Wo Automation zum Geschäftsmodell gehört, ist Digitalisierung nicht weit. SAUTER Deutschland hat in Ihrer Digitalisierungsstrategie ein ganzes Bündel von Maßnahmen definiert. Die Experten für Facility Management, Raum- und Gebäudeautomation setzen zum Beispiel auf IoT. Damit kann das Unternehmen Ersatzteile automatisiert per ERP-System bestellen – je nach Bedarf. „Auch Predictive Maintenance, die vorausschauende Wartung mithilfe von Sensoren und IoT-Konnektoren, ist im Facility Management längst angekommen. Zu den aktuellen Trends zählt darüber hinaus die Indoor-Navigation“, sagt Thomas Bitzenhofer, Head of Corporate IT bei SAUTER Deutschland, das Im Laufe seiner Geschichte immer wieder technologische Trends gesetzt hat.

Gesucht: Höhere Bandbreiten und geringere Latenzen

Und das in einer Branche, die großes Potenzial dafür birgt: Einer Lünendonk-Studie zufolge führt die Digitalisierung zu Mehrwerten im Kerngeschäft von Unternehmen aus dem immobilienwirtschaftlichen Umfeld, und laut einer EY-Studie betrachten 90 Prozent der Befragten aus der Immobilienbranche das Thema Digitalisierung als sehr relevantes Handlungsfeld für ihr Unternehmen.

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Digitaler Vorreiter im Facility Management

SAUTER Deutschland gehört zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Facility Management, Raum- und Gebäudeautomation. Das Unternehmen ist die deutsche Tochtergesellschaft der weltweit agierenden und in der Schweiz ansässigen Fr. Sauter AG, die 1910 gegründet wurde und konzernweit rund 2400 Mitarbeiter beschäftigt. SAUTER ist in Deutschland mit insgesamt 38 Niederlassungen und Büros vertreten. Der Hauptsitz der deutschen Tochter befindet sich in Freiburg im Breisgau. SAUTER entwickelt und produziert umweltgerechte und zukunftsweisende Automationskonzepte in Regel-, Steuer- und Gebäudemanagementsystemen für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik und unterstützt Kunden mit Dienstleistungen im Bereich der Facility Services sowie mit speziellen Softwarelösungen. Digitalisierung gehört praktisch zur Unternehmens-DNA von SAUTER Deutschland – schon vor 15 Jahren führten sie als eines der ersten Unternehmen in der Branche digitale Informations- und Interaktionsportale für Kunden ein. Heute zählt SAUTER Deutschland zu den Vorreitern beim Einsatz der Blockchain-Technologie.

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Eines dieser Handlungsfelder erkannte SAUTER Deutschland im eigenen Unternehmen. Um seine Standorte und die Zentrale miteinander zu vernetzen, nutzte SAUTER Deutschland ein virtuelles privates Netzwerk auf Basis von Multi Protocol Label Switching (MPLS-VPN) von einem Wettbewerber der Telekom. Eigentlich eine gute Methode, um Unternehmensstandorte mit geringen Latenzen schnell und sicher miteinander zu vernetzen. Bei MPLS werden Datenpakete entlang vorgegebener Pfade durch ein Netzwerk geschleust. Der Vorteil: Dadurch müssen Router nicht mehr an jedem Punkt des Netzwerks einen Pfad definieren, bevor sie ein Datenpaket weiterleiten. Sie lesen einfach das Label aus (daher der Name) und schicken das Paket entlang des vordefinierten Pfades weiter – und das geht sehr schnell.

Doch diese Methode nützt wenig, wenn die Bandbreite nicht ausreicht. Genau dieses Problem ereilte SAUTER Deutschland, denn angesichts der zunehmenden Zahl von Applikationen an den Unternehmensstandorten stieß das MPLS-VPN durch die zu geringe Bandbreite an seine Grenzen. Das erschwerte den Datenverkehr – die Antwortzeiten der Applikationen ließen stark zu wünschen übrig. An einer neuen und zukunftsfähigen Netzinfrastruktur führte kein Weg vorbei.

Passende Serviceklassen für jede Anwendung

Eine passende Lösung kam in Sicht, als die Telekom im Jahr 2018 die Einführung ihres neuen Produktes EthernetConnect 2.0 ankündigte. EthernetConnect 2.0 dient dazu, logisch getrennte Netze verschiedener Standorte flexibel zu koppeln und zu einem großen Netzwerk auf einem gemeinsamen Netzzugang (Access) zusammenzuschließen. Dadurch reduziert sich auch die Anzahl der an den jeweiligen Standorten benötigten Abschlussgeräte (Remote-Devices) und der entsprechende Energiebedarf.

