Unwetter und Starkregen in Deutschland nehmen zu. Und haben häufig schwere Schäden an Privat- und Gewerbeimmobilien zur Folge. Die weitaus größere Gefahr für Gebäude kommt jedoch nicht von außen, sondern von innen: Alle 30 Sekunden entsteht in Deutschland laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft ein Leck an meist längst sanierungsbedürftigen Leitungen. Wenn es dann nach einem Rohrbruch oder einer Überschwemmung von der Decke tropft oder der Keller unter Wasser steht, ist Hilfe innerhalb kürzester Zeit gefragt, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Ein Fall für Profis wie den Mittelständler POLYGONVATRO aus dem sauerländischen Olpe.

Das Unternehmen ist deutscher Marktführer im Bereich Brand- und Wasserschadensanierung inklusive Leckageortung. Mit 67 Niederlassungen, 1.800 Mitarbeitern und einem Maschinenpark von rund 49.000 Geräten ist POLYGONVATRO sowohl für die Schadensanierung von Privat- und Gewerbeimmobilien als auch für die Hilfe im Katastrophenfall gerüstet.

Aufwendiger Arbeitsschritt: Verbrauchsnachweise für Versicherer

Cloud der Dinge

Geräte aus der Ferne verwalten, überwachen und vorausschauend warten: Die Cloud-Plattform der Telekom für das Internet der Dinge sammelt in Echtzeit Daten von vernetzten Geräten und Maschinen, wertet sie aus und bereitet sie übersichtlich auf. Der Kunde profitiert von hoch skalierbaren Ressourcen, bezahlt werden ausschließlich tatsächlich angeschlossene Geräte. Über eine intuitive Benutzeroberfläche behalten die Nutzer ihre Geräte jederzeit im Blick. Kostenintensive Programmierungen entfallen. Dabei sind Sicherheit und Datenschutz jederzeit gewährleistet – von der verschlüsselten Übertragung aller Daten im sicheren Netz der Telekom bis zum Betrieb der Plattform in ISO-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland unter Einhaltung der strengen deutschen Datenschutzgesetze.

Ein wichtiger Bestandteil der Sanierung nach einem Wasserschaden: die Trocknung von Decken, Böden und Wänden in Haushalten und Gebäuden. Dafür setzt POLYGONVATRO bei seinen Kunden Trocknungsgeräte ein. Die Kosten für den Stromverbrauch der Maschinen kann der Betroffene anschließend bei seinem Versicherer geltend machen. Dafür erstellt der Schadensanierer sogenannte Verbrauchsnachweise. Eine Schwierigkeit in der Vergangenheit: Die Geräte liefen über den Hausanschluss der Kunden; der tatsächliche Stromverbrauch ließ sich nicht gesondert ablesen.

So lasen die Techniker die Zählerstände beim Auf- und Abbau der Geräte eigens ab und hielten sie handschriftlich fest, der Innendienst übertrug die Daten ins System und berechnete anschließend den Stromverbrauch anhand der Energieverbrauchswerte der Gerätehersteller. Ein arbeitsintensiver und zeitaufwendiger Prozess, der zudem keine hundertprozentig exakte Angabe zum verbrauchten Strom einzelner Geräte und den entstandenen Energiekosten zulässt.

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Seit 2018 setzt der Mittelständler auf eine smarte Lösung von Telekom Deutschland und T-Systems, die sogenannte POLYGONVATRO-Energie-Erfassungsbox, kurz PVE-Box. Seit 2018 setzt der Mittelständler auf eine smarte Lösung von Telekom Deutschland und T-Systems, die sogenannte POLYGONVATRO-Energie-Erfassungsbox, kurz PVE-Box. (© POLYGONVATRO )

Individueller Stromverbrauch smart erfasst

Steckbrief

Name: POLYGONVATRO
Gründung: 1992
Hauptsitz: Olpe
Mitarbeiter: 1.800
Jahresumsatz 2018: 335 Millionen Euro

Seit 2018 setzt der Mittelständler daher auf eine smarte Lösung von Telekom Deutschland und T-Systems, die sogenannte POLYGONVATRO-Energie-Erfassungsbox, kurz PVE-Box. Ein intelligentes Verlängerungskabel zwischen Gerät und Steckdose mit einer integrierten Zählerbox zur Messung des exakten individuellen Stromverbrauchs während der Trocknung.

