Kurze Zeitreise zurück in die 90er Jahre: Ein Hotelgast bittet den Rezeptionisten, ein Taxi zu rufen. Der greift zum Telefon, hängt zwanzig Sekunden in der Warteschleife, gibt anschließend die Adresse des Hotels durch. Eine Bestellung im Stil der alten Schule. Und heute? Da drückt der Mitarbeiter hinter der Rezeption auf eine kleine gelbe Klingel, kaum größer als ein USB-Stick. Sofort erscheint auf dem Display ein Häkchen. Bedeutet: Ein Fahrer ist informiert und unterwegs zum Hotel. Kein Griff zum Telefon, keine Warteschleife. Gäste und Mitarbeiter sparen Zeit, so die Intention der Erfinder der sogenannten Taxiklingel, die Brüder Ralph und Holger Brück, die seit 2004 den Fahrdienstvermittler Main Taxi Frankfurt betreiben. 2017 gründeten die Brüder best.ways.

Internet der Dinge führt zu mehr Produktivität

Steckbrief

Name: best.ways GmbH

Gründung: 2017

Hauptsitz: Frankfurt

Mitarbeiter: 20

Den Unternehmern kann die Digitalisierung der Branche nicht schnell genug gehen. Die Brüder vermitteln Taxis zwar immer noch über ein Call-Center, in dem 20 Mitarbeiter rund 400 Fahrzeuge selbstständiger Taxiunternehmen – oft einzelne Fahrer – mit Aufträgen versorgen. Sie haben aber auch schon eine Abkürzung entwickelt, eine Smartphone-App. Die Taxiklingel und das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) gehen in puncto Effizienz jetzt noch einen Schritt weiter. Weniger Arbeit als ein Tastendruck pro Bestellung ist nicht vorstellbar. Und von der neuen Technologie profitieren nicht nur Kunden von Hotels, Restaurants und Krankenhäusern, sondern auch der Fahrdienstvermittler selbst – die Mitarbeiter im Call-Center vermitteln dank der automatisierten Bestellung deutlich mehr Aufträge. „Die Taxiklingel ist eine spürbare Entlastung für unsere Zentrale", sagt Ralph Brück, Geschäftsführer der best.ways GmbH. „Gleichzeitig hilft uns die Lösung dabei, den Service für unsere Kunden weiter zu verbessern." Und diese Steigerung der Performance ist wichtig in einer Zeit, in der Fahrdienstvermittler mit Unternehmen wie Uber und FreeNow konkurrieren. Derzeit startet best.ways einen Rollout mit 500 Geräten.

Deutsche Telekom stellt IT-Infrastruktur zur Verfügung

IT-Infrastruktur für IoT

Service-Button für alle Branchen

Die Taxiklingel basiert auf dem IoT-Service-Button – eine Nachrüstlösung für Unternehmen aller Branchen. Er lässt sich per Plug & Play anbringen und arbeitet unabhängig von Strom- und Firmennetzen.

 

IoT-Geräte in der Cloud überwachen und verwalten
Um vernetzte Geräte und Maschinen aus der Ferne überwachen, verwalten und steuern zu können, hat die Deutsche Telekom eine Cloud-Plattform für das Internet der Dinge entwickelt.

 

Preisgünstiger Netzwerkstandard für IoT
NarrowBand IoT ist ein preisgünstiger und stromsparender Netzwerkstandard für IoT-Anwendungen. Bestandteil sind simple Funkmodule, die sich auf notwendige Funktionen beschränken.

 

Best.ways hat bei der Entwicklung der Taxiklingel Rückendeckung bekommen: Die Deutsche Telekom stellt dem Fahrdienstvermittler ihre IT-Infrastruktur zur Verfügung. Dazu zählen die Klingel selbst, die mit Batterie läuft und somit unabhängig ist vom Stromnetz des Anwenders, SIM-Karten und eine Cloud-Plattform. Für die Datenübertragung setzt die Deutsche Telekom auf NarrowBand IoT (NB-IoT), das Maschinen- und Sensorennetz für das Internet der Dinge. Der neue Funkstandard verbraucht wenig Energie und durchdringt selbst Betonmauern. Die Taxiklingel kann also auch im Keller hängen.

Die IoT-Plattform Cloud der Dinge der Telekom sammelt die Daten der Taxiklingeln in Echtzeit. Verknüpft ist die Cloud mit dem Vermittlungssystem von best.ways, das den Auftrag automatisch an ein Taxi in der Nähe weiterleitet. best.ways kann in der Cloud der Dinge die Geräte zudem über ein Webportal überwachen, verwalten und steuern. Das Unternehmen verknüpft die Klingeln beispielsweise über ihre Seriennummer mit Adressen. Und legt fest, welche Texte auf den Displays erscheinen – etwa "einfach drücken, um ein Taxi zu bestellen."

Mit 5G zum autonomen Taxi

5G: Eine neue Generation im Mobilfunk

Ab dem Jahr 2020 wird das 5G-Netz für Kunden in Deutschland verfügbar sein und die mobile Datenübertragung dank höherer Bandbreiten optimieren. Dabei geht es weniger um einen neuen Mobilfunk-als vielmehr um einen Kommunikationsstandard.

Mit 5G begegnen Netzbetreiber nicht nur den Anforderungen des stetig wachsenden weltweiten Datenverkehrs, sondern schaffen auch die Grundlagen für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle –etwa dem Internet der Dinge oder Augmented Reality.

Mehr dazu im Telekom-Special.

Damit revolutioniert die Taxiklingel schon heute den Verkehr. In Zukunft sorgt das 5G Netz für weitere Innovationen auf unseren Straßen. Denn dank der schnellen Vernetzung von Verkehrssystemen wird das Netz der Zukunft reibungsloses autonomes Fahren ermöglichen. Das 5G Netz verspricht neue Standards bei der Geschwindigkeit der Datenübertragung und Netzkapazität. Die Telekom baut das 5G-Netz in Deutschland mit dem Ziel aus, Engpässe bei der Übertragung zu vermeiden. Auch Taxis können dann dank 5G ohne Fahrer unterwegs sein.

 

DEUTSCHE TELEKOM UND BEST.WAYS GMBH

Die Aufgabe: Das Call-Center des Fahrdienstvermittlers best.ways aus Frankfurt versorgt rund 400 Taxis mit Aufträgen. Da internationale Unternehmen wie Uber den Wettbewerbsdruck erhöhen, will best.ways das Internet der Dinge nutzen, um produktiver zu werden und Mitarbeiter zu entlasten.

Die Lösung: best.ways verwandelt den IoT Service Button in die sogenannte Taxiklingel. Die kompakte, batteriebetriebene Klingel verfügt über eine SIM-Karte, die Bestellungen über das Maschinen- und Sensorennetz NarrowBand IoT (NB-IoT) in die Cloud der Dinge schickt. Von dort gelangen die Daten in das Fahrtenvermittlungssystem von best.ways.

Die Vorteile: Müssen Mitarbeiter in Hotels, Restaurants und Krankenhäusern bislang zum Telefonhörer greifen, um ein Taxi zu bestellen, reicht zukünftig der Druck auf die Taxiklingel. Und auch best.ways spart Ressourcen. Mitarbeiter im Call-Center sind entlastet, das Unternehmen vermittelt trotzdem deutlich mehr Aufträge.