Prokrastination überwinden: Auf die Plätze, fertig, los!

So selbstverständlich es klingt, manchmal muss man einfach loslegen. Je länger Sie etwas aufschieben, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es überhaupt anpacken. Nach 72 Stunden sinkt die Chance auf ein Prozent. Ein klarer Vorteil für die Prokrastination.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Das besagt schon ein altes Sprichwort. Sind Sie sich also bewusst, dass Sie unter Aufschieberitis leiden, so können Sie anfangen, sie zu überwinden. Forschen Sie nach den Gründen und schaffen Sie diese aus dem Weg.

Planung ist das halbe Leben

Eine weitere Redewendung, die treffend ist und hilft, die Prokrastination zu überwinden. Dafür datieren Sie schon im Vorfeld, wann Sie welcher Aufgabe nachgehen möchten. Beispielsweise notieren Sie sich kurz vor Feierabend, was Sie wann und in welcher Reihenfolge am nächsten Tag erledigen. Je präziser Sie dabei sind, desto konsequenter ist die Umsetzung. Statt Vormittag und Nachmittag verplanen Sie also genaue Uhrzeiten. Tipp: Mischen Sie die Aufgaben gut durch. So wechselt sich optimalerweise jede ungeliebte Tätigkeit mit einer spaßigen ab.

Ordnung ist die andere Hälfte

Auch wenn einige chronische Aufschieber Aufräumen für die Prokrastination gern zweckentfremden: Auf einem sauberen Schreibtisch arbeitet es sich einfach besser. Deshalb weg mit den benutzten Kaffeetassen und zerknüllten Schokoriegelverpackungen! Noch einmal kurz darüberwischen und schon kann es losgehen!

Eisenhower, das Schlitzohr

Auch klassische To-Do-Listen sind geeignet, Prokrastination zu überwinden. Damit sehen Sie genau, was Sie zu erledigen haben und das Streichen einer Aufgabe wird zum Balsam für die Seele. Mit MindMaps klappt das ebenso. Ein echter Produktivitätsprofi war US-Präsident Dwight D. Eisenhower. Seine nach ihm bennannte Methode gliedert Aufgaben in einer Matrix: Nach Dringlichkeit und Wichtigkeit. Doch Vorsicht, die Planung selbst kann zur Prokrastination werden.

Auf dem Teppich geblieben

Chronische Aufschieber neigen dazu, die Dinge ganz oder gar nicht anzugehen und wählen dann – gar nicht. Deshalb sollten Sie realistisch bleiben und so viel erledigen, wie Sie eben schaffen. Das ist immer noch besser als gar nichts. Auch sollten Sie Ihre Energie gut dosieren und nicht unbedingt Vollgas geben – sonst ist der Tank schnell leer. Tipp: Gliedern Sie das große Ganze in Teilaufgaben, die sich schnell und einfach erledigen lassen.

Druck ist nur eine physikalische Größe

Gefährlich beim Überwinden der Aufschieberitis: Druck. „Ich muss“ lässt Sie verkrampfen und verschlimmert alles nur noch. Deshalb: Den Druck verringern und die Dinge in Ruhe angehen. Doch aufgepasst: Gehen Sie es zu entspannt an, wird die Prokrastination nur noch schlimmer.

Über jeden Zweifel erhaben

Neben dem Druck sind es oft die Zweifel, die uns in die "offenen Arme" der Prokrastination treiben. Streichen Sie Konjunktive und packen Sie die Dinge einfach an. Wie sagte schon der TV-König der Büro-Etikette, Stromberg: „Hätte, Wenn und Aber. Wäre meine Oma ein Bus, dann könnte sie hupen.“

Das Katzenvideo als Leckerli

Statt zu arbeiten, schauen Sie sich lustige Videos bei YouTube an? Dann nutzen Sie Ihre Prokrastinationsmethode doch mal produktiv: So können Sie sich beispielsweise selbst belohnen und dann die klavierspielende Katze ansehen oder sich einen Kaffee holen, wenn Sie die Hälfte Ihrer To-Dos erledigt haben.

