Dort gibt es zwei globale Währungen: Gute Inhalte und gute Technik. Bei den Inhalten verhält es sich ähnlich wie bei der Tagesschau: Persönlichkeiten werden zum Thema, wenn es zu ihnen Neues, Relevantes oder Interessantes zu berichten gibt. Bei der Technik ist das A und O: Search Engine Optimization (Suchmaschinenoptimierung), kurz: SEO.

Es geht um die möglichst einfache Bereitstellung von Informationen (Usability). SEO macht Köpfe oder Unternehmen im Netz sichtbar – ihr Ziel ist ein höheres Ranking bei Suchmaschinen, sprich: Bekanntheit.

Aber wie wird der CEO leicht gefunden. Damit Sie mitreden können, wenn Ihr Marketingchef über seine Online-Strategie für Sie spricht, hier die wichtigsten Zusammenhänge.

SEO: Großwildjagd schlägt Marathon

Weil es so kriegsentscheidend ist, noch einmal vorneweg: Suchmaschinen sind wie neugierige Menschen: Sie lieben originäre und unique Inhalte und Informationen. Ein Test:
Tippt man folgenden Suchbefehl in die weltweit führende Suchmaschine ein: „CEO Marathon“ wird kein einziger Name eines deutschen Unternehmenslenkers auf der ersten Google-Seite ausgeworfen. Folgende Befehls-Eingabe dagegen: „CEO Großwildjagd“ fördert einen deutschen Unternehmer namentlich gleich auf Platz 3 zutage: Wolfgang Grupp, Chef von TRIGEMA. So wirkt originärer Inhalt. So wird CEO gefunden.

Nutzer wollen und erkennen interessanten und nützlichen Inhalt von ganz allein und verbreiten den auch von ganz allein, weil sie sich damit wiederum auch bei anderen interessant machen: Das ist die DNA von Social Media. Und das ist gleichzeitig auch der Unterschied zum klassischen Marketing, das von der Penetration der (meist immer) gleichen Markenbotschaft lebt.

Sichtbarkeit: Who is who in den Social Media

Flagge zeigen – wer nicht selbst kommuniziert, der wird kommuniziert. Es gibt viele Plattformen, in denen CEO durch öffentlicher werden kann. Hier eine Auswahl an relevanten Medien, die für Entscheider im Mittelstand als Kommunikations-Hubs in Frage kommen:

  • Corporate Homepage: Sie ist die erste Adresse, Markenzeichen und Visitenkarte des Unternehmens. Hier spielt die Firma und ihre Produkte die prioritäre Rolle.
  • Persönliche Homepage: zum Beispiel Heino.de. Inzwischen natürliche Person und selber Marke zugleich.
  • Facebook: Größte Social Media Plattform der Welt. Die Währung hier: Anzahl der Freunde.
  • YouTube: Zweitgrößter Social Media Kanal der Welt, steht zugleich für die Macht der Bilder, die das geschriebene Wort immer mehr Terrain wegnehmen.
  • Twitter: Auf Twitter können sich Nachrichten (und auch Namen) explosionsartig um den Globus verbreiten.
  • Blog: Das Blog ist ein auf einer Webseite oder auch als Webseite geführter Kommunikationskanal, in dem (meist) der Owner als Blogger autark in Echtzeit kommuniziert. Hat sich längst von der Geheimwaffe zum Top-Medium entwickelt. Beispiel: Fleischermeister Ludger Freese aus dem kleinen Visbeck bei Bremen hat mit seinem Blog „Essen kommen!“ mehr Follower als der Blog von Daimler. Und das mit Themen wie „Kohl, Roulade, Entrecote & Co.“.

