Ihr Standort, bitte!

Location Based Services – manchmal kurz LBS genannt – sind standortbezogene mobile Dienste, meistens Apps. Sie stellen einem Smartphone-Nutzer Informationen oder Funktionen zur Verfügung, und zwar abhängig davon, wo sich der Nutzer gerade aufhält.

Vermutlich hat jeder von Ihnen schon einmal standortbezogene Dienste genutzt. Sie befinden sich auf Reisen und suchen über die App der Deutschen Bahn die nächste Verbindung heraus. Dazu muss der Anbieter ihren aktuellen Standort kennen. Meist geschieht dies über GPS, Mobilfunkzellen, WLAN oder eine Kombination daraus.

Beim genannten Beispiel sind Sie als Nutzer selbst aktiv und fordern die gewünschten Informationen an. Man spricht bei dieser Art von Nutzung auch von reaktiven Diensten, da der Service auf Ihre Anfrage reagiert. Eine andere Bezeichnung lautet Pull-Dienst, da Sie im übertragenen Sinn „ziehen“ müssen, um an die Informationen zu gelangen.

Für Unternehmen ist im Online-Marketing jedoch vor allem die andere Variante von Location Based Services interessant. Dabei handelt es sich um proaktive Dienste, auch Push-Dienste genannt. Sobald sich ein Kunde in einem bestimmten Bereich befindet, etwa in der Nähe einer Filiale, bekommt er auf seinem Smartphone ein passendes Angebot angezeigt. Diesen Bereich können Sie als Unternehmen selbst festlegen – man spricht hier auch von Geofencing.

Marketing in Kombination mit standortbezogenen Diensten, also Location Based Marketing, birgt großes Potenzial insbesondere für den stationären Handel. Dieser kann dank Location Based Services die Möglichkeiten der Digitalisierung geschickt für sich nutzen. Noch spannender wird es durch den Einsatz von Big Data. Je gezielter der Kunde angesprochen wird, umso höher die Kaufwahrscheinlichkeit.

Location Based Services: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die Anwendungsmöglichkeiten der standortbezogenen Dienste sind schon heute äußerst vielfältig. Location Based Marketing ist keine Zukunftsmusik, sondern wird bereits jetzt intensiv betrieben. Standortbezogene mobile Dienste sind im Alltag der Menschen tief verankert:

  • Finden von Verbindungen für öffentliche Verkehrsmittel (auch Taxis)
  • Navigation für Auto- und Fahrradfahren, aber auch für Fußwege
  • Standortbestimmung von Fahrzeug, Koffer oder Smartphone
  • Finden von Restaurants, Kinos, Sehenswürdigkeiten, Geldautomaten etc.
  • Games wie Pokémon Go, auch im Zusammenspiel mit Augmented Reality

Den Einsatzmöglichkeiten von Location Based Services sind kaum Grenzen gesetzt. Denn immer, wenn Menschen unterwegs sind, benötigen sie Informationen oder nehmen Dienste in Anspruch, die ihren Alltag erleichtern.

Location Based Marketing

Standortbezogene Dienste für Marketing zu verwenden, bietet sich vor allem für Unternehmen an, die auch Filialen besitzen. Gleiches gilt für Gastronomen und Händler, die nur über ein einziges Ladenlokal verfügen. Location Based Marketing kann dem stationären Handel helfen, bestehende Kunden an sich zu binden und neue zu gewinnen.

Bekannte Marken haben im Location Based Marketing einen großen Vorteil. Große Kaffee- oder Bäckereiketten profitieren neben entsprechenden Unternehmensstrukturen auch vom Vertrauen des Kunden. Einzelhändler mit nur einem Geschäft tun sich schwerer und müssten potenzielle Kunden erst einmal zum Download einer App bewegen.

Für den stationären Handel lohnt sich deshalb die Zusammenarbeit der Händler vor Ort. Idealerweise können Unternehmer dabei auf bereits bestehende Strukturen, etwa einen Stadtmarketingverein, zurückgreifen. Als Paradebeispiel dient der Zusammenschluss der Londoner Einkaufsstraße Regent Street. Alle 120 Läden und Restaurants sind Teil einer gemeinsamen App.

Da Location Based Services vor allem von Menschen auf Reisen genutzt werden, bietet sich auch die Zusammenarbeit mit dem lokalen Tourismusverband an. Hier können verschiedene Anbieter wie Bekleidungsgeschäfte, Gastronomen oder Museen die Nutzer gezielt ansprechen.

Fashionanbieter können den Standort des Nutzers zusammen mit weiteren Daten, etwa Wetterinformationen, nutzen und so passende Angebote machen. Restaurants und Bars können Coupons vergeben oder auf eine Happy Hour hinweisen. Museen können auf bestimmte Ausstellungen aufmerksam machen und dabei auf Interessensangaben der Nutzer zurückgreifen.

Je besser die Unternehmen über ihre Kunden Bescheid wissen, umso zielgerechter ist auch Location Based Marketing. Dabei sind aber unbedingt die Datenschutzvorgaben zu beachten und entsprechende Einwilligungen der Nutzer vorab einzuholen. Bei Push-Nachrichten ist weniger oft mehr. User fühlen sich schnell genervt von zu viel Werbung. Sofern standortbezogene Dienste aber einen echten Mehrwert bieten, ist die Akzeptanz seitens der Nutzer sehr hoch.

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