Wie Teilzeit in der Elternzeit helfen kann

Als Manager eines KMU müssen Sie damit rechnen, dass sich Ihre Mitarbeiter im Extremfall in eine dreijährige Auszeit verabschieden können und die Arbeit zugunsten der Wickelkommode vorübergehend an den Nagel hängen. Ein Szenario, das im Hinblick auf die Planung von Arbeitsabläufen schon etwas Angst machen kann.

Zum Glück gibt es laut aktueller Rechtslage, geregelt im Bundeselterngeldgesetz und Elternzeitgesetz, kurz BEEG, eine vielversprechende Lösung: Arbeitnehmer in Elternzeit sind dazu berechtigt, bis zu 30 Stunden in der Woche zu arbeiten.
Können sich Arbeitgeber und -nehmer auf eine Beschäftigung in Teilzeit in der Elternzeit einigen, gehören Personalengpässe auf der Unternehmens- und Geldsorgen auf der Arbeitnehmerseite schnell der Vergangenheit an.

Was Sie bei Teilzeit in der Elternzeit beachten sollten

Teilzeit in der Elternzeit müssen Sie Ihren Beschäftigten nur dann genehmigen, wenn …

  • mehr als 15 Personen in Ihrem KMU angestellt sind,
  • der beantragende Mitarbeiter mehr als sechs Monate ohne Unterbrechung bei Ihnen beschäftigt ist,
  • die Arbeitszeit für mindestens drei Monate auf 15 bis 30 Wochenstunden reduziert wird und
  • dem Anspruch keine dringenden betrieblichen Gründe im Weg stehen.

Beim letzten Punkt können beispielsweise die Unverhältnismäßigkeit der Kosten, die durch die Beschäftigung einer weiteren Arbeitskraft entstehen, oder die Gefährdung der betrieblichen Arbeitsabläufe als dringende betriebliche Gründe angeführt werden.

Sind in Ihrer Firma nur bis zu 15 Personen angestellt, besteht kein Rechtsanspruch auf eine Beschäftigung in Teilzeit in der Elternzeit. Trotz dieser Rechtslage sollten Sie eine Einigung mit Ihrem Angestellten anstreben, wenn Sie ihn für die Elternzeit nicht an ein anderes Unternehmen verlieren möchten. Denn eine Teilzeitbeschäftigung Ihrer Angestellten in einem anderen Unternehmen oder in der Selbstständigkeit sind unter Umständen möglich.

Die Rechtslage sieht vor, dass Ihre Mitarbeiter ganz offiziell untreu werden und während ihrer Teilzeit in der Elternzeit in ein anderes KMU wechseln dürfen. Einspruch als Arbeitgeber können Sie dagegen nur erheben, wenn dadurch beispielsweise eine Konkurrenzklausel verletzt werden würde. Bei einem Widerspruch gilt eine vierwöchige Frist einzuhalten, die mit dem Eingang des Antrags Ihres Mitarbeiters auf Teilzeitbeschäftigung in einem anderen Unternehmen beginnt.

Wie Sie die Teilzeitbeschäftigung in der Elternzeit planen sollten

Handelt es sich bei dem Angestellten in Elternzeit um einen geschätzten Mitarbeiter, sollten Sie ihn auf jeden Fall bei der Stange halten. Grundsätzlich müssen Ihre Beschäftigten die Elternzeit und auch eine gewünschte Teilzeitbeschäftigung schon sieben Wochen vor Beginn schriftlich beantragen. In dringenden Fällen ist allerdings eine kürzere Frist denkbar.

Feste Fristen garantieren andererseits generell eine höhere Planungssicherheit auf beiden Seiten. Achten Sie darauf, klug zu kalkulieren und erwarten Sie dies auch von den betreffenden Angestellten: Die Arbeitszeit kann bei jedem Mitarbeiter während der gesamten Elternzeit höchstens zweimal reduziert werden. Mangelhafte Planung könnte Arbeitsabläufe in Ihrem KMU auf den Kopf stellen.

Berücksichtigen Sie auch, dass sowohl der Beginn als auch der Umfang der gewünschten Teilarbeitszeit im Antrag aufgeführt werden. Gehen Sie auf Nummer sicher und vermerken Sie die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit. Die Früchte einer derartigen Vorbereitung können Sie und Ihr Mitarbeiter dann ernten, wenn der Übergang in die Teilzeit in der Elternzeit reibungslos funktioniert hat.

Anspruch auf Elternzeit: So sieht die Rechtslage aus

Wird ein Kind geboren, ist dies in aller Regel Grund zur Freude. Für Sie als Manager eines KMU bedeutet das Familienglück Ihrer Angestellten aber auch: Sie müssen Organisationsgeschick beweisen, nicht nur im Falle einer Teilzeit in der Elternzeit. Denn frischgebackene Mütter und Väter haben nach aktueller Rechtslage grundsätzlich Anspruch auf Elternzeit.

Beschäftige können sich für das Abenteuer Erziehung von der Arbeit freistellen lassen, wenn …

  • es sich um das eigene Kind,
  • das Kind des Ehe- oder Lebenspartners oder
  • ein Kind, das in Vollzeitpflege aufgenommen wurde, handelt
  • und das Kind im eigenen Haushalt lebt und dort betreut werden soll.

Haben Mitarbeiter nicht selbst das Sorgerecht, ist Voraussetzung nach aktueller Rechtslage immer die Zustimmung des sorgeberechtigten Elternteils. Auch für die Betreuung von Geschwistern, Nichten, Neffen oder Enkelkindern können Ihre Angestellten Elternzeit geltend machen. Und zwar dann, wenn die sorgeberechtigten Eltern schwer erkrankt, schwerbehindert oder verstorben sind.

Entscheidend ist darüber hinaus übrigens nicht, auf welcher Gehaltsstufe sich die neuen Mütter und Väter befinden: Vom Praktikanten bis zum Top-Manager können sich alle Angestellten Zeit für die Erziehung des Nachwuchses nehmen.

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