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Gutes Timing für SAUTER Deutschland, denn die Telekom gab dem Unternehmen die Chance, die Lösung als Pilotkunde zu testen. So konnte für SAUTER Deutschland eine Optimierung an den LAN-Schnittstellen des Remote Devices und bei der Einstellung der Serviceklassen (Class of Service, CoS) vorgenommen werden. Dank der einfachen Konfiguration mit wählbaren Bandbreiten und vier Serviceklassen (Class of Service, CoS), konnte SAUTER aus zehn Profilen wählen. „Wir profitieren von einer spürbar besseren Performance und Verfügbarkeit. Langsame Applikationen und zu lange Antwortzeiten gehören der Vergangenheit an“, sagt IT-Chef Bitzenhofer.

SAUTER Deutschland ist Experte für Facility Management, Raum- und Gebäudeautomation. SAUTER Deutschland ist Experte für Facility Management, Raum- und Gebäudeautomation. (© Christoph Nadler)

Geschwindigkeit und Stabilität für immer mehr Standorte

Im Rahmen der Pilotphase wurden für die Unternehmenszentrale sowie für vier weitere Standorte Glasfaseranschlüsse installiert. Nach der Bereitstellung der Anschlüsse wurden Ethernet Virtual Private Line (EVPL) Verbindungen kurzfristig zwischen der Zentrale und den vier Standorten als Punkt-zu-Multipunkt-Lösung (P2MP) geschaltet. Für die Datenspiegelung zwischen zwei Außenstellen wurde einfach eine zusätzliche Verbindung mit einem geeigneten CoS-Profil für die als P2MP beauftragen Anschlüsse hinzugebucht. Bereits im Laufe der Pilotphase beauftragte SAUTER Deutschland die Anbindung der nächsten Unternehmensstandorte – der Ausbau um sechs weitere Standorte steht bevor. Durch die neue Lösung erhält SAUTER Deutschland höhere Bandbreiten mit sehr geringen Latenzen im Millisekundenbereich, die für mehr Stabilität und höhere Geschwindigkeiten sorgen.

Bessere Performance und schnellere Geschäftsprozesse

So muss die IT-Abteilung nun für die Datenspiegelung keine Zeitfenster am Wochenende oder nachts mehr einplanen, da diese im laufenden Betrieb ohne zusätzliche Anschlüsse erfolgt. Daten und Backups lassen sich zentral ablegen statt vor Ort an den jeweiligen Standorten. Nicht zuletzt laufen Geschäftsprozesse schneller und in höherer Qualität – so etwa Videokonferenzen und die Übertragung von Lehr- und Fachvideos aus dem Facility Management, die dank hoher Bandbreiten und passgenauer CoS störungs- und unterbrechungsfrei verlaufen. Eine höhere Performanz zeigen auch IoT-Anwendungen oder Auswertungen im ERP-System mit Excel-Add-Ins. Für die Erstellung von Angeboten und Kalkulationen wird ein zentrales Tool unternehmensweit über EthernetConnect 2.0 ausgerollt. Damit sind die Möglichkeiten der Netzwerklösung noch lange nicht ausgereizt: „Wir überlegen, künftig geeignete Kundenstandorte wie etwa große Büro-, Hybrid- oder Hotelgebäude direkt mit EthernetConnect 2.0 anzubinden“, sagt IT-Chef Thomas Bitzenhofer.

Vernetzungslösungen mit EthernetConnect 2.0

DEUTSCHE TELEKOM UND SAUTER DEUTSCHLAND

Die Aufgabe: Das bestehende MPLS-VPN eines Telekom-Wettbewerbers war zu schwerfällig und insbesondere durch die wachsende Zahl von Applikationen an den Unternehmensstandorten überfordert. Zu geringe Bandbreiten und hohe Latenzzeiten verlangsamten die Applikationen und erforderten eine neue Netzwerklösung.

Die Lösung: Die Zentrale und bislang acht weitere Standorte wurden mit EthernetConnect 2.0 vernetzt. So konnte SAUTER Deutschland durch die Kombination von wählbaren Bandbreiten und vier Serviceklassen (Class of Service) für seine Anwendungen die jeweils passende Netzqualität definieren.

Die Vorteile: Dank minimaler Latenzen und hoher Bandbreiten haben sich die Antwortzeiten von Applikationen deutlich verkürzt. So laufen etwa Videokonferenzen performanter und in höherer Qualität, Auswertungen im ERP-System erfolgen schneller. Zudem lassen sich die Daten im laufenden Betrieb spiegeln sowie zentral ablegen und sichern.