Rhetorik-Panne 1: "Haben Sie nix zu tun?"

Der Motivationskiller schlechthin. Damit fühlt sich jeder Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen. Denn der Spruch suggeriert: "Was soll das? Du leistest zu wenig, mach dich gefälligst wieder an die Arbeit." Dabei ist längst erwiesen: Jeder braucht mal eine kurze Verschnaufpause, um sich anschließend besser konzentrieren zu können. Verurteilen Sie also keine Kollegen, die im Flur rumstehen und sich fünf Minuten über das Fußballspiel vom Vorabend unterhalten. Nach einem kurzen Plausch machen sich Mitarbeiter wieder motivierter an die Arbeit. Anders verhält es sich natürlich mit chronischen Leistungsverweigerern. Tipps, wie Sie Low-Performer wieder zu Höchstleistungen pushen, erfahren Sie in diesem DM-Ratgeber.

Rhetorik-Panne 2: "Was? Sie machen jetzt schon Feierabend?"

Auch dieser Chefspruch sorgt bloß für dicke Luft. Dreiste Mitarbeiter, die zu früh nach Hause gehen möchten, können Sie viel eleganter auf den vorzeitigen Feierabend ansprechen. "Herr Müller, wie weit sind Sie eigentlich mit der Präsentation für morgen?" Oder: "Sollten Sie nicht das Reporting abschließen; wann kann ich die Ergebnisse erwarten?" Der Mitarbeiter sieht sich dann verpflichtet, die Aufgaben zu erledigen. Der Unterschied zum Killerspruch: Der Kollege fühlt sich nicht angemotzt. Ist alles erledigt, spricht auch nix dagegen, seine Angestellten mal etwas früher in den Feierabend zu verabschieden.

Rhetorik-Panne 3: "Ich habe es Ihnen ja gesagt!"

Dieser Spruch aus der Besserwisser-Abteilung hilft keinem weiter. Schlimmer noch: Ging etwas schief, wird der Betroffene noch mit Hohn und Spott überschüttet. In der Folge scheuen sich Ihre Mitarbeiter künftig, Aufgaben bereitwillig zu übernehmen. Das ist fatal, da kein Chef ohne Delegieren den Arbeitsalltag meistern kann. Daher zwei Tipps: Watschen Sie Ihre Angestellten bei Fehlern nicht ab. Fragen Sie besser: "Warum hat es nicht geklappt und wie können wir dieses Scheitern künftig verhindern?"

Rhetorik-Panne 4: "Ich, Ich, Ich!"

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist in der Chefetage durchaus angebracht. Aber in Zeiten der flachen Hierarchien sollten Entscheider einen gewissen Teamspirit in der Firma pflegen. Die einfachste Maßnahme dazu: Bei Meetings und Konferenzen öfter mal von "Wir" anstatt von "Ich" zu sprechen. "Wir wuppen das Projekt gemeinsam." Oder: "Der Erfolg im letzten Quartal ist auch euer Verdienst." Dadurch wirken Sie nicht selbstverliebt, und die Belegschaft fühlt sich ernst genommen und eingebunden.

Rhetorik-Panne 5: "Ihre Abteilung muss den Umsatz innerhalb von 5,5 Tagen um 10,99 Prozent steigern."

Klar, ein Unternehmen muss bestimmte Ziele erreichen. Und Ziele lassen sich am besten mit Zahlen messen. Allerdings fällt es vielen Mitarbeitern schwersich mit Statistiken und Prognosen zu identifizieren. Außerdem werden Zahlen viel schneller vergessen als etwa bildhafte Vergleiche. Wählen Sie am daher am besten einen emotionalen Zugang zu einem Thema. Dadurch wirken sich für die Belegschaft sympathisch und greifbar. Daten und Fakten sollten ihre Argumentation dann in einem weiteren Schritt unterfüttern.

Rhetorik-Panne 6: "Erledige das mal!"

In hektischen Situationen vergessen viele Chefs, präzise Anweisungen zu geben. So viel Zeit muss aber sein. Erklären Sie stets ...

  • was genau zu tun ist,
  • bis wann es zu erledigen ist und
  • mit welchen Ressourcen (Geld, Mitarbeit von anderen Kollegen) der Auftrag erledigt werden soll.

So führen Sie Ihre Angestellten in die gewünschte Richtung. Gleichzeitig fühlen die sich viel sicherer und ihre Fehlerquote sinkt.

Rhetorik-Panne verhindern: Chill down!

Damit Führungskräften unangebrachte Sprüche erst gar nicht rausrutschen, lohnen sich Entspannungsübungen. Keine Angst, Sie müssen Ihr Büro nicht gleich zum Yoga-Zentrum verwandeln – obwohl viele internationale Führungskräfte mit diesem Sport frische Kräfte tanken. Für den akuten Notfall genügen schon einige simple Erste-Hilfe-Tipps. Bevor Ihnen also der Kragen platzt, nehmen Sie am besten Dampf aus dem Kessel.

Dafür schnaufen Sie bei einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft durch oder machen ein paar einfache Lockerungsübungen für Schultern und Nacken. Dehnen Sie zum Beispiel den Nacken, indem Sie den Kopf langsam hin und her drehen und nach vorne beugen. Auch das Kneten eines Stressballs fördert die Konzentration und baut Spannungen ab. Das klingt vielleicht banal, hilft aber trotzdem, weil Sie dabei automatisch auf andere Gedanken kommen.

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