Share Economy: Ökologisch und sozial wertvolle Idee

Grundsätzlich basiert Share Economy gar nicht auf einem Geschäftsmodell, sondern auf einem selbstlosen und in gewisser Weise auch nachhaltigen Prinzip: Anstatt dem schnöden Konsum zu frönen und Geld für die Anhäufung von Besitztümern zu verpulvern, sollen Ressourcen sowie Güter geteilt und gemeinsam genutzt werden. So soll Share Economy zum Beispiel durch  ...

  • Foodsharing die Verschwendung von Lebensmitteln eingedämmen,
  • Carsharing das Verkehrsaufkommen mittels gemeinschaftlicher Nutzung von Fahrzeugen reduzieren,
  • die gemeinsame Nutzung von Werkzeugen, die Privatpersonen für gewöhnlich nicht täglich benötigen, die finanzielle Belastung für den Einzelnen mindern.

So basiert das Prinzip der Share Economy theoretisch also auf einer sozial und ökologisch grundsätzlich wertvollen Idee.

Share Economy: Die Kommerzialisierung nimmt zu

In der Praxis zeichnet sich das Geschäftsmodell mittlerweile allerdings eher durch seinen stark kommerzialisierten Charakter aus. Denn anstatt Ressourcen und Güter selbst- und kostenlos zu teilen, sind diese immer öfter  nur gegen Geld auszuleihen oder zu mieten. Und das macht die Share Economy letztlich zu einem ganz normalen Geschäft. Ein klarer Widerspruch zur ursprünglichen Idee.  Auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite schmälert der Paradigmenwechsel nicht zwangsläufig den Erfolg. Wie gut das veränderte Prinzip "Geld gegen Leistung" ankommt, zeigen verschiedene Online-Plattformen, wie ...

  • Airbnb.  Hier mieten Nutzer für kleines Geld Feriendomizile von anderen Privatpersonen.
  • Uber. Über die Vermittlungsdrehscheibe bieten Privatpersonen Fahrten in ihrem eigenen Auto an.
  • DriveNow. Damit lassen sich Mietwagen in ausgewählten deutschen Städten ohne viel Aufwand mieten und nach der Nutzung in Minuten abrechnen.

Share Economy: Preise machen traditionellen Unternehmen zu schaffen

Das Pro für die Kunden, die vergleichsweise günstigen Preise, sind für traditionelle Firmen ein Contra: Gerade in der Taxi- und Hotelbranche ist im Hinblick auf Portale wie Uber oder Airbnb die Rede von Wettbewerbsverzerrung.

Auch in der Internet- und Bloggerszene steht das Geschäftsmodell in der Kritik: Dass von Sharing im Sinne von Teilen schon lange keine Rede mehr sein kann, sondern sich stattdessen eine neue Form des Internetkapitalismus etabliere, merkt zum Beispiel Blogger und Internetexperte Sascha Lobo an, wie der "Weser Kurier" berichtet.

Share Economy: Geschäftsmodell in einer rechtlichen Grauzone

Ein weiteres Problem: Das Konzept der Share Economy bewegt sich zum Teil in einer rechtlichen Grauzone:

  • Anders als in normalen Hotels zum Beispiel setzt Airbnb keine Sicherheitsstandards bei Privatanbietern  voraus und auch
  • Uber fordert keine Genehmigungen im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes zur Beförderung von Fahrgästen.

Dieser Verzicht auf sonst branchenübliche, sicherheitsrelevante Vorschriften oder Nachweise ist sogar zum Politikum geworden. So sind Fahrten mit Uber in Berlin und Hamburg behördlich verboten.

Eine mögliche Lösung für dieses Beispiel und weitere heikle Fälle: Der Gesetzgeber muss ein passendes Regelsystem auf die Beine stellen, das der Share Economy und der "normalen" Wirtschaft gleichermaßen gerecht wird.  Dadurch könnte der – zumindest ursprünglich – alternative  Ansatz aus der rechtlichen Grauzone herausgeführt und der Wettbewerb für alle Anbieter fair gestaltet werden.

Weiterführende Links:

  • Das Prinzip der Share Economy haben wir auf mDM anhand von fünf Beispielen für Sie erläutert.
  • Auch die "Süddeutsche Zeitung" wirft einen kritischen Blick auf die Share Economy.