Teamentwicklung will gesteuert werden

Traditionelle Arbeitsformen werden immer häufiger durch Projektarbeit abgelöst. Entscheidend für den Projekterfolg ist die Zusammensetzung des Teams und dessen Entwicklung. Nur wenn die Führungskraft die einzelnen Mitarbeiter mit ihren Stärken und Schwächen gut kennt sowie um das Klima im Team weiß, kann ein Projekt erfolgreich sein.

Doch die Steuerung der Teamentwicklung wird häufig vernachlässigt. Im schlimmsten Fall fehlt eine Projektleitung. Auch wenn sie vorhanden ist, so fehlen ihr nicht selten Ressourcen, um sich mit der Bildung des Teams zu beschäftigen. Doch Teambuilding und -performance wollen aktiv gemanagt werden.

Nach dem US-amerikanischen Psychologen Bruce Tuckman durchlaufen Teams während der Dauer eines Projekts mehrere Phasen, die von unterschiedlichen Herausforderungen geprägt sind. Tuckmans Phasenmodell erinnert an den Lauf einer Uhr - weshalb das Schema auch als Tuckmans Teamuhr bezeichnet wird. Das Tuckman-Phasenmodell besteht aus vier beziehungsweise fünf Phasen, in denen der Führungskraft unterschiedliche Aufgaben zufallen.

Phase 1: Forming

Nach Tuckman beginnt die Teamentwicklung mit einer sogenannten Forming-Phase. In diesem Stadium müssen sich die einzelnen Teammitglieder zunächst finden. Die meisten Menschen agieren in dieser Zeit der allgemeinen Orientierung vorsichtig und zurückhaltend. Es mag vielleicht einen Workflow auf dem Papier geben, doch müssen sich Prozesse erst noch entwickeln. Das Team findet noch die richtigen Tools für Kommunikation und Zusammenarbeit und ermittelt, was in der Praxis funktioniert – und was nicht.

Die Projektleitung hat während der Findungsphase, in welcher der Output des Teams noch stark beschränkt ist, in erster Linie die Aufgabe, dem Team Sicherheit und Orientierung zu geben. Das geschieht durch Kennenlernprozesse, durch das Schaffen einer Willkommensatmosphäre und durch transparentes Informieren.

Da den Projektmitgliedern noch Sicherheit fehlt, sind klar umrissene Aufgabenzuweisungen und Anweisungen sowie eine enge Führung in der Forming-Phase empfehlenswert.

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Phase 2: Storming

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In der zweiten Phase der Teamentwicklung wird es stürmisch. Das klingt zunächst etwas beängstigend, doch die Storming-Phase gehört zum Entstehungsprozess einer Gruppe dazu. Die Teammitglieder haben sich seit Projektbeginn besser kennengelernt. Sie merken langsam, wer ihnen sympathisch ist und eine ähnliche Arbeitsweise hat und mit wem sie eher nicht so gut zusammenarbeiten können. Häufig kommt es zur Grüppchenbildung, Spannungen nehmen zu, Konflikte schwelen im Untergrund oder treten offen zutage. Nicht selten merken die Beteiligten, dass das Projekt komplexer ist als geplant. Dies und die teaminternen Spannungen bremsen die Motivation; die Leistung nimmt im Vergleich zur euphorischen, aber wenig produktiven Anfangsphase sogar noch ab.

In der Storming-Phase zeigt sich das ganze Können einer guten Führungskraft. Sie wirkt als Schlichterin in Konfliktsituationen und lenkt den Fokus des Teams zugleich auf die Projektziele.

Phase 3: Norming

Norming ist die dritte der Tuckmanschen Teamentwicklungsphasen. Dieser Abschnitt ist eine Zeit der Konsolidierung und Normierung. Das Team entwickelt Prozesse und Regeln, die das gemeinsame Arbeiten strukturieren und organisieren. Auf persönlicher Ebene herrscht eine offene Diskussionskultur, die von gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist.

In der Norming-Phase sind die Rollen klar verteilt, die einzelnen Teammitglieder setzen sicher und selbstbewusst ihre Aufgaben um. Noch ist die Performance auf vergleichsweise niedrigem Niveau, doch durch das entstehende Wir-Gefühl nimmt die Leistung langsam aber stetig zu.

Die Projektleitung hat auch in dieser Phase klar umrissene Aufgaben. Allerdings verschiebt sich die Rolle weg von einem Manager hin zu einem Berater. Die Führungskraft begleitet die Gruppe dabei, eigene Regeln zu finden und hat deren Einhaltung im Blick. Sie berät bei Fragen zu einzelnen Aufgaben und stärkt das Wir-Gefühl des Teams, etwa durch gemeinsame Aktivitäten auch außerhalb der eigentlichen Projektarbeit.

In der dritten und vierten Phase arbeitet das Team am produktivsten zusammen. (© 2018 Shutterstock / Lipik Stock Media)

Phase 4: Performing

Gemäß Bruce Tuckman kommt ein Team nach Forming, Storming und Norming schließlich in der Performing-Phase der Teamentwicklung an. In dieser vierten Stufe arbeitet das Team effizient, weitgehend eigenständig und erzielt eine hohe Leistung.

Die Teammitglieder kennen sich besser denn je und respektieren ihre Kolleginnen und Kollegen. Die Grundlage bilden der Fokus auf ein gemeinsames Ziel sowie die ausgehandelten Rollen und Regeln.

Die Projektleitung kann sich noch weiter zurückziehen, da das Team nun weitgehend selbstständig operiert. Sie fungiert vor allem als Moderation und Ansprechpartnerin und hat dafür Sorge zu tragen, dass die Performing-Phase möglichst lange anhält. Dies sollte allerdings nicht mit Stillstand verwechselt werden. Ganz im Gegenteil hat die Führungskraft die Aufgabe, einzelnen Mitgliedern und somit dem gesamten Team eine Weiterentwicklung zu ermöglichen.

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Projekte sind zeitlich begrenzt: Adjourning

Da Projekte qua Definition zeitlich begrenzt sind, folgt der vierten noch eine fünfte Phase der Teamentwicklung. Tuckman bezeichnet diese als Adjourning. In dieser Phase wird das Team nach erfolgreichem Projektabschluss aufgelöst. Dank für und Würdigung der vollbrachten Leistung stehen hier im Vordergrund.

Checkliste: Teamentwicklung

In jeder Phase der Teamentwicklung gilt es für die Führungskraft, Fragen der Teammitglieder beantworten zu können:

  • Forming: Wer sind die anderen und wie ticken sie? Was sind meine Aufgaben?
  • Storming: Wie komme ich mit den anderen klar? Was wollen wir zusammen erreichen?
  • Norming: Wie wollen wir miteinander arbeiten? Wie kann ich meine Aufgaben am besten erledigen?
  • Performing: Wie arbeiten wir möglichst effizient?