Rauchen am Arbeitsplatz: So steht es im Gesetz

Wenn der Job stresst, kommt eine kurze Raucherpause gerade recht. Oftmals treffen sich gleich mehrere Kollegen zum gemeinschaftlichen Qualmen. Dürfen die das? Das hängt ganz von Ihnen als Führungskraft ab. Grundsätzlich sollte der Arbeitsplatz eine rauchfreie Zone sein, um andere Arbeitnehmer zu schützen. So ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BAG, Az. 9 AZR 84/97) verankert und so steht es auch in der Arbeitsstättenverordnung. Dies bestätigt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kölner Kanzlei Wilde Beuger Solmecke der Frankfurter Rundschau:

„Der Nichtraucher muss weder den Geruch noch einen Hauch von Qualm während seiner Arbeitszeit ertragen.“

Aus diesem Grund sind Sie als Chef dazu befugt, ein komplettes Rauchverbot zu verhängen.

Raucherpausen dem Betriebsfrieden zuliebe?

Dem Betriebsfrieden zuliebe, sollten Sie jedoch besser auf ein komplettes Verbot verzichten. Versuchen Sie stattdessen beide Fronten zufriedenzustellen. Lässt es sich räumlich bewerkstelligen, richten Sie beispielsweise einen separaten Raucherraum ein. Darüber hinaus besteht für Glimmstängel-Liebhaber die Möglichkeit, auf dem offenen Betriebsgelände zu rauchen – sofern keine besonderen Bestimmungen vorliegen, die dies verbieten.

Sind Raucher in der Raucherpause versichert?

Interessanter Fakt für Arbeitnehmer: Während einer erlaubten Raucherpause sind sie  nicht über ihren Arbeitgeber versichert. Geschieht also auf dem Weg zum Qualmtreffpunkt oder während des Rauchens ein Unfall, greift die Unfallversicherung nicht.

Rauchen am Arbeitsplatz – wie regeln?

De jure haben Beschäftigte mit mehr als sechs Arbeitsstunden pro Tag das Recht auf eine halbstündige Pause, sofern keine eigene Betriebsvereinbarung besteht. Wer länger als neun Stunden schafft, darf sich 45 Minuten Mußezeit gönnen. Es besteht jedoch kein gesetzlicher Anspruch auf eine Raucherpause. Sollten Sie sich in ihrem Betrieb für solche Auszeiten ausgesprochen haben, so müssen sie diese auch genau regeln. So können Sie beispielsweise verlangen, dass Ihre Angestellten die "verqualmte" Dauer nacharbeiten oder lediglich zu bestimmten Zeiten rauchen.

Wenn der Qualm Kollegen nervt …

So bemüht Sie auch um eine ausgeglichene Stimmungslage im Unternehmen sind, manchen Mitarbeitern kann man es nie Recht machen. Fühlt sich ein Nichtraucher von der qualmenden Gemeinschaft gestört, weil beispielsweise das Verschließen der Tür im Raucherraum vernachlässigt wird, kann er klagen, sofern eine Beschwerde bei Ihnen nichts bewirkt hat. Ebenfalls möglich: Die Raucherzone ist für den Angestellten derart lästig, dass er sich dazu entschließt, dass Unternehmen zu verlassen – fristlos. Das kann er in diesem gesonderten Fall tun. Sogar im Jobcenter hat er aufgrund des besonderen Kündigungsgrundes mit keinen negativen Konsequenzen in Form einer Sperrfrist zu rechnen.

Schwangeren obliegen besondere Rechte

Bestimmte Personengruppen wie Schwangere oder stillende Mütter besitzen gesonderte Rechte. Hier müssen Sie sicherstellen, dass sich der Arbeitsplatz der betroffenen Person in ausreichender Entfernung zum Raucherraum beziehungsweise der Raucherzone befindet. Ist dies nicht der Fall, hat die Mitarbeiterin Anspruch auf einen andere Räumlichkeit, in der Sie vor dem Tabakrauch geschützt ist.

Kündigung bei Missachtung der Regelungen

Haben Sie bestimmt Bereiche zum Rauchen festgelegt oder sogar ein allgemeines Rauchverbot am Arbeitsplatz festgelegt, müssen sich die Angestellten daran halten. Widersetzt sich ein Mitarbeiter Ihren Regelungen, können Sie ihn abmahnen. Wiederholungstäter leben danach gefährlich: Im Falle einer erneuten Widersetzung droht ihm sogar die Kündigung. Es kommt jedoch immer auf den Einzelfall an. Rauchen ist bekanntlich eine Sucht. Weist der Arbeitnehmer seine Nikotinabhängigkeit nach, können Sie das für seinen Regelverstoß als mildernd berücksichtigen.

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