Gesetzliche Pausenregelung: Ruhezeiten sind Pflicht

Time to take break: Wer von seinen Mitarbeitern gute Leistungen erwartet, muss Ihnen auch Zeit zum Ausruhen geben – bereits während der Arbeitszeit. Ruhepausen sind dabei nicht optional, sondern ein Muss. Wann und wie oft Ihre Mitarbeiter pausieren dürfen, definiert die gesetzliche Pausenregelung. Gemäß Paragraf 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) haben Ihre Mitarbeiter …

  • bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis neun Stunden Anspruch auf mindestens 30 Minuten Ruhepause.
  • Arbeiten Ihre Mitarbeiter länger als neun Stunden, erhöht sich der Anspruch auf mindestens 45 Minuten.

Bei einer Arbeitszeit ab sechs Stunden ist eine Ruhepause also Pflicht. Wer seinen Mitarbeitern keine Ruhepause gönnt oder deren Einhaltung nicht überwacht, riskiert ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro, informiert "Die Zeit".

Muss Ihr Angestellter die vorgeschriebene Pause am Stück nehmen? Nein. Die gesetzliche Pausenregelung bestimmt außerdem, dass Ihre Beschäftigten die Mußezeiten in Zeitabschnitte von jeweils mindesten 15 Minuten aufteilen können.

Mach mal Pause! Der Chef bestimmt den Zeitrahmen

Justitia schreibt Vieles zur Pausenregelung vor, ganz ohne Handlungsbefugnis sind Sie jedoch nicht. Dank Ihres Direktionsrechts können Sie festlegen, wann  genau Ihre Mitarbeiter die vorübergehende Auszeit nehmen dürfen – sofern keine Betriebsvereinbarung mit einem Betriebsrat getroffen wurde oder ein Tarifvertrag eine Pausenregelung vorschreibt. Sie können also einen zeitlichen Rahmen bestimmen, beispielsweise von 12 bis 14 Uhr, innerhalb dessen Ihre Mitarbeiter ihre Ruhepause selbst festlegen. Müssen Ihre Abteilungen durchgehend besetzt sein, sollten Sie – am besten in Absprache mit Ihren Mitarbeitern – klären, wer wann durchschnaufen darf. Tipp: Legen sie einen Pausenplan fest, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Mitarbeiter sich tatsächlich während der Arbeitszeit kurz ausklinken und nicht zu Beginn oder zum Schluss. Ruhepausen dienen der Erholung und nicht dazu, die Arbeitszeit zu verkürzen. Darauf weist das Arbeitszeitgesetz ausdrücklich hin. Wie ein jeder Erholung interpretiert – sei es eine Mahlzeit im Restaurant um die Ecke oder ein Spaziergang – bleibt dem Arbeitnehmer selbst überlassen.

Müssen Ruhepausen vergütet werden?

Ruhepausen müssen Sie nicht bezahlen.  Sie gelten als Freizeit. Natürlich können Sie aber auch im Arbeitsvertrag  eine Vergütung der Ruhepausen festlegen, wenn Sie es für sinnvoll erachten. Ausnahme: Bestehen eine Betriebsvereinbarung oder Regelungen im Tarifvertrag, müssen Auszeiten gegebenenfalls bezahlt werden.

Arbeitspause versus Betriebspause

Pause ist nicht gleich Pause. Bei der Arbeitspause handelt es sich um eine Ruhepause, also jene Arbeitsunterbrechung, die der Erholung während der Arbeitszeit dienen soll. Davon zu unterscheiden ist die Betriebspause. Von dieser ist die Rede, wenn Ihre Mitarbeiter aufgrund technischer oder organisatorischer Hemnisse ihre Arbeit nicht fortsetzen können. Bei der Betriebspause handelt es sich um eine bezahlte Arbeitsunterbrechung. Der Mitarbeiter muss jederzeit damit rechnen, seine Tätigkeit wieder aufnehmen zu müssen.

Special case: Raucherpausen

Und wie verhält es sich mit Raucherpausen? Dürfen Sie Ihren Mitarbeitern vorschreiben, ob sie während der Arbeitszeit zum Glimmstängel greifen dürfen? Ja. Theoretisch können Sie Ihren Mitarbeitern das Rauchen außerhalb der festgelegten Ruhephasen verbieten, denn die Raucherpause stellt keine zulässige Arbeitsunterbrechung dar wie der Gang zur Toilette, informiert das Online-Magazin "Heise". Tarifvertraglich können allerdings Kurzzeitpausen festgelegt werden, die Mitarbeiter dann zum Rauchen nutzen können. Grundsätzlich erlauben Arbeitgeber das Rauchen während der Arbeitszeit jedoch, um mit dieser Pausenregelung die Stimmung im Betrieb nicht zu trüben. Wo geraucht wird, entscheiden Sie.

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