Suchmaschinen: Wen sie lieben, der wird im Netz bekannt

Die fünf größten von vielen weiteren Suchmaschinen sind: Google, Bing, Yahoo, T-Online, YouTube. Was sind die handwerklichen Schachzüge und Kniffe, um durch sie im Netz schneller als andere gefunden zu werden? Hier eine Short-List:

  • Keywords: Es sind die Schlüsselworte bei den Suchmaschinen. Sie sind die Magneten, die auf meine Spur führen. Das sind die Worte, die immer ganz vorne stehen, zu vergleichen mit der Erkennungsmelodie der Tagesschau. Wer gefunden werden will, muss zielführende Keywords setzen. Drei Kernüberlegungen dabei: Wie würde ich nach meiner Website suchen? Wie suchen andere nach meinen Produkten? Wie nennen Experten meine Produkte? Möchte ich leicht gefunden werden, dann markiere ich genau solche Worte fett, in allem, was ich veröffentliche. Multi-Unternehmer Heiner Kamps ist unter „Bäcker“ nicht auf Anhieb zu finden, allerdings liefert das Keyword „Brötchen-Millionär“ sofort einen Volltreffer. Es hat sich im Web verselbständigt und durchgesetzt.
  • Videos: Videos haben sich zur Geheimwaffe für den Aufbau von Awareness gemausert. YouTube ist inzwischen die zweitgrößte Suchmaschine der Welt und nach Facebook die zweitgrößte Social Media Plattform der Welt. Dienstleistungsprodukte können auch auf YouTube auffindbar gemacht werden (zum Beispiel durch entsprechende Keywords in title und description). Bilder wirken mehr als Worte – so können CEOs sogenannte CedEOs posten: markante kurze Clips mit Statements zu sachlichen oder persönlichen Themen. Der Allianz-Vorstand ist mit solchen Clips im Netz zielgruppenscharf und eben auf ungewöhnliche Weise auf Talentsuche gegangen.
  • Onpage-Optimierung: Hierbei geht es um die Optimierung von allem, was auf einer Seite stattfindet: Texte, Fotos, Videos, Audios – also alles, was für Faszination nötig ist. Originellere Texte schlagen generische. Eyecatcher-Fotos schlagen Stock-Fotos. Ein differenzierendes, polarisierendes Video hat mehr Chancen, sich durchzusetzen und von sich reden zu machen, als ein 08/15-Video.
  • Offpage-Optimierung: Hier geht es darum, die Webseite selbst bekannt zu machen, möglichst wirksam auf sie zu verlinken. Das geschieht z. B. durch Linkbuilding, also dem bewussten Platzieren von eigenen Links auf anderen sozialen Medien, um so Traffic auf der eigenen Seite zu erzeugen, um neue Besucher auf die eigene Seite zu lenken. Je mehr Links von anderen Homepages auf Ihre Webseite zeigen, desto höher rankt Sie die Suchmaschine.
  • Technik: Achtung – Suchmaschinen und übrigens auch Nutzer (!) strafen technische Unzulänglichkeiten sofort ab. Beispiel: Niemand nimmt mehr lange Ladezeiten hin – alles, was über den Millisekundenbereich hinaus geht, ist out.

SEO: Gut für's Geschäft

Drei verbreitete Irrtümer über SEO:

  • Der Erfolg kommt über Nacht: Falsch, der Reputationsaufbau via SEO ist ein längerfristiges Investment in die Entwicklung von Marke und Reputation.
  • Content Marketing reicht: Falsch, attraktiver Content ist unabdingbar für Marken-Differenzierung – wird aber verstärkt durch eine Social Media Distributions-Strategie.
  • SEO ist ein Nullsummenspiel: Richtig ist: SEO stützt nicht nur den Markenaufbau durch steigende Besucherzahlen auf einer Homepage, sondern auch die Abverkauf: SEO-Experte Christian Tembrink: „Es gab schon Kunden, die uns gebeten haben, SEO auszusetzen, weil sie die steigende Nachfrage nicht mehr bedienen konnten.“ Und: Der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke hat durch seine optimierten Erklärvideos zu Medienthemen sich nicht nur selbst als führender Experte positioniert, sondern in den letzten Jahren auch über 7 Millionen Klicks erzielt und dadurch 10.000 neue Mandanten gewonnen.

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