Big Data gibt es nun Gewissheit. Denn Daten erstellen ein vollständiges Bild des Kunden. Kunden verstehen! Dadurch lassen sich die Motive der Kunden nachvollziehen und das Kaufverhalten prognostizieren.

 

Beispiel 1: Ford

Die Automobilbranche gilt aufgrund Ihrer Innovationen seit jeher als inspirierendes Vorbild für den Mittelstand. So auch in diesem Fall: Neue Technologien sorgen dafür, dass Kunden und Hersteller in einem ständigen Austausch stehen. Egal ob beim Beschleunigen, Bremsen oder Parken – Ford will mit seinem Elektro-Focus die Daten der Kunden während der Fahrt sammeln. Dies hilft ...

  • den Ingenieuren. Sie sehen wo und wie häufig die Nutzer den Akku aufladen, und entscheiden so, an welchen Standorten die Ladestationen gebaut werden.
  • den Versicherungen. Sie berechnen beispielsweise anhand des Fahrverhaltens die Kosten der Unfallversicherung.
  • den Kunden. Ihnen wird in Echtzeit angezeigt, wie Sie am besten einen Stau umfahren oder wo es in der Nähe noch freie Parkplätze gibt.

Beispiel 2: King Arthur Flour

Das US-Lebensmittelsunternehmen King Arthur Flour hat sich auf den Verkauf von Mehl, Backzutaten und Kochrezepten spezialisiert. Um seine Kunden besser zu erreichen, haben die Amerikaner ihr E-Mail-Marketing auf Vordermann gebracht – mit Big-Data-Analysen. Dafür passte King Arthur Flour die Kundenmails an die Ausstiegsraten im Online-Shop sowie an die Kaufhistorie der Klienten an. Das Ziel: Die Präferenzen der Konsumenten zu verstehen und den Inhalt entsprechend abzustimmen. So wurden die E-Mail-Listen spezifischer und die Nachrichten häufiger abgeschickt. Mit Erfolg, denn die Zahl der Abonnenten stieg um 20 Prozent.

Außerdem verknüpfte die Firma ihre E-Mails mit Umfragen, wie "An welchen Feiertagen backen Sie am liebsten?" Daraufhin lernte das Unternehmen seine Kunden noch besser kennen und schickte ihnen personalisierte Backrezepte für Halloween oder Weihnachten. Diese Art von Kundenanalyse brachte King Arthur Flour bares Geld ein: Die Kapitalrendite stieg um sagenhafte 150 Prozent, wie Halley Silver, Marketingleiter des Unternehmens, im Gespräch mit IBM verriet.

Kundenanalyse: So klappt es auch in Ihrem KMU

Die konkrete Ausarbeitung der Big-Data-Konzepte unterscheidet sich natürlich je nach Unternehmen und Branche. Nichtsdestotrotz hat der Software-Konzern IBM drei allgemeingültige Tipps für die Kundenanalyse zusammengefasst:

  • Entwickeln Sie eine Strategie. Die Analyse der Kundenbedürfnisse sollte im Mittelpunkt stehen. Nur so können Sie den Service für die Klienten verbessern. Implementieren Sie die Strategie anschließend nicht nur in die IT-Infrastruktur, sondern auch in die Managementebene.
  • Wenden Sie Big Data in einem konkreten Fall an. Zunächst reicht ein Pilotprojekt – läuft die Testphase erfolgreich ab, dann können Sie das Vorhaben auch größer aufziehen.
  • Nutzen Sie bestehende Daten. Um schnell und kostengünstig durchzustarten, lohnt es sich, auf vorhandene Datensätze zurückzugreifen. Gleichzeitig sollten Sie neue Datenquellen systematisch erschließen. Am besten mit den richtigen Technologien und Advanced Analytic Tools.
  • Sammeln Sie Expertise. Erweitern Sie Ihr Wissen bezüglich Big Data und setzen Sie die Datenschätze auch in anderen Geschäftsfeldern gewinnbringend ein. Wägen Sie ab, ob die Mitarbeiter in Weiterbildungen entsprechende Fertigkeiten erwerben müssen oder ob sie neue qualifizierte Mitarbeiter ins Boot holen.

 

 

Wie vielfältig sich Big Data in der Wirtschaft anwenden lässt und wie die Datenanalysen mittelständische Betriebe nach vorne bringen, erklären ...

    • Pierre Lukas, von Consist Software Solutions,
    • Michael Müller-Wünsch, CEO Lekkerland,
    • Philipp Erler, CEO Zalando und
    • Marika Lulay, COO GFT im mDM-Video:

 

Weiterführende Links:

  • Weitere Big-Data-Erfolgsmodelle in der Kundenanalyse stellt der Software-Riese IBM vor.
  • Wie Recruiter mit Big Data die passenden Mitarbeiter finden, lesen Sie auf mittelstand DIE MACHER.