Warum Gründer eine SWOT-Analyse erstellen sollten

Wer als Unternehmer mit einem neuen Geschäftsmodell vor dem Markteintritt steht, ist großen Unsicherheiten ausgesetzt. Wird das Produkt die Kunden begeistern oder im gewaltigen Warenstrom der globalisierten Wirtschaftswelt einfach untergehen? Wie wird die Konkurrenz darauf reagieren? Überwiegen bei der Markteinführung die Chancen oder die Risiken?

Um diese und weitere Fragen adäquat zu beantworten, greifen findige Unternehmer auf eine SWOT-Analyse zurück. Das Akronym steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Die entsprechende Matrix eignet sich perfekt für die Positionsbestimmung im strategischen Marketing.

Step 1: Stärken und Schwächen abwägen

Um viele verschiedene Perspektiven auf Ihr Geschäftsmodell zu erhalten, sollten Sie ein möglichst interdisziplinäres Team für die SWOT-Analyse aufstellen. Dazu gehören auf jeden Fall die Verantwortlichen im Vertrieb sowie Marketing- und Produkt-Manager.

Als Erstes konzentriert sich die Gruppe auf die Stärken-Schwächen-Analyse. Wodurch hat Ihr Produkt einen Qualitäts- und Innovationsvorsprung gegenüber den Produkten der Konkurrenz? Wo besteht hingegen noch Entwicklungsbedarf? Achtung: Diese Untersuchung ist nur aussagekräftig, wenn sie vergleichbare Werte und Zahlen Ihrer Wettbewerber heranziehen. Versuchen Sie in der Analyse ehrlich zu sich selbst zu sein und sich in erster Linie von den Fakten leiten zu lassen.

Step 2: Risiken und Chancen erkennen

Im Gegensatz zu den Stärken und Schwächen sind die Risiken und Chancen eines neuen Geschäftsmodells von externen Faktoren abhängig. Diese werden in der Regel von makro-ökonomischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Trends und politischen Entscheidungen beeinflusst. Ein fiktives Beispiel: Sie wollen mit einer neuen App den Markt erobern. Das Programm soll mobiles Bezahlen mit dem Smartphone ermöglichen. Dumm nur, dass die Bundesregierung ein neues Datenschutzgesetz verabschiedet hat, das die bürokratischen Auflagen und somit die Kosten drastisch erhöht. Ein klares Risiko für Ihr Geschäftsmodell!

Auf der anderen Seite bestehen aber auch Chancen: Immer mehr Menschen besitzen ein Smartphone und die Zahl der App-Downloads wächst unaufhaltsam an. Nun gilt es abzuwägen: Überwiegen die Chancen oder werden die Risiken Ihr Geschäftsmodell unprofitabel machen?

Weitere Risiken und Chancen, die Gründer und Innovatoren im Hinblick auf das strategische Marketing stets im Blick behalten sollten, sind:

  • Die Förderpolitik des Staates.
  • Die demografische Entwicklung sowie das Freizeitverhalten von Kunden.
  • Neue Produktionstechnologien.
  • Die Wirtschaftslage samt Schwankungen von Inflation und Zinsen.

Step 3: Die passenden Tools verwenden

Wenn Sie eine SWOT-Analyse erstellen, dann können Sie natürlich ganz klassisch auf Stift und Papier zurückgreifen. Das Internet hält für moderne Unternehmen allerdings eine Reihe von praktischen Online-Tools bereit:

  • Creately ist eine webbasierte Software, die die einzelnen Stichpunkte in bunten Diagrammen darstellt. Die SWOT-Analyse kann auch mit anderen Mitarbeitern geteilt werden. Der Online-Dienst ist kostenlos – doch für Extra-Features müssen die Nutzer mindestens fünf US-Dollar im Monat hinblättern.
  • Auch Gliffy  setzt bei der Darstellung der SWOT-Analyse auf ein intuitives, bildhaftes Design. Je mehr User die Software nutzen, desto höher der Preis.
  • Quick and dirty: Das ist das Motto von SmartDraw. Dieses Tool verspricht die SWOT-Analyse binnen weniger Minuten fertigzustellen. Vorteilhaft: Die Software enthält auch schon die wichtigsten Schlüsselfragen. Weniger vorteilhaft: Die Preise für das Tool starten bei stolzen 197 US-Dollar.

Step 4: Maßnahmen umsetzen

Die ganze Analyse ist natürlich nutzlos, wenn Sie nicht die richtigen Schlüsse aus Ihrer Untersuchung ziehen und die entsprechenden Maßnahmen in die Praxis umsetzen. Mutige Entscheider schrecken auch nicht davor zurück, Szenarien zu überdenken und bisherige Praktiken zu verwerfen. Strategisches Marketing setzt auch voraus, dass Sie die SWOT-Analyse laufend aktualisieren und prüfen. Denn die Chancen und Risiken für Ihr Geschäftsmodell können sich schlagartig ändern.

Weiterführende Links: 

  • SWOT-Analyse erstellen: Praktische Tipps hat auch das Portal "CIO" gesammelt.
  • Strategisches Marketing: Darum ist die Kundenanalyse mit Big Data auch hilfreich für Mittelständler.