Voraussetzungen für eine Abmahnung

Unabhängig davon, welche Abmahnungsgründe im Einzelfall vorliegen, müssen nach Sie der Rechtsprechung drei Voraussetzungen erfüllen, um einen Angestellten abmahnen zu dürfen:

  • Dokumentieren Sie den Vertragsverstoß genau, das heißt: Notieren Sie das Datum und die Uhrzeit des Fehlverhaltens. Wenn Sie beispielsweise lediglich auf "oftmaliges Zuspätkommen" hinweisen, handelt es sich dabei um keine rechtsgültige Abmahnung.
  • Eine Abmahnung ist nur dann gültig, wenn Sie Ihren Mitarbeiter wegen seines Verhaltens deutlich rügen und ihn dazu auffordern, dieses künftig zu unterlassen.
  • Weisen Sie außerdem ausdrücklich darauf hin, dass ein erneuter Vertragsverstoß eine Kündigung zur Folge haben kann.

Abmahnung wegen Beleidigung

Sei es der Stinkefinger oder eine diffamierende Äußerung – wer Kollegen, Vorgesetzte, Kunden oder den Chef beleidigt, gibt hinreichenden Grund für eine Abmahnung. Ab wann eine Geste oder ein bestimmter Kraftausdruck als Beleidigung deklariert werden, ist jedoch abhängig von den Umständen. Wenn beispielsweise im Betrieb ein rauer Ton zur Normalität gehört, liegt nicht gleich bei jeder abfälligen Bemerkung ein Vertragsverstoß vor.

Alkohol am Arbeitsplatz

Ein kühles Blondes am Arbeitsplatz genießen? Keine so gute Idee. Grundsätzlich sind alkoholische Getränke während der Arbeitszeit zwar nicht verboten, doch können Sie den Genuss aufgrund Ihrer Weisungsbefugnis unterbinden. Der Bann kann sich auch auf die Arbeitspausen erstrecken. Verstößt ein Mitarbeiter gegen die entsprechende Regel, können Sie ihn abmahnen, da von einer schlechteren Arbeitsleistung auszugehen ist. Doch Vorsicht: Im Falle einer Alkoholkrankheit dürfen Sie nicht gegen ihn vorgehen. Mehr zum Thema Drogen am Arbeitsplatz erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Weitere Abmahnungsgründe: Verstöße gegen die Arbeitszeitvorgaben

Als Abmahnungsgründe kommen auch Verstöße gegen die Arbeitszeitvorgaben infrage. Erscheint ein Mitarbeiter häufig zu spät, überzieht er die Pausen oder hält sich nicht an die vertraglich festgelegte Arbeitsdauer, sind Sie berechtigt, ihn abzumahnen. Zur Erinnerung: Schreiben Sie die genauen Regelverstöße auf, damit die Abmahnung rechtsgültig ist.

Straftaten als Abmahnungsgründe

Stehlen, betrügen, schlagen – wenn ein Mitarbeiter sich strafbar macht, ist das Grund genug, ihn abzumahnen. In besonders schwerwiegenden Fällen, können Sie einen Angestellten sogar fristlos kündigen – beispielsweise wenn er eine gravierende Körperverletzung begangen hat.

Abmahnung wegen verspäteter Krankmeldung

Grundsätzlich ist eine Abmahnung wegen Krankheit nicht möglich. Fehlt Ihr Mitarbeiter allerdings ohne sich unverzüglich bei der Arbeit krankzumelden, so begeht er einen Vertragsverstoß, und Sie dürfen ihn abmahnen.

Weiterführende Links:

  • Welche Abmahnungsgründe außerdem bestehen, können Sie folgender Liste entnehmen.
  • Abmahnungsgründe liegen auch bei Verstößen gegen die Arbeitszeitvorgaben vor – dazu zählt auch die Arbeitspause. Wie Sie diese betrieblich regeln, verrät Ihnen DM.
  • Dürfen Sie Rauchen am Arbeitsplatz abmahnen? Hier erfahren Sie es.