Was brauchen Industrieanlagen, Brücken oder Gartentore, damit sie mehrere Jahre lang einwandfrei funktionieren? Sind sie aus Stahl, müssen sie mit einer Schicht aus Zink überzogen werden, um vor Korrosion geschützt zu sein. Diese Beschichtung übernehmen Verzinkereien. Eine davon ist The Coatinc Company (kurz: TCC) aus Kreuztal im Siegerland. Bereits in der 17. Generation verzinkt das mittelständische Unternehmen Stahlteile und ist mit dieser mehr als 500 Jahre alten Geschichte das älteste Familienunternehmen Deutschlands. TCC veredelt und beschichtet nicht nur Stahlteile und andere Oberflächen aller Art, sondern holt die Bauteile beim Kunden ab und bringt sie verzinkt und beschichtet wieder zurück. Doch regelmäßig gab es das gleiche Problem: Obwohl der Kunde die Maße der Teile zuvor an TCC übermittelte, waren die Angaben oft sehr ungenau oder gar falsch. Dies führte dazu, dass die sehr individuellen Teile oft nicht wie geplant auf die Ladefläche passten. „Wir haben auf dem LKW eigentlich immer Tetris gespielt“, sagt Gabi Wilwers, kaufmännische Geschäftsführerin bei TCC. So kam es oft zu langen Ladezeiten, zusätzlichen Transporten oder Leerfahrten.

Digitalisierung: Stahlunternehmen müssen sich entwickeln

Das kostete TCC regelmäßig Zeit und Geld. Gabi Wilwers wollte dieses Problem lösen, am liebsten digital. Bei ihren Kollegen stieß sie damit zuerst auf Skepsis. „Viele Kollegen hatten Bedenken, dass digitale Projekte teuer sind und viel Zeit bei der Umsetzung benötigen“, sagt Gabi Wilwers. „Auch unsere Kunden, vor allem Schlossereibetriebe, sind in ihrem Geschäftsalltag oft noch sehr analog unterwegs.“

Dabei muss die Stahlindustrie unbedingt digitaler werden, denn es herrscht Konkurrenz mit Billigstahl-Konzernen aus Asien. Auch eine Studie des Fraunhofer Instituts zur Digitalisierung im Stahl- und Metallhandel zeigt: 80 Prozent der Teilnehmer haben keine Erfahrungen mit Industrie-4.0-Anwendungen. Allerdings möchten 60 Prozent in Zukunft digitale Applikationen nutzen und sind auch bereit, finanziell zu investieren. So auch TCC „Ich habe meinen Gesellschafter um Geld für eine digitale Lösung gebeten und bin auf das Start-up platform3l zugegangen“, sagt Gabi Wilwers.

Auch interessant: Digitalisierungsindex Mittelstand 2019/20

Digitaler Wandel verändert Traditionsunternehmen

Start-up-Programm der Telekom

TechBoost hilft Start-ups mit einem innovativen und cloudbasierten Geschäftsmodell, zu wachsen und bekannter zu werden. Junge Gründer profitieren von Guthaben für die Open Telekom Cloud, Tarifrabatten sowie Unterstützung bei Vertrieb und Marketing. Zusätzlich vernetzt die Telekom die Start-ups mit Kunden aus dem Mittelstand auf Events oder Digitalisierungsworkshops. So helfen die jungen Gründer auch etablierten Unternehmen dabei, die Digitalisierung schnell und einfach umzusetzen.

