Von der Produktidee bis zum Recycling

PLM – Product-Lifecycle-Management

Unter Product-Lifecycle-Management (PLM) versteht man eine Business-Strategie zur ganzheitlichen Verwaltung und Steuerung aller Produktdaten und Prozesse über den gesamten Produktlebenszyklus von der Produktidee bis zum Recycling.

Das Product-Lifecycle-Management, kurz PLM, begleitet ein Produkt durch den gesamten Lebenszyklus: Angefangen von der Produktplanung über Produktentwicklung, Produktionsvorbereitung, Fertigung und Montage, Vertrieb, Service und Wartung bis hin zu Demontage und Recycling. Die Idee dahinter: Alle an einem Produkt beteiligten Mitarbeiter und externen Partner werden in eine einheitliche Prozesskette einbezogen und erhalten jederzeit Zugriff auf alle aktuellen Produktdaten. So wird ein Höchstmaß an Effizienz in allen Phasen des Produktlebenszyklus erreicht.

Der gesamte Produktentstehungsprozess wird durch ein zentrales, zusammenhängendes Datenmanagement unterstützt, in das unternehmensinterne und unternehmensexterne Produktdaten und -informationen einfließen. Mit dem Product-Lifecycle-Management wird mittels Prozessen, Methoden und Werkzeugen die Möglichkeit geschaffen, die Produktinformationen zum gewünschten Zeitpunkt der richtigen Person in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen. Verschwendung wird weitgehend vermieden.

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Geboren  wurde die Idee Ende der 1990er Jahre eher aus der Not heraus: Immer seltener wurde nur an einem Standort entwickelt und gefertigt. Daher mussten Lösungen gefunden werden, wie über Firmen- und Ländergrenzen und gegebenenfalls sogar Kontinente hinweg effizient kommuniziert werden konnte.

Vorteile des Product-Lifecycle-Managements

PLM ist ein Unternehmenskonzept, das nicht am Produkt, sondern an Projekten ausgerichtet wird und das in jedem Unternehmen individuell durch die passenden technischen und organisatorischen Maßnahmen umgesetzt werden muss. Ein gut aufgebautes, systemunterstütztes PLM stellt eine hervorragende Basis für fachübergreifende, agile Produktentwicklungsprozesse dar. Dazu müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen, vor allem aber die beteiligten Mitarbeiter einbezogen werden. Der Teamarbeit kommt bei diesem Ansatz eine besondere Bedeutung zu. 

Product-Lifecycle-Management: Was ist das? Beim Product-Lifecycle-Management wird der komplette Lebenszyklus eines Produktes einbezogen. (© 2018 Shutterstock/Dusit)

Das bedeutet für ein Unternehmen einen nicht unerheblichen Aufwand, dem aber auch deutliche Vorteile gegenüberstehen.

Finanzielle Vorteile

  • Produkte können schneller an den Markt gebracht werden, dadurch größere Absatzzahlen erreichen und höhere Gewinne erwirtschaften.
  • Kosten können auf vielen Ebenen reduziert werden: Im Prototypenbau, bei den Materialkosten, bei Lager- und Lohnkosten.
  • Kunden können Serviceleistungen erhalten, die zusätzlich Erträge generieren.

Zeitvorteile

  • Effiziente Prozessgestaltung verkürzt Projektbearbeitungszeiten, Durchlaufzeiten und Problemlösezeiten
  • Schnellere Time-to-Market

Qualitätsvorteile

  • Produkte können nah an Kundenanforderungen gefertigt werden.
  • Produktionsfehler werden schneller erkannt, dadurch sind weniger Nachbesserungen nötig, es kommt zu weniger Kundenreklamationen.

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Darüber hinaus erweist sich ein Produktlebenszyklusmanagement durch die jederzeitige Bereitstellung aktueller Daten und Informationen als überaus hilfreich bei Unternehmensentscheidungen: Sie können fundierter und damit leichter und schneller getroffen werden. Auch das wird sich für ein Unternehmen positiv bemerkbar machen, wenn auch nicht unbedingt in messbaren Größen. Anzeichen sind eine stärkere Innovationsfreudigkeit, ein besseres Unternehmensimage oder auch höhere Kundenzufriedenheit.

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IT-Systeme unterstützen den PLM Ansatz

Zur Einführung eines Product-Lifecycle-Management Ansatzes gibt zahlreiche IT-basierte Systeme. Aber auch wenn diese von Software-Anbietern häufig schon als PLM-System bezeichnet werden: Die Technik allein reicht nicht aus, um das System erfolgreich in einem Unternehmen zu etablieren. Sie kann nur unterstützend wirken – ohne den entsprechenden Management-Ansatz wird es aber nicht funktionieren.

Nichtsdestotrotz erfordert schon die technische Vorbereitung einigen Aufwand. Product-Lifecycle-Management baut auf einem ganzheitlichen Management von Produktdaten auf, in der Praxis finden sich aber häufig eine ganze Reihe verschiedener Softwarelösungen – ein automatisierter Datenaustausch ist daher oft nur schwer möglich. Nötig ist daher zu Beginn eine häufig umfangreiche Prozessaufnahme und gegebenenfalls Prozessumstrukturierung. Erst durch die Integration verschiedener IT-Systeme kann eine ganzheitliche IT-Lösung eingeführt werden.

PLM in vielen Branchen sinnvoll zu nutzen

Historisch gesehen wurde Product-Lifecycle-Management eher in der produzierenden Industrie, wie der Luft- und Raumfahrt oder der Automobilindustrie eingesetzt. Heute lassen sich PLM-Ansätze in nahezu allen Branchen finden: Der Nutzen, der sich aus dem Management von Daten und Informationen und aus der Vernetzung von Prozessen ergibt, wird mittlerweile auch bei der Herstellung von Schuhen und Kleidung, Chemieanlagen oder anderen Investitions-, Gebrauchs- oder Konsumgütern erkannt.