Schlucken Sie die saure Medizin!

Manchmal kommt die Aufschieberitis davon, dass Sie eine besonders unliebsame Aufgabe erwartet. Die Lösung: Starten Sie mit dieser! Wenn Sie das Schlimmste überwinden und erledigen, können Sie den Rest ganz sorglos angehen.

Männer sind zumindest Single-Tasking-fähig

Kennen Sie das, wenn Sie so viele Aufgaben vor sich haben, dass Sie anfangen zu prokrastinieren? Die Lösung: Einfach eine Sache nach der anderen machen. Konzentrieren Sie sich auf die eine Aufgabe und erledigen Sie die nächste erst im Anschluss.

Einfach mal den Stecker ziehen

Jetzt haben Sie einen Lauf und eine simple E-Mail versaut Ihnen wieder alles? Das muss nicht sein! Kapseln Sie sich so gut wie möglich ab. Schließen Sie Ihre Bürotür, sodass Kollegen Sie nicht willkürlich ablenken, beantworten Sie E-Mails lieber gesammelt zu einer bestimmten Uhrzeit und schalten Sie Ihr Telefon ab. So wirken Sie innerhalb kürzester Zeit wahre Wunder. Profi-Tipp: Das Internet deaktivieren. So kommen Sie auch nicht in Versuchung, lieber doch auf Blogs herumzusurfen.

Entdecken Sie den Schummler in sich

Wer professionell prokrastiniert, ist meist trotzdem ziemlich gewieft. Wie therapiert man so jemanden? Durch Trickserei natürlich. Haben Sie beispielsweise eine Deadline für Freitag, notieren Sie sich diese für Ihr späteres, faules Selbst als Donnerstag. So werden Sie garantiert fertig und haben notfalls sogar etwas Reserve, die Sie allerdings wirklich nur im absoluten Notfall nutzen sollten.

Angeber und Geldgeber

Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen. Eine rabiate Lösung zum Überwinden der Aufschieberitis ist die Bestrafung. Sagen Sie beispielsweise all Ihren Kollegen, dass Sie diese und jene Aufgabe innerhalb der Frist erledigen. Die Schmach es nicht zu schaffen wäre größer, als die eigentliche Arbeit zu erledigen – so werden Sie also fertig. Noch konsequenter: Wetten Sie – vorzugsweise mit sich selbst. Immer wenn Sie eine Aufgabe nicht rechtzeitig schaffen, kommt ein Betrag in einen Topf, den Sie dann beispielsweise spenden oder in ein Geschenk für Ihre besseren Hälfte investieren.

Das hat Konsequenzen!

Wenn Sie Druck zum Arbeiten brauchen, dann sollten Sie sich der Konsequenzen bewusst werden. Was passiert, wenn Sie die Aufgabe nicht erledigen? Ist das nun Ansporn genug? Aber auch, wenn Sie unter Druck eher zusammenbrechen, könnte ein Gedanke an die Konsequenzen nicht schaden, denn vielleicht ist es nur halb so schlimm, wenn Sie es versuchen, aber nicht schaffen.

Fazit: Prokrastination überwinden heißt, auch sich selbst überwinden. Dazu betreiben Sie am besten Ursachenforschung und legen die Gründe für das chronische Aufschieben frei. Ganz nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Hilft das nicht, probieren Sie einen der anderen Tipps oder eine Kombination von mehreren aus. Auf jeden Fall sollten Sie das Problem angehen – und nicht aufschieben.

Weiterführende Links:

  • Sie brauchen noch mehr Tipps zum Prokrastination überwinden? Dann  kann Ihnen "karrierebibel.de" vielleicht weiterhelfen.
  • Wer alles gleichzeitig macht, macht nicht gleichzeitig alles richtig. Unser Ratgeber räumt mit dem Multitasking-Mythos auf.
  • Wer hochgesteckte Ziele erreichen will, braucht Disziplin. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Selbstmanagement Ihre Arbeitsmoral festigen.