Die kleine Box ist mit einem Fehlerstromschutzschalter sowie einer integrierten LTE-/GPRS-Antenne ausgestattet. Damit funkt sie die präzisen Verbrauchsdaten des Trocknungsgeräts über das Mobilfunknetz an die Cloud der Dinge, die IoT-Plattform der Telekom. Hat die Box einmal keinen Empfang – etwa, weil sie in einem Keller oder in einer Gegend mit schwacher Mobilfunkversorgung steht – so speichert sie die Daten und sendet sie, sobald die Verbindung erneut hergestellt ist.

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Auch IoT-Lösungen profitieren von 5G

Solche smarten IoT-Lösungen sind bei deutschen Unternehmen auf dem Vormarsch. Crisp Research stellt in seiner Studie „IoT – Make or Buy. Wie deutsche Unternehmen IoT-Plattformen und Projekte umsetzen und betreiben“ (2019) fest: Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen wollen ihr bestehendes Portfolio auf IoT-Basis weiterentwickeln, fast die Hälfte entwickelt direkt ganz neue IoT-Lösungen – eine neue Größenordnung für Geräte mit Netzanbindung. Die Folge: Mobilfunknetze werden deutlich stärker beansprucht. Um Flaschenhälse zu vermeiden, setzt die Telekom auf 5G. Der Netzausbau wird vorangetrieben, die verfügbare Bandbreite steigt und Latenzen sinken. Wovon wiederum Unternehmen mit IoT-Produkten profitieren – denn so wird eine Echtzeit-Analyse der Datenmengen überhaupt erst möglich.

Strukturiert und digital: Exakte Verbrauchsdaten aus der Cloud

5G: Eine neue Generation im Mobilfunk

Ab dem Jahr 2020 wird das 5G-Netz für Kunden in Deutschland verfügbar sein und die mobile Datenübertragung dank höherer Bandbreiten optimieren. Dabei geht es weniger um einen neuen Mobilfunk- als vielmehr um einen Kommunikationsstandard.

Mit 5G begegnen Netzbetreiber nicht nur den Anforderungen des stetig wachsenden weltweiten Datenverkehrs, sondern schaffen auch die Grundlagen für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle –etwa dem Internet der Dinge oder Augmented Reality.

Mehr dazu im Telekom-Special.

Dank der vernetzten Trocknungsgeräte arbeitet POLYGONVATRO schon jetzt deutlich schneller und effizienter. Beim Aufbau koppeln die Techniker vor Ort das jeweilige Trocknungsgerät mit der digitalen Box über eine App. Und entkoppeln sie beim Abbau ebenso schnell mit ein paar Klicks. Lästiger Papierkram entfällt – sowohl für den Außen- als auch den Innendienst des Unternehmens.

Denn die absolut zuverlässigen Verbrauchsinformationen erhalten die Mitarbeiter des Mittelständlers heute strukturiert und digital aus der Cloud. Eine enorme Zeitersparnis für das Team, das Kapazitäten und Know-how nun für das stetig wachsende Auftragsvolumen des Unternehmens einsetzen kann. Besonders wichtig für POLYGONVATRO zudem: Mit der schnellen, präzisen Abrechnung ist das Unternehmen seinen Wettbewerbern voraus und kann sich als bevorzugter Partner der Versicherungsunternehmen am Markt positionieren.

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Schritt für Schritt sollen immer mehr Abläufe bei POLYGONVATRO digitalisiert werden. Schritt für Schritt sollen immer mehr Abläufe bei POLYGONVATRO digitalisiert werden. (© POLYGONVATRO )

DEUTSCHE TELEKOM UND POLYGONVATRO

Die Aufgabe: Bei der Sanierung von Wasserschäden setzt POLYGONVATRO bei seinen Kunden Trocknungsgeräte ein. Deren Stromverbrauch kann der Kunde mit einem entsprechenden Verbrauchsnachweis bei seinem Versicherer geltend machen. Die Erstellung der Nachweise war in der Vergangenheit ein aufwendiger analoger Prozess, bei dem sich die Stromverbrauchsdaten zudem nicht zu 100% genau ermitteln ließen.

Die Lösung: Seit 2018 setzt der Schadensanierer die von der Telekom Deutschland und T-Systems entwickelte POLYGONVATRO-Energie-Erfassungsbox ein. Ein intelligentes Verlängerungskabel zwischen Stromanschluss und Trocknungsgerät, das den Energieverbrauch dediziert erfasst und in die Cloud der Dinge der Telekom sendet.

Die Vorteile: POLYGONVATRO wird dank präziser Verbrauchsdaten zum bevorzugten Partner der Versicherer. Für Techniker und den Innendienst löst die digitale Lösung einen zeitintensiven handschriftlichen Prozess ab.