Einkaufen mit dem Tablet oder Smartphone ist längst Alltag

Mobile Commerce – was ist das eigentlich? Darunter sind alle Arten von E-Commerce, also des elektronischen Handels zu verstehen, bei dem die Kommunikation drahtlos abläuft und mobile Endgeräte zum Einsatz kommen.

Ein Beispiel: Sie schauen abends fern und surfen gleichzeitig mit Ihrem Smartphone bei eBay. Sie entdecken ein Produkt, das Sie schon lange suchen und bestellen es noch vom Sofa aus direkt über die eBay-App. Bequemer geht es nicht. Das haben auch Ihre Kunden längst erkannt.

Während diese früher am PC saßen, mit dem Browser ins Internet gingen und schließlich im Online-Shop einkauften, so nehmen sie heute das Tablet oder Smartphone dafür in die Hand. Der stationäre E-Commerce nimmt laut der amerikanischen Website Coupofy.com derzeit jährlich um rund 13 Prozent zu. Das ist gut, doch kein Vergleich zum Umsatzwachstum im Mobile Commerce, das zwischen 2013 und 2016 im Schnitt etwa 42 Prozent pro Jahr betragen soll.

M-Commerce: Umsatz in Deutschland rund 15 Milliarden Euro

In manchen Ländern wie den USA oder China ist das Shoppen per App bereits beliebter als der Weg über den Browser. Am stärksten expandiert der mobile Handel derzeit allerdings in den skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden. In Deutschland sollen damit im Jahr 2015 laut deals.com 14,6 Milliarden Euro umgesetzt werden.

Fassen wir die Zahlen von deals.com für Deutschland kurz zusammen:

  • Umsatzerlöse im B2C-E-Commerce 2014: 35,7 Milliarden Euro
  • Umsatzwachstum im B2C-E-Commerce 2014: 25 Prozent
  • Umsatzerlöse im B2C-M-Commerce 2014: 7,2 Milliarden Euro
  • Umsatzwachstum im B2C-M-Commerce 2014: 131 Prozent

Die Zahlen zeigen, dass der Mobile Commerce-Bereich für große wie kleine Unternehmen immer wichtiger wird. Warum? Weil der Kunde immer den einfachsten, bequemsten und sichersten Weg geht, und den bieten heutzutage eben Tablet und Smartphone.

Den Kunden dort abholen, wo er auf Sie wartet

Für Sie als Entscheider bedeutet dass nichts anderes, als dort hinzugehen, wo der Kunde gerade ist. Wichtig zu verstehen ist, dass die Verbraucher Sie auch dort erwarten. Wenn Sie keinen Online-Shop haben, der auf mobilen Endgeräten einfach zu nutzen ist und – was viel besser ist – auch keine simpel zu bedienende App, dann verlieren Sie Umsatz, weil Ihre Klientel zur Konkurrenz abwandert.

Vielleicht werden Sie einwenden, Ihr Online-Shop sei bereits im Responsive Design gebaut. Schön und gut. Nur ist Fakt, dass kaum jemand einen Browser auf seinem mobilen Endgeräten nutzt, wie kürzlich das amerikanische Marktforschungshaus Flurry herausgefunden hat. Wenn Sie dem Kunden ein schönes und bequemes Einkaufserlebnis bieten wollen: Machen Sie eine App – oder besser mehrere.

Erstellen Sie eine App fürs Tablet und eine fürs Smartphone, denn die Geräte haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Auch die durchschnittliche Warenkorbhöhe unterscheidet sich laut Statista: 44 Euro sind es auf dem Smartphone, 74 Euro auf dem Tablet.

Idealerweise haben Ihre gerätespezifischen Apps auch eine integrierte Bezahlmöglichkeit, denn nichts ist für Sie ärgerlicher als potenzielle Kunden, die den Kaufvorgang abbrechen, weil sie nicht finden, wonach sie suchen. Und das ist:

  • eine bequeme Bezahlmöglichkeit
  • eine schnelle Bezahlmöglichkeit
  • eine einfache Bezahlmöglichkeit

Was haben Sie von Mobile Commerce?

Mobile Commerce bringt aber nicht nur Pluspunkte für den Konsumtenten, der möglichst einfach, schnell und ohne viel Aufwand ein Produkt ordern oder vielleicht auch nur stöbern möchte. Auch für Sie als mittelständischer Händler liegen die Marketing-Vorteile auf der Hand:

  • Sie ermöglichen zeit- und ortsunabhängiges Einkaufen.
  • Sie bieten bequemes und entspanntes Shoppen.
  • Im besten Fall präsentieren Sie Ihre Produkte auf vielfältige Weise, indem Sie beispielsweise Augmented-Reality-Animationen oder Videos in die App einbinden.
  • Sie binden Ihren Kunden stärker an sich, denn die Interaktion findet mit dem persönlichsten Gerät statt: dem Smartphone
  • Sie erreichen Nutzer, die gar keinen Laptop oder stationären PC mehr haben, in der Regel also jüngere Konsumenten

Kurzum: Mit Mobile Commerce können Sie neue Abnehmer gewinnen und bisherige stärker an sich binden. Falls Sie bis dato nur einen für Desktop-PCs und Laptops optimierten Online-Shop haben, wird es höchste Zeit, ihren Kunden Einkaufsmöglichkeiten zu geben, die an ihr mobiles Endgerät angepasst sind.

Dieser Weg ist einerseits der schwierigste, gleichzeitig aber auch der lohnendste. So bewältigen Sie ihn:

  • Sie erstellen ein zusätzliches Layout für die mobile Variante.
  • Sie überarbeiten das bestehende Layout so, dass es sowohl am PC als auch am Smartphone oder Tablet ausgegeben werden kann (Stichwort „Responsive Design“).
  • Sie bauen gerätespezifische Apps, jeweils für Smartphone und Tablet.

Mobile Commerce ist mehr als nur ein umgestalteter Shop

Die ersten beiden Punkte mögen den geringsten Aufwand versprechen, sind aber nicht besonders innovativ. Sie erinnern sich: Menschen nutzen am Smartphone und Tablet Apps, den Browser lassen sie meist links liegen.

Eine  individuelle App-Lösung  für jede Mobile-Device-Gattung zu programmieren, mag zunächst nach Zu-viel-des-Guten klingen. Aber Sie sollten bedenken, wie schnell der Markt wächst und wie stark mobile Endgeräte unseren Alltag begleiten.

In der App-Lösung lauert aber auch eine große Gefahr: Wenn Sie es nicht schaffen, Mehrwert gegenüber der Website zu generieren, kann das die Kunden enttäuschen. Deshalb aber nichts zu unternehmen und den Mobile Commerce-Markt anderen zu überlassen, wäre für Ihre Abnehmer genauso unbefriedigend. Nutzen Sie also die Chance und holen Sie den Kunden dort ab, wo er Sie gerne treffen möchte.

Weiterführende Links:

  • Was Onlinehändler über M-Commerce wissen müssen, erklärt t3n.
  • Mobile Commerce boomt, zeigt eine Studie und eine Infografik von deals.com und dem Centre for Retail Research.