Die Kasse unter Kontrolle, Lagerbestände im Blick, die Buchhaltung im Griff: Nicht nur finanzstarke Konzerne, auch Restaurants, Frisörsalons oder Einzelhändler sollen vom digitalen Wandel profitieren. Deshalb haben die Deutsche Telekom und das Unternehmen enfore eine Lösung entwickelt, die kleinen Unternehmen das Tor zur Digitalisierung öffnen soll. Im Interview erklären Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland GmbH, und Marco Börries, Gründer und CEO von enfore, wie für kleine Unternehmen die „nächste digitale Revolution“ startet.

Herr Rickmann, Frisöre schneiden Haare, Gastwirte servieren Getränke. Viele dieser kleineren Unternehmer fragen sich: Wozu brauche ich für meinen Erfolg die Digitalisierung? Was antworten Sie?

Hagen Rickmann: Klar ist, dass nicht alle Unternehmen ein durchgängig digitales Geschäftsmodell haben. Von der Digitalisierung profitieren kann aber jedes Unternehmen, egal welcher Branche und Größe – auch der Gastwirt.

90 Prozent der Unternehmen in Deutschland beschäftigen weniger als zehn Mitarbeiter. Und besonders in den Bereichen Gastronomie, Dienstleistungen und Einzelhandel sind sehr viele Unternehmen kaum digitalisiert. Herr Börries, woran liegt das Ihrer Ansicht nach?

Marco Börries: Kleine Unternehmen haben im Gegensatz zu Konzernen in der Regel keine eigene IT-Abteilung oder ein Budget, um in digitale Lösungen zu investieren. Mir liegen die kleinen Unternehmen, von denen es weltweit rund 200 Millionen gibt, besonders am Herzen. Mir sind dabei zwei Aspekte wichtig: erstens, dass auch diese kleinen Player eine realistische und faire Chance am Markt haben. Und zweitens, dass wir als Kunden weiterhin Dienstleistungen und Produkte unter vielen Anbietern wählen können. Denn große Unternehmen wie Amazon verdrängen zunehmend die kleinen Wettbewerber. Eine Entwicklung, die durch Digitalisierung weiter verstärkt wird.

Die wichtigsten Eckpunkte zu MagentaBusiness POS

Die Chancen der Digitalisierung nutzen? Das konnten sich viele kleine Unternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie und anderen Dienstleistungsbranchen bisher nicht leisten. Für sie gibt es jetzt MagentaBusiness POS: Herzstück der Lösung ist der enforeDasher, ein hochwertiges All-in-one-POS-Terminal inklusive Kassensystem. Ergänzt wird das Gerät durch das enforePayPad, ein mobiles Kartenterminal, sowie enforePOS, eine Business-App mit branchenspezifischen Software-Modulen: Über sie lassen sich sämtliche Geschäftsprozesse abbilden – von der Kundenkommunikation bis zum Materialeinkauf. Bis zum 31. Dezember 2017 bietet die Telekom den MagentaBusiness POS als Komplettpaket zu einem Sonderpreis an.

Wo könnten kleine Unternehmen beim Digitalisieren denn ansetzen?

Börries: Alle Prozesse, die einem festen, wiederkehrenden Schema folgen, lassen sich digitalisieren oder zumindest teilweise automatisieren. Nehmen Sie etwa ein Restaurant: Welche Vorgänge wiederholen sich regelmäßig? Die Tischreservierung zum Beispiel. Die können Restaurants auch mit einer App oder über ihre Website anbieten. Oder das Bestellen: Statt jeden einzelnen Wunsch eines Gastes auf Papier zu notieren, nimmt die Servicekraft die Bestellung einfach per Smartphone oder Tablet auf. Die Bestellung wird automatisch an die Küche übermittelt und die Servicekraft automatisch informiert, sobald Essen und Getränke serviert werden können. Mit digitalen Werkzeugen lassen sich also auch solche analogen Prozesse deutlich optimieren. Sie verbessern den Service, erhöhen die Kundenzufriedenheit und steigern am Ende den Umsatz.

Welche Fehler begehen kleine Unternehmen beim Digitalisieren?

Rickmann: Manche Unternehmen sehen einfach keinen Grund, etwas zu ändern, zum Beispiel, weil ihr Geschäft momentan gut läuft. Es ist aber ein Fehler, den Wandel deshalb zu ignorieren. Durch das Verharren in gewohnten Prozessen und Denkweisen überlässt mancher Betrieb damit zumindest mittelfristig das Feld der Konkurrenz. Eines sollte jedem klar sein: Kunden erwarten zunehmend digitale Services, weil sie in ihrem privaten Umfeld längst zu ihrem Alltag gehören. Immer mehr Menschen bestellen etwa Pizza per App oder bezahlen ihr Taxi mit dem Smartphone. Und wer einmal die Vorzüge von besserem, digital basiertem Service erlebt hat, mag nicht mehr darauf verzichten.

