Unternehmen kaufen und Synergien schaffen

Mit einem Unternehmenskauf stärken kleine und mittelständische Unternehmen eines ihrer wichtigsten Potenziale – ihr Know-how.

Ein erfundenes Beispiel: Technologiefirma X benötigt für die Herstellung eines Produktes einen speziellen Schaltkreis. Ein anderes kleines Unternehmen wird als Zulieferer beauftragt. Doch schon bald stellt Firma X fest, dass es sich in der Bilanz viel besser machen würde, besagtes Teil selbst herzustellen. Eine eigene Abteilung dafür einzurichten, ist wirtschaftlich aber nicht praktikabel. Weil das Know-how beim Zulieferer bereits existiert, geht X in die Prüfung und Verhandlung – und kauft das andere Unternehmen auf. Beide Parteien profitieren am Ende.

Neben der Stärkung von Kompetenzen geht es hier darum, die Wertschöpfungskette zu optimieren, Kosten einzusparen sowie neue Kunden und Märkte zu gewinnen. Zugleich ist der Bereich Mergers & Aquisitions (kurz: M&A) ein komplexes und riskantes Feld, in dem es auf erstklassige Recherche, Vorbereitung und Beratung ankommt.

Wachstums-Kick für den Mittelstand

Warum der Zukauf eines anderen Unternehmens sinnvoll sein kann: Organisches Wachstum ist oft ein langwieriger Prozess. Eine Fusion oder Übernahme kann diesen Vorgang erheblich beschleunigen. Sie ermöglicht, neue oder breitere Zielgruppen mit Produkten und Dienstleistungen zu bedienen.

Ebenso erschließen sich dadurch ganz neue Märkte – auch international. Etwa durch die Ausweitung der Produktpalette gewinnen Mittelständler eine solidere Geschäftsbasis. Markteinbrüche oder Konsumflauten verlieren ihren Schrecken.

Spezialisiertes Know-how ist eindeutig die Stärke des Mittelstandes: Durch einen gezielten Unternehmenskauf lässt sich diese steigern. (© 2017 Shutterstock / Matej Kastelic)

 

Rezept für den Unternehmenskauf

Wenn eine Firma über den Zukauf einer anderen nachdenkt, ergeben sich zumeist die folgenden Schritte beziehungsweise Fragen:

  • Zunächst sollte klar sein, aus welchen Motiven ein Unternehmenskauf angestrebt wird. Stehen strategische oder wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt?
  • Welches Unternehmen ist der passende Kandidat? Welches Know-how soll integriert werden? Ist die Branche von Bedeutung?
  • Wie hoch ist der Wert des anderen Unternehmens? Besonders diese Frage ist komplex. Eine Due-Diligence-Prüfung, also eine minutiöse Risikoprüfung und Unternehmensbewertung, ist dabei ein absolutes Muss. Im besten Fall blickt ein Wirtschaftsprüfer ganz allgemein auf die Bilanzkennzahlen und speziell auf den Verschuldungsgrad, die Verluste, den Umsatz und mehr. In die Bewertung sollten zudem Assets wie bereits vorhandene Maschinen etc. eingerechnet werden. Auch der Standort spielt hier eine Rolle.

Des Weiteren muss geklärt werden, ob Haftungen, Versicherungen oder Schulden der gekauften Firma übernommen werden. Auch dieser Punkt ist wieder ein Fall für entsprechende Experten, für Anwälte und Steuerfachleute.

Der erfolgreiche Abschluss eines Unternehmenskaufs: Mit gründlicher Recherche steigen die Erfolgschancen. (© 2017 Shutterstock / Pressmaster)

 

Die Finanzierung

Schließlich spielt die Finanzierung bei einem Unternehmenskauf eine große Rolle. Potenzielle Käufer müssen sich fragen:

  • Wie viel Eigenkapital kann aufgebracht werden? Welche Aktien oder Geräte können veräußert werden, um den Kaufbetrag aufzubringen?
  • Woher kommt das Fremdkapital? Unternehmen müssen entscheiden, ob sie einen Kredit aufnehmen oder gegebenenfalls einen Investor an Bord holen wollen.

Natürlich schließen sich Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung nicht gegenseitig aus – eine Kombination aus beiden Formen ist ideal. Nach optimaler Vorbereitung und Beratung wird sich die Investition bald auszahlen – als ökonomische und strategische Zukunftssicherung.

Checkliste zum erfolgreichen Unternehmenskauf

  • Motivation und strategisches Ziel des Zukaufs bestimmen
  • Das andere Unternehmen gründlich analysieren und bewerten
  • Genaue Strategie für den Zukauf ausarbeiten
  • Finanzierung finden und sichern