Rentabilität – die Effizienz des eingesetzten Kapitals

Die kaufmännische Umschreibung des Return on Investment ist das Verhältnis des Rückflusses zum eingesetzten Kapital, die Kapitalrendite. Die auch kurz ROI genannte Funktion gibt also die Relation zwischen Ihrem Investment und Ihrem Gewinn wieder – und zwar in Prozent. Oder noch anders gesagt: Sie zeigt, wie einträglich Ihr Unternehmen wirtschaftet.

Die Berechnung des Return on Investment

Doch bevor es soweit ist, müssen Sie einige Rechenarbeit leisten.

Der Return on Investment setzt sich aus der Umsatzrentabilität und der Umschlagshäufigkeit zusammen. Beides muss dafür multipliziert und mal 100 Prozent genommen werden:

Umsatzrentabilität x Umschlagshäufigkeit x 100% = ROI

Das heißt im Detail:

  • Die Umsatzrentabilität errechnet sich aus dem Gewinn geteilt durch den Nettoumsatz.
  • Die Umschlagshäufigkeit errechnet sich aus dem Nettoumsatz geteilt durch das Gesamtkapital.

In dieser ROI-Formel lässt sich demnach der Nettoumsatz herauskürzen, so dass sich letztlich folgende Formel ergibt:

Gewinn                    Nettoumsatz              Gewinn
                          x                                =                                 x 100 = ROI
Nettoumsatz           Gesamtkapital            Gesamtkapital

Der ROI erhöht sich daher, wenn sich die Rentabilität des Umsatzes erhöht. Dazu müssen Sie entweder

  • die Umsätze steigern,
  • die Kosten reduzieren oder
  • die Umschlagshäufigkeit durch eine geringere Investition erhöhen.

Auch interessant: Fitness-Check für Kennzahlen

Wie rentabel ist mein Unternehmen?

Jetzt haben Sie also den ROI. Doch was können Sie damit anfangen? Eine ganze Menge. Bereits bekannt ist, dass Sie mit dem Return on Investment den Erfolg Ihrer Investition ablesen. Das funktioniert unter zwei Bedingungen besonders gut:

  • Gewinn und Kosten sind einer Investition eindeutig zugeordnet  und
  • die Investition muss sich im Unternehmenserfolg niederschlagen.

Beispiel: Ein Unternehmen setzt eine Marketingkampagne im Wert von 50.000 Euro auf. Mit dem darin beworbenen Produkt macht das Unternehmen einen Gewinn von 100.000 Euro. Der ROI beträgt somit – richtig – 200 Prozent.

Unternehmensbereiche unabhängig von der Größe vergleichen

Mit ihm überprüfen Sie darüberhinaus, inwieweit Ihr Unternehmen die zuvor ausgegebenen Gewinnziele erreicht hat. Außerdem erlaubt es die ROI-Formel nicht nur, Gesamtinvestitionen auf deren Rentabilität hin zu überprüfen. Denn da in der ROI-Berechnung die Größe einer Unternehmenssparte keine Rolle spielt, vergleichen Sie damit ebenso die Ergiebigkeit einzelner Firmenbereiche miteinander. Zudem erleichtert der Return on Investment Entscheidungen über zukünftige Investitionen.

Mehr noch: Mit ihm lassen sich Werttreiber besser verfolgen als zum Beispiel über die Rentabilität des Gesamtkapitals, auch wenn beide Begriffe häufig synonym verwendet werden. Außerdem wirken sich Veränderungen in einzelnen Geschäftsteilen – wie etwa Umsatz oder Bestand – auf den Return on Investment aus. Dadurch können Sie mit der ROI-Kennzahl solche Veränderungen sichtbar machen.

Auch interessant: Return on Investment: YouTube-Kampagne schlägt TV-Werbung

Aussagekraft des Return on Investment

Allerdings ist die Return-on-Investment-Berechnung kein universelles Messinstrument. So gibt sie keinerlei Auskunft über die absolute Höhe des Gewinns. Auch das Risiko des Investments bleibt unbeachtet. Denn je größer der Einfluss indirekter oder allgemeiner Kosten ist, desto geringer wird die Aussagekraft des Return on Investment. Zum Beispiel weil in ihn keine Kosten für Versicherungen oder die Gehälter der Geschäftsführung mit einfließen.

Wie Sie an den oben gezeigten Formeln erkennen, fußt der Return on Investment auf bilanziellen Faktoren, um die Rentabilität zu berechnen. Andere Unternehmenswerte wie das Image oder die Mitarbeiterzufriedenheit bleiben dabei außen vor, können sich aber gleichfalls auf die Rentabilität des Unternehmens auswirken.

So umgehen Sie die Schwächen des ROI

Für eine belastbare ROI-Kennzahl müssen Kosten und Nutzen eindeutig zugeordnet sein. Je komplexer aber ein Projekt ist, desto schwieriger wird es, eben diese Kausalität herzustellen. Sie sollten das Vorhaben daher so aufbauen, dass sich im Finanzmodell Kosten und Nutzen einander gegenüberstehen.

Auch interessant: Betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Die 5 wichtigsten Eckdaten

Und letztendlich ist der Return on Investment eine statische Kennzahl, die nur bedingt zeitliche Einflüsse auf die betriebswirtschaftlichen Faktoren berücksichtigt. Um diese Schwäche abzustellen, müssen Sie Intervallprognosen erstellen, um hochwertige Daten für die ROI-Berechnung zu erhalten.

Der ROI ist also ein sehr nützliches Instrument. Doch macht ihn die Kombination mit anderen Faktoren noch aussagekräftiger. Streben Sie daher eine sinnvolle Ergänzung mit anderen betriebswirtschaftlichen Kennziffern an. Auf diese Weise hilft Ihnen der Return on Investment, noch besser Entscheidungen für oder gegen Investitionen zu treffen und die Rentabilität Ihres Unternehmens zu ermitteln.

Übrigens: Auf seiner Webseite stellt das Magazin ERP Management ein ROI-Verfahren zur Risikoreduzierung bei der Suche nach einem passenden ERP-System dar. Ebenso interessant: Der Beitrag auf der Webseite des Magazins T3N klärt darüber auf, wie anhand des Return on Investment der Erfolg von Marketingkampagnen berechnet werden kann.