Sieht so ein Revolutionär aus? Nein, hinter seiner Brille wirkt Felix Ahlers, der Vorstandschef von Frosta, besonnen, eher bodenständig. Trotzdem hat er seine Branche mit einer einzigen Idee umgekrempelt. „Wenn man von außen kommt“, sagt er, „ist es einfacher, Dinge infrage zu stellen.“ Der Spross der Gründerfamilie hat 2003 gerade eine Kochlehre hinter sich, als er die Gepflogenheiten der Tiefkühlbranche anzweifelt: „Kann man unsere industriellen Tiefkühlgerichte genauso schmackhaft zubereiten wie in der Gastronomie?“, fragt er.

Eine einfache Frage, die vieles ins Wanken bringt. Denn bis dahin ging es den großen Herstellern um Haltbarkeit, Aussehen und vor allem günstige Zubereitung. Heerscharen von Lebensmittelchemikern schufen Gemüsepfannen, Paella oder Hähnchengeschnetzeltes mit reichlich Geschmacksverstärkern, Aroma- und Farbstoffen. „Es war einfach so“, sagt Ahlers.

Man muss bereit sein, neue Wege zu gehen.

Felix Ahlers

Vorstandschef bei Frosta AG

"Wenn man von einer Sache überzeugt ist, dann muss auch schwierige Zeiten durchhalten."

„Warum aber nicht auf alles Künstliche verzichten?“, fragt er. Er will Gerichte mit einem Reinheitsgebot anbieten. Die Umstellung dauert rund zwei Jahre und verschlingt viel Geld. Die Entwickler streichen rund 60 Hilfsstoffe heraus und tauschen 200 Zutaten aus. Das Ergebnis ist jedoch anfangs ein finanzieller Rückschlag, in den ersten Monaten geht der Umsatz stark zurück. Durch die Umstellung werden die traditionellen Gerichte teurer, die Kunden kaufen entsprechend weniger.

Motor Mittelstand – Frosta AG Felix Ahlers, Spross der Gründerfamilie von Frosta, zweifelt 2003 nachdem er gerade eine Kochlehre absolviert hatte, die Gepflogenheiten der Tiefkühlbranche an. (© 2015 Werner Amann)

 

Doch der junge Vorstandschef gibt nicht auf: „Wenn man von einer Sache überzeugt ist, muss man auch schwierige Zeiten durchhalten“, sagt er. Dem Umsatzschwund begegnet er mit Transparenz über die Produktherstellung und startet einen Firmenblog. Eine gute Idee, immer mehr Verbraucher wollen wissen, was sie essen und woher die Produkte kommen. Ahlers setzt immer mehr auf Nachhaltigkeit, führt auf den Packungen auf, wie viel CO2 die Produkte verursachen und woher sie stammen. „Viele Veränderungen fangen klein an“, sagt Ahlers. „Man muss aber immer bereit sein, neue Wege zu gehen.“