Platform3l ist Mitglied bei TechBoost – dem Start-up-Programm der Telekom. Das junge Unternehmen ist Impulsgeber für Unternehmen, die sich digitalisieren möchten. Das Start-up unterstützt bei der Strategie für digitale Projekte und bringt als Matchmaker Unternehmen und Start-ups zusammen. Gabi Wilwers und die Gründerin von platform3l, Gabriele Riedmann de Trinidad, haben sich bei einem Digitalisierungsworkshop kennengelernt. Gabi Wilwers war bereits dort inspiriert von den vielen Möglichkeiten der Digitalisierung. Nach einem zweitägigen Workshop vor Ort bei TCC mit Experten und einem Coach, erarbeitete platform3l eine Strategie, wie das Abholen der Stahlteile bei den Kunden vereinfacht werden kann, und stellte den Kontakt mit einem Start-up her, das eine App für TCC entwickelte. Mit der App können die Kunden des Mittelständlers mit ihrem Smartphone per Augmented Reality die individuellen Bauteile fotografieren, automatisch vermessen und Fotos hochladen. Die App ist nur für Kunden von TCC zugänglich. Diese bekommen über ihre SAP-Nummer eine Einladung per E-Mail, über die sie dann die App herunterladen können.

Möchte der Kunde Bauteile verzinken lassen, vermisst er mit der App und über die Kamera seines Smartphones die Teile, macht ein Foto und schickt beides mit Auftragsnummer und dem gewünschten Abholtermin über die App an TCC. Im Anschluss bekommt der Kunde eine Versandbestätigung per E-Mail. Auch die gesamte Bestellhistorie kann er über die App einsehen. Gleichzeitig geht bei TCC eine E-Mail mit dem Abholtermin, den Fotos und den Lademetern ein. Über die SAP-Nummer wird die Bestellung dem richtigen Kunden zugeordnet und der Auftrag automatisch angelegt. Die App ist keine Blaupause, sondern ist genau auf die Bedürfnisse des Mittelständlers und seiner Kunden abgestimmt.

Auch interessant: Handwerk: Digitale Lösung für Lehrling und Meister

The Coatinc Company verzinkt Stahlteile und ist mit dieser mehr als 500 Jahre alten Geschichte das älteste Familienunternehmen Deutschlands. The Coatinc Company verzinkt Stahlteile und ist mit dieser mehr als 500 Jahre alten Geschichte das älteste Familienunternehmen Deutschlands. (© TCC)

Mittelstand und Start-ups: Ein erfolgreiches Team

Platform3l ist Mitglied bei TechBoost – dem Start-up-Programm der Telekom. Gründer mit einer cloudbasierten Geschäftsidee können sich bewerben und erhalten von der Telekom Guthaben für die Open Telekom Cloud, Tarifrabatte, sowie Unterstützung bei Vertrieb und Marketing. TechBoost versteht sich als Kooperationspartner der Start-ups. Als einziger Provider öffnet die Telekom den jungen Gründern darum ihr Kundennetzwerk und bringen sie in Kontakt mit potenziellen Kunden. So profitieren nicht nur die Start-ups: Mit Events und Innovationsworkshops vor Ort bei Kunden, können auch mittelständische Unternehmen mit den Ideen junger Gründer ihre Digitalisierung vorantreiben. So auch TCC: „Dank der schnellen und gelungenen Einführung der App, ist die gesamte Geschäftsführung aufgeschlossen gegenüber digitalen Projekten“, sagt Gabi Wilwers. „Mit der App sparen wir jetzt Logistikkosten und können effektiver planen.“

DEUTSCHE TELEKOM UND THE COATINC COMPANY

Die Aufgabe: TCC erhielt von seinen Kunden regelmäßig ungenaue Maßangaben der Stahlteile, die zum Verzinken abgeholt werden sollten. Das erschwerte die Logistik-Planung und kostete das Familienunternehmen regelmäßig Zeit und Geld.

Die Lösung: Das Start-up platform3l ist Impulsgeber für digitale Lösungen und verbindet als Matchmaker Kundenanforderungen mit Lösungen von Start-ups. Aufgrund dieser Vermittlung hat TCC jetzt eine App, mit der die Kunden vorab mit ihrem Smartphone per Augmented Reality die Stahlobjekte fotografieren und an TCC schicken. Platform3l ist Mitglied bei TechBoost – dem Start-up-Programm der Telekom.

Die Vorteile:  Das Abholen der Stahlteile funktioniert schnell und unkompliziert. Mit der App spart TCC jetzt Kosten, arbeitet effektiver und stärkt mit der unkomplizierten, digitalen Lösung die Kundenbindung.