Das Buhlen um Bewerber auf mobilen Endgeräten hat begonnen

In der Unternehmenswelt scheint sich derzeit ein Wandel zu vollziehen. Während es vor nicht allzu langer Zeit noch üblich war, sich von den Bewerbern hofieren zu lassen, umgarnen große Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder die Otto Group auf mobil optimierten Karriereseiten heute ihre potentiellen Mitarbeiter. Die normalen Homepage-Seiten passen sich automatisch der Bildschirmgröße von mobilen Endgeräten an.

Aktuelle Statistiken sprechen für das so genannte Mobile Recruiting. Das Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München und die Jobbörse Absolventa fanden in ihrer Studie Wie bewirbt man sich heute? heraus, dass...

  • 43 Prozent der befragten Studenten, Absolventen und Young Professionals bereits das Smartphone nutzen, um sich auf Stellensuche zu begeben,
  • weitere 20 Prozent der Befragten das Tablet nutzen, um den Jobmarkt zu durchforsten und
  • 85 Prozent der Befragten sich dabei mobil-optimierte Unternehmensinformationen wünschen.

Für mobile Endgeräte optimierte Karriereseiten sind in der deutschen Unternehmenslandschaft jedoch rar gesät. Die Mobile Recruiting Studie 2014 der Digitalagentur Wollmilchsau ergab:

  • Nur etwa 22 Prozent der untersuchten Unternehmen verfügten über eine für mobile Endgeräte optimierte Karriereseite.

Das ist zwar eine Verbesserung im Gegensatz zum Jahr 2013 – da gab es gerade mal 7 Prozent für das Mobile Recruiting optimierte Karriereseiten - jedoch scheinen viele Unternehmen noch immer nicht die Dringlichkeit verstanden zu haben, Karriereseiten responsiv bzw. für mobile Endgeräte optimiert zu gestalten.

Wie Sie Ihre Karriereseite responsiv gestalten

Was für die normale Unternehmens-Webseite noch als selbstverständlich gilt, ist für mobile Endgeräte alles andere als gang und gäbe. Zahlreiche, nicht responsiv angelegte mobile Karriereseiten zeigen dem Nutzer eine kaum lesbare, verkleinerte Version der Desktop-Ansicht oder eine Aufforderung, sich Scripte (zur besseren Lesbarkeit) zu installieren oder gar eine Fehlerseite. So verlieren Unternehmen potentielle Bewerber.

Wollen Sie den Karrierebereich Ihrer Internetpräsenz responsiv und für mobile Endgeräte optimiert gestalten? Dann sollten Sie laut dem Karriereportal "karrierebibel.de" Folgendes beachten:

  • Lassen Sie die Finger von Flash-Elementen
  • Halten Sie das Design der Seite schlicht
  • Achten Sie auf eine gute Lesbarkeit
  • Testen Sie Design und Lesbarkeit stets auf verschiedenen Smartphones und Tablets

Welche Software-Lösungen sich für das E-Recruiting eignen, haben wir für Sie in diesem Video zusammengefasst:

Best practice: Das Mobile Recruiting der Deutschen Bahn

"Ohne mobil-optimierte Karriereseite sind Unternehmen heute einfach schlicht nicht mehr 'up to date'" so Uwe Baierl, Teamleiter im Online Personalmarketing der Deutschen Bahn im Interview mit mDM. Die Deutsche Bahn gilt im Bereich des Mobile Recruiting als vorbildlich. Auf der DB-Karriereseite gibt es neben einem ...

  • generellen Überblick über die DB als Arbeitgeber
  • und vertiefenden Informationen zur jeweiligen Stellenausschreibung auch
  • die Möglichkeit der mobilen Interessentenbekundung.

Die mobile Interessentenbekundung ist jedoch nicht mit der mobilen Bewerbung zu verwechseln. Bewerber können sich das entdeckte Jobangebot hierbei nur selbst per E-Mail zusenden und sich dann später von zuhause aus bewerben. Für mobile Endgeräte ist das Bewerbungsverfahren selbst allerdings nicht optimiert.

Best practice: Das Mobile Recruiting der Ottogroup

Bei der Ottogroup gibt es andere Optionen. Hier besteht für eine größere Anzahl von Jobs die Möglichkeit der mobilen Bewerbung. Höher qualifizierte Interessenten, die ein Stellenangebot auf der Karriereseite der Ottogroup entdecken, können sich über mobile Endgeräte mit wenigen Klicks bzw. ganz einfach mit den Daten ihres Xing-Profils auf die Stelle bewerben.

Umfragen bestätigen die positive Wirkung der Funktion der mobilen Bewerbung: Laut einer aktuellen Indeed Studie zur mobilen Jobsuche in Deutschland 2014 würden sich...

  • 55 Prozent mehr der mobil Jobsuchenden in Deutschland auf eine Stelle bewerben

... wenn der Arbeitgeber eine mobile Bewerbung genauso akzeptieren würde, wie andere Bewerbungswege. Unternehmen sind folglich gut beraten, den Bewerbungsprozess auch für mobile Endgeräte zu optimieren.

Umfassende Informationen sind auf Karriereseiten besonders wichtig

"Die mobile Bewerbung ist nur ein kleiner Teil, welcher bisher nur Bewerbern in sehr spezialisierten Bereichen zur Verfügung steht" erklärt Baierl die Entscheidung der DB gegen eine umfassendere Funktion der mobilen Bewerbung.

"Der Fokus unseres Karriereportals liegt auf dem Thema Information. Potentielle Bewerber sollten hier die Auskünfte finden, die sie suchen. Generell ist das Thema Bewerbung auch nichts, was sich mal eben zwischen zwei Stationen in der S-Bahn erledigen lässt", meint Baierl.

Potentielle Bewerber mit Videos fürs Unternehmen begeistern

Während die mobile Bewerbung auf der Karriereseite der DB nur eigeschränkt verfügbar ist, zeigen sich die hier zur Verfügung gestellten Informationen dafür umso umfassender. Der Bewerber findet neben Texten beispielsweise auch informative Videos.

Wenn auch Sie Videos auf Ihrer Karriereseite zur Verfügung stellen wollen, sollten Sie der Seite karrierebibel.de nach dabei auf Folgendes achten:

  • Videos sollten idealerweise nicht länger als fünf Minuten und
  • in verschiedenen Auflösungen verfügbar sein, um auch mobile Internetverbindungen bedienen zu können.

Ganz egal, ob Sie sich für eine Karriereseite mit oder ohne die Funktion der Online Bewerbung entscheiden. Es lohnt sich definitiv, in eine mobil-optimierte Karriereseite bzw. ins Mobile Recruiting zu investieren. Hier können Sie potentielle Bewerber über Ihr Unternehmen informieren und für dieses begeistern. Das ist auch nötig, denn der sich vollziehende Wandel in der Unternehmenswelt hat seine Gründe: die Einwohnerzahl in Deutschland sinkt mit jedem Jahr.

Entsprechend wandelt sich der Arbeitsmarkt mehr und mehr zu einem Bewerbermarkt und das Buhlen um die qualifiziertesten Kräfte ist längst in vollem Gange. Mehr als 30 Millionen mobile Webnutzer (über 10 Jahre) gibt es derzeit laut der aktuellen Studie der Digitalagentur Wollmilchsau – und diese Zahl steigt stetig. Eigentlich logisch, dass mobile Endgeräte beim Anwerben potentieller Mitarbeiter keinesfalls mehr außer Acht gelassen werden sollten.

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