Marco Börries und Hagen Rickmann (rechts) starten mit MagentaBusiness POS die digitale Revolution für kleine Unternehmen. Marco Börries und Hagen Rickmann (rechts) starten mit MagentaBusiness POS die digitale Revolution für kleine Unternehmen. (© 2017 Alexander Klebe)

Wie wollen Sie kleinen Unternehmen nun dabei helfen, digitaler zu werden?

Rickmann: Gemeinsam mit unserem Partner enfore knüpfen wir an einem Punkt an, den jedes kleine Unternehmen im Bereich Einzelhandel, Dienstleistungen oder Gastgewerbe kennt: bei der Kasse. Sie ist ein Weg in die digitale Welt.

Digitale Kassensysteme gibt es doch bereits viele auf dem Markt.

Börries: Das stimmt. Doch wir bieten weit mehr als nur ein digitales Kassensystem an. Wie Herr Rickmann richtig sagt: Die Kasse ist letztlich nur das Tor, durch das Nutzer Zugang zu einer digitalen Plattform mit kostenfreien Software-Modulen erhalten. Ob vorbereitende Buchhaltung, Warenwirtschaft oder Personalplanung, Kundenmanagement oder Tischreservierung – am Ende laufen all diese Prozesse über die Kasse. Ein derartiges, voll integriertes System mit einheitlicher Datenbasis ist absolut einmalig auf dem Markt. Es gibt zwar viele Anbieter, die digitale Kassen, digitale Warenwirtschaftssysteme oder Buchhaltung anbieten. Aber das sind stets getrennte Lösungen – niemand außer uns führt alle Aspekte in einem einzigen System zusammen, das sich noch dazu komplett über ein digitales Terminal am Point-of-Sales/Service steuern lässt.

Enfore hat das System entwickelt – welchen Part übernimmt die Telekom?

Rickmann: Wir sind in Deutschland exklusiver enfore-Vertriebspartner, der das beste Netz als Verbindung vom POS-Terminal zur Cloud bereitstellt, und kümmern uns um fachmännischen Support. Kurz: Wir bieten ein Komplettpaket für die digitale Revolution kleiner Unternehmen. Die Lösung ist unter dem Namen MagentaBusiness POS in unserem Online-Shop, telefonisch und in ausgewählten Telekom Shops erhältlich.

Zu den Personen

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH

Nach Banklehre und Studium der Betriebswirtschaft trat Hagen Rickmann, Jahrgang 1969, zunächst in die Unternehmensberatung Esche Schümann Commichau ein. Im Jahr 2000 wurde er Chief Financial Officer beim IT-Dienstleister Done Project. Zwei Jahre darauf stieg Rickmann als Managing Director IT bei EDS ein, wo er als General Manager und Vorstandsmitglied unter anderem den Bereich Consulting Services für Nord- und Zentraleuropa verantwortete. Von 2008 an leitete Rickmann den Bereich Infrastructure Services in Zentraleuropa. 2009 trat Rickmann in den Telekom Konzern ein, wo er verschiedene Führungspositionen für die Geschäftskundensparte T-Systems bekleidete. Seit März 2015 führt er den Geschäftskundenbereich der Telekom Deutschland GmbH.

Marco Börries, CEO und Gründer von enfore

Marco Börries gründete bereits im Alter von 16 Jahren seine erste Firma: Mit „Star Division“ entwickelte er die bekannten Anwendungen StarOffice und OpenOffice.org. Später verkaufte Börries sein Unternehmen an Sun Microsystems und gründete 1996 „Star Finanz“ – ein Joint Venture mit der Deutschen Sparkasse. Mit „StarMoney“ erfand er dabei das Online-Banking neu. 2001 verkaufte Börries seine Anteile und gründete „Verdisoft“ – eine Plattform, die Computer, Smartphones und Fernsehgeräte miteinander vernetzt. 2005 verkaufte Börries auch dieses Unternehmen, diesmal an Yahoo. Er behielt jedoch die Zügel bei Verdisoft in der Hand und leitete gleichzeitig die Breitband-, Mobile- und TV-Sparte des US-Internetkonzerns. 2009 verließ Börries Yahoo und gründete sein viertes Unternehmen: NumberFour, aus dem später enfore hervorging.

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