Marketing-Mix 4P: Die vier Grundsteine

Wer neue Produkte oder Dienstleistungen einführt, braucht einen Plan. Denn sonst gehen die eigenen Neuheiten im Überangebot der Globalisierung unter. Um genau das zu verhindern, haben Marketingstrategen über Jahre auf die 4Ps vertraut: Product, Price, Place und Promotion. Doch sind diese Kriterien in Zeiten der Digitalisierung überhaupt noch zeitgemäß? Und was bedeuten diese Schlagworte genau?

1. Product (Produktpolitik)

Das wichtigste der 4P ist das Produkt. Damit steht und fällt Ihr gesamter Marketing-Mix. In erster Linie sollte Ihr Erzeugnis einen eindeutigen Nutzen haben. Beispiel Red Bull: Der Energydrink "verleiht Flügel" und belebt den Geist. Dadurch hebt sich Power-Brause klar von herkömmlichen Getränken ab.

Das allein reicht aber nicht aus. Ihr Produkt ist auf dem Markt erst attraktiv, wenn Verpackung und Design passen. Stimmen Sie diese am besten auf die Präferenzen Ihrer Zielgruppe ab.

2. Price (Preispolitik)

Den richtigen Preis für das eigene Produkt zu finden, ist schwierig. Unternehmer müssen nämlich nicht nur die Kosten abdecken, sondern den Tarif an die Unternehmensstrategie anpassen. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob Sie im eher stabilen Premiumsegment oder in einem hart umkämpften Billigsektor aktiv sind. Besonders im letztgenannten Fall müssen Sie die Preise der Konkurrenz im Auge behalten.

Vorsicht: Unterbieten Sie bei Produkteinführungen die Wettbewerber nicht mit unhaltbaren Dumpingpreisen. Müssen Sie Ihre Ware später deutlich verteuern, machen das viele Kunden nicht mit.

3. Place (Vertriebspolitik)

Das dritte der 4P dreht sich um die Frage, wo der Kunde das Produkt kauft. Sie sind Ladenbesitzer? Gut, denn im Direktverkauf sind Sie näher an den Klienten dran und sparen sich obendrein den Zwischenhandel. Beim indirekten Vertrieb vermarkten hingegen Partner Ihre Produkte. Diese verfügen bereits über ein bestehendes Vertriebsnetz. Achten Sie nicht nur auf den Distributionsgrad Ihres Vertriebspartners, sondern auch auf dessen Reputation. Denn Ihr Geschäftspartner steht im direkten Kundenkontakt.

Last, but not least stellt sich die Frage, ob Online- oder Offline-Handel die richtige Wahl ist. Im Optimalfall lautet die Antwort: Nutzen Sie beides! Alles Weitere dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Multi-Channel-Retailing: Rückenwind für den Offline-Handel.

4. Promotion (Kommunikationspolitik)

Eigentlich trivial im Marketing-Mix 4P: Wenn niemand Ihr Produkt kennt, wird es auch niemand kaufen. Mit anderen Worten, Promotion macht Ihr Produkt publik und vor allem attraktiv.

Eine Herausforderung dabei ist die Ermittlung der Zielgruppe. Marketingstrategen müssen aber auch die passenden Kommunikationswege auswählen. Printmedien, TV-Werbung, Social Media, Radio-Spots, Internet-Anzeigen, Content Marketing – Entscheidern steht ein wahres Füllhorn an Kanälen zur Verfügung. Welches die Richtigen sind, hängt natürlich von Ihrem Budget und Ihrem Klientel ab.

Marketing-Mix: Von 4P zu 7P

Die 4P decken lediglich die relevanten Marketingaspekte fürs produzierende Gewerbe ab, aber nicht für den Dienstleistungssektor. Dort steht der Servicegedanke noch stärker im Fokus. Ihre Kunden wollen nicht bloß ein Produkt kaufen, Sie müssen sie umgarnen, informieren, ernst nehmen sowie unterhalten. Und vor allem müssen Sie Ihre Abnehmer zufriedenstellen.

Es genügt also nicht, Produkte bloß an den Mann oder die Frau zu bringen. Marketingstrategen stehen vor der Herausforderung, Kunden mit einer überzeugenden Customer Experience dauerhaft ans Unternehmen zu binden. Die erst genannten 4P können das nicht leisten, deshalb haben die Forscher Booms und Bitner den Marketing-Mix in den 1980er Jahren auf 7P ausgebaut. Mittlerweile ist noch ein Faktor beim 7P-Upgrade entscheidend: Die Digitalisierung, wie in den nächsten Abschnitten klar wird ...

5. People (Personalpolitik)

Ein Unternehmen ist nur so gut, wie seine Mitarbeiter – diese alte Binsenweisheit ist immer noch zutreffend. Ein kluges Recruiting von Fachkräften ist für Unternehmen daher unverzichtbar.

In diesem Zusammenhang wird ein Thema für Entscheider immer wichtiger: Mobile Recruiting. Da Bewerber immer häufiger übers Smartphone auf Jobsuche gehen, sollte Ihre Karriereseite auf jeden Fall für mobile Endgeräte optimiert sein. Nur so sind die Textelemente auf dem Smartphone und Tablet auch gut lesbar.

Das Rekrutieren von qualifizierten Kandidaten ist nur ein Teilaspekt der Personalpolitik. Ein durchdachtes Retention Management gehört ebenfalls dazu: Dabei binden Sie Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen, und zwar mit Maßnahmen wie Zusatzleistungen, einer fairen Bezahlung sowie flexiblen Arbeitszeiten.

6. Process (Prozessoptimierung)

Gerade die Digitalisierung gestaltet viele Kundenprozesse einfacher und schneller. Social Software macht Kettenmails überflüssig und beschleunigt die Kommunikation. Live-Chats lösen die Kundenprobleme in Echtzeit und Big Data ermittelt die Wünsche Ihrer Klienten sehr detailliert. Für Unternehmen besteht die Herausforderung, mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten. Gelingt dies, wird der Kundenservice deutlich einfacher und besser.

7. Physical facilities (Ausstattungspolitik)

Der letzte Punkt im Marketing-Mix 7P betrifft das Umfeld des Unternehmens. Kunden erwarten zum Beispiel ein Einkaufserlebnis. Dazu gehören eine professionelle Kundenlounge, freies WLAN oder ausreichend Kundenparkplätze. Der Gedanke dahinter: Ein angenehmes Ambiente verstärkt die Konsumfreude des Verbrauchers.

Weiterführende Links: 

  • Marketing-Mix 4P oder 7P? Auch das Portal "Für Gründer" hat sich mit dem Thema beschäftigt.
  • Digitaler Tante-Emma-Laden: So funktioniert Wachstum auf zwei Gleisen.