„Content is King“: Was im Online-Marketing stimmt, hat auch in der Suchmaschinenoptimierung (Englisch: „Search Engine Optimization“, kurz: SEO) Gültigkeit. Mussten Experten früher viel Aufwand betreiben, sich in Suchmaschinenentwickler einzufühlen und per Test herauszufinden, welche Maßnahmen den Platz im mythischen Google-Ranking wohl beeinflussen, zeichnet sich seit einiger Zeit ein neuer Trend ab: Die Bedürfnisse des Nutzers stehen im Mittelpunkt. Das bedeutet: Wer seine Homepage so gestaltet und befüllt, dass Besucher gern darauf verweilen, macht schon eine Menge richtig.

Alles bleibt anders

Mit Analysen und Langzeitmessungen wissen SEO-Fachleute heute ziemlich genau, welche Faktoren Marktführer Google nutzt, um sein Suchmaschinenranking festzulegen. Regelmäßige – nicht öffentlich verkündete – Updates verändern diese immer wieder. Tenor dieser Anpassungen: Google konzentriert sich immer mehr auf die Ansprüche des Anwenders. Faktoren dagegen, die technische Schwächen des Google-Algorithmus ausnutzen, werden langfristig an Relevanz verlieren. Nach diesen fünf Kriterien entscheidet die Suchmaschine aktuell:

  • Technik: dient dazu, dem Google-Bot zu helfen, Inhalte automatisch einzulesen, etwa URL-Struktur und Sitemap
  • User Experience: beschreibt, wie angenehm die aktuelle Nutzungserfahrung ist, etwa mit Blick auf mobile Darstellbarkeit und flüssige Navigation durch interne Links
  • Content: misst die Inhalte einer Seite, beispielsweise anhand verwendeter Keywords. Jedoch erkennt Google immer besser, wenn Inhalte zugunsten der SEO entfremdet werden. Natürlicher und leserfreundlicher Content ist hier Trumpf!
  • Social Links: unterstützen die User Experience und spiegeln die Relevanz der Inhalte für Nutzer wieder, etwa die Anzahl von Likes und Retweets
  • Backlinks: waren eher für ältere Google-Algorithmen wichtig. Wie jedoch bei Social-Faktoren gilt auch hier: Relevante Inhalte werden automatisch mit Verlinkungen belohnt. „Link earning“ statt „link building“ nennen das die Experten.
SEO ganz einfach SEO ganz einfach: Damit Ihre Kunden Sie schnell im Netz finden, sollten Sie einige wichtige Spielregeln befolgen. (© 2017 Shutterstock / Yuganov Konstantin)

Die wichtigsten Stellschrauben

Im Google-Ranking ganz oben aufzutauchen erfordert also das Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen – darunter auch strategische Entscheidungen wie die Einbindung einer Community oder eine sinkende Qualität der Inhalte. Deshalb sollte SEO immer so früh wie möglich im Projektmanagement mitgedacht werden. Die gängigsten SEO-Fehler allerdings lassen sich vergleichsweise einfach beheben:

  1. Selbstsabotage

Einstellungen wie „noindex“ oder falsch gesetzte Weiterleitungen können Webinhalte komplett unsichtbar machen. Das Umstellen erfordert jedoch meist nur wenige Klicks.

  1. Unzureichende Metadaten

Wer Metadaten – also hinterlegte Informationen über Seiten und Inhalte – nutzt, unterstützt Google und suchende User dabei, relevante Inhalte zu erkennen.

  1. Kryptische URLs

Sprechende URLs wie etwa www.digitaler-mittelstand.de/technologie helfen Google (und auch Nutzern), komplexe Strukturen zu erfassen und sich zurechtzufinden.

  1. Kein Responsive Design

„Mobile first“: Immer mehr Leute surfen nicht über einen Rechner auf ihrem Schreibtisch, sondern gehen mit ihrem Smartphone ins Internet. Deshalb zieht auch Google die Fundstellen vor, die ihr Website-Design darauf flexibel abstimmen.

  1. Offensichtlich optimierte Inhalte

Sinnlose Texte, die vor Keywords nur so strotzen, aber keinen informativen Mehrwert bieten, werden durch das Verhalten der Leser automatisch abgestraft. Das nimmt auch Google wahr. Stattdessen ist gut lesbarer und aufschlussreicher Inhalt gefragt!

  1. „Dirty“ Backlinks meiden

Seiten mit unlogischen Verlinkungen zu inhaltlich nicht passenden Seiten erkennt Google immer zuverlässiger und straft sie ab.

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