Warum Multitasking nicht funktioniert

Geschäftige Manager kennen es: Da will man gerade die Präsentation für morgen fertigstellen, schon klingelt das Handy, im Postfach trudeln fünf neue Kunden-Mails ein und zu allem Überfluss stürmt auch noch die Sekretärin mit einer "überaus dringenden Anfrage" ins Büro. Willkommen in der Multitasking-Hölle!

Niemand (außer Chuck Norris vielleicht) ist in der Lage, all diese Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Denn der Mensch kann sich in der Regel auf eine, maximal zwei komplexe Tätigkeiten gleichzeitig konzentrieren. Kommen weitere Aufgaben hinzu, dann wechselt das Gehirn blitzschnell zwischen den Tasks hin und her. Dieses Umschalten ist enorm anstrengend und mit einem 50-Meter-Sprint vergleichbar: Macht man es zu häufig, liegt man völlig ausgepumpt am Boden.

Wissenschaftliche Belege für den Multitasking-Irrsin

Mehrere Studien haben den Multitasking-Mythos bereits entzaubert:

  • So haben US-Wissenschaftler der Universität Utah untersucht, ob das Telefonieren beim Autofahren die Leistungsfähigkeit senkt. Das Ergebnis: Wer Auto fährt und gleichzeitig telefoniert, hat ein viermal so hohes Unfallrisiko. Die Reaktionsfähigkeit gleicht jener eines Betrunkenen mit 0,8 Promille. Noch fataler auf die Stress-Werte und die Konzentration wirkt sich das Schreiben von Textnachrichten aus.
  • Forscher der Universität Stanford fanden folgendes heraus: Menschen, die viele Tätigkeiten gleichzeitig ausführen, können Wichtiges von Unwichtigem nicht unterscheiden. Verblüffend: Probanden, die weniger Erfahrung mit Multitasking hatten, schnitten im Test souveräner ab. Sie konnten Informationen besser organisieren und abspeichern.

Natürlich meistert unser Gehirn Tätigkeiten wie Joggen und Musik hören problemlos gleichzeitig. Stürzen aber mehrere komplexe Tätigkeiten über uns herein, wird es zu viel: Wir machen alles ein bisschen, aber nix richtig. Deshalb hat die alte Binsenweisheit der Großmutter "Alles schön der Reihe nach" durchaus ihre Berechtigung.

Tipps: So bleiben Sie konzentriert

Multitasking ist also kontraproduktiv für das fokussierte Arbeiten. Mit folgenden Tipps gelingt es Ihnen, die Konzentration zu steigern:

  • Strukturieren Sie schon morgens Ihren Tag. Was steht heute an? Mit welchen Leuten werde ich zu tun haben? Was wird wichtig und was kann ich getrost auf nächste Woche schieben? Dadurch kommen Sie mental aufgeräumt ins Büro und wissen gleich, was zu tun ist.
  • Legen Sie fixe Zeitpunkte fest, indem Sie Ihre E-Mails checken: Es reicht morgens, mittags und abends einen Blick in den Posteingang zu werfen. Verfallen Sie bloß nicht der Versuchung das Postfach alle zwei Minuten zu aktualisieren. Tipp: Um endlose Kommunikationsschleifen zu vermeiden, lohnt es sich auf Teamchats von Social-Software-Lösungen umzusteigen.
  • Ordnen Sie Aufgaben ihrer Priorität entsprechend. Ganz klassisch mit Stift und Papier oder via App auf der To-do-Liste? Das entscheiden Sie. Wichtig ist nur, dass Sie alles Relevante zuerst im Blick haben.
  • Die Aufgaben wachsen Ihnen über den Kopf? Anstatt ins Multitasking zu flüchten, sollten Sie Ihre Kollegen um Hilfe bitten. Denn Delegieren ist kein Zeichen von Schwäche.
  • Jede Störung von außen wirkt sich negativ auf die Konzentration aus. Sie wollen geistig in ein Projekt eintauchen? Schließen Sie die Tür und kleben Sie ein Post-it mit einem Spruch wie "Bitte nicht stören – außer die Bude fackelt ab" dran. Die Kollegen lassen Sie bestimmt in Ruhe.
  • Musik am Arbeitsplatz ist ein adäquates Mittel, um Störungen auszublenden und die Konzentration zu steigern. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Kopfhörer signalisieren dem Umfeld: "Der gute Mann will arbeiten und nicht gestört werden."

Weiterführende Links: 

  • To-do-Liste: Mit diesen Apps behalten Sie den Überblick.
  • Effizientes Arbeiten gelingt mit der Pomodoro-Technik – nähere Informationen gibt es im mDM-Ratgeber.
  • Auch das Pareto-Prinzip hilft Ihnen, Prioritäten zu setzen.
  • Zeitmanagement: Mit dieser Office-Software klappt das Abstimmen der Termine im Unternehmen.