Let's talk about User Experience

Eine gute User Experience (zu Deutsch: Nutzererlebnis) ist ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Internetseite. Denn nur wenn die Benutzeroberfläche dem Auge ihres Betrachters schmeichelt und gleichzeitig mit ihrer Funktionalität überzeugt, ist der Besucher zufrieden. Und wie wir alle wissen, kaufen zufriedene Kunden mehr im Online-Shop ein und verweilen häufiger und länger auf der Seite. Ferner ziehen auch Suchmaschinen die User Experience (in Form von Absprungraten etc.) als Kriterien für ein gutes Ranking heran. So weit, so gut. Doch wie bastelt man sich als Mittelständler ein perfektes UX-Design? Zunächst gilt es abzuklären, welche Faktoren ein positives Nutzererlebnis hervorrufen. Wie der Digitalexperte Michael Wörmann treffend formuliert hat, sind dies:

  • Der Nutzwert (Utility). Halten die Inhalte und Funktionen, was sie versprechen?
  • Die Zugangsmöglichkeiten (Accessibility). Befindet sich die Seite hinter einer Paywall? Sind die Ladezeiten akzeptabel?
  • Die Benutzerfreundlichkeit (Usability). Findet der User auf der Seite schnell und ohne Umschweife  zum Ziel? Ist sie für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimiert?
  • Die Ästhetik. Sieht die Seite ansprechend aus?
  • Das Markenversprechen. Deckt sich die Performance der Seite mit den grundsätzlichen Ansprüchen des Unternehmens? Eine Premium-Marke sollte auch im Netz mit einem Premium-Auftritt glänzen.

UX-Design: Das sind die Grundlagen

Zugegeben: Bei der Frage, was ein gutes Design auszeichnet, scheiden sich die Geister. Vieles ist Geschmackssache. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die das Surfen auf Ihrer Seite nicht nur erleichtern, sondern zu einem echten Erlebnis machen:

  • Lassen Sie dem User Luft zum Atmen. Nein, weiße Flächen auf Ihrer Homepage sind kein Indiz für Leere und Unwissenheit. Viel mehr sind sie angenehm fürs Auge und verleihen Ihrer Seite eine gewisse Leichtigkeit. Daher gilt: Planen Sie genügend Abstände zwischen Textzeilen, Boxen und Elementen ein.
  •  Achten Sie darauf, dass Ihre Seite nicht wie ein Kunstwerk von Jackson Pollock aussieht– gehen Sie sparsam mit Farbe um. Am einfachsten ist es, die Seite zunächst in Schwarz-Weiß zu gestalten. Dies schärft den Blick auf die Anordnung der Elemente. In einem zweiten Schritt können Sie dann Ihrer Homepage ein paar bunte Tupfer verpassen.
  • Wählen Sie die richtige Schriftart. Gibt es bereits eine Schriftart, die im Unternehmenslogo verwendet wird? Dann sollten Sie diese für ein einheitliches UX-Design auch auf der Homepage einfließen lassen. Ansonsten gibt es bei Google Fonts oder bei Fontfabric eine Reihe von gut aussehenden Varianten. Tipp: Verzichten Sie auf zu ausgefallene oder verschnörkelte Schriftzüge und bevorzugen Sie eine klare und einfache Linie.
  • Lernen Sie von den Besten. Sie sind nicht der erste Mensch, der sich über UX-Design den Kopf zerbricht. Im Netz gibt es bereits unzählige Beispiele für erstklassige Benutzeroberflächen. Eine wichtige Inspirationsquelle für Designer und Entwickler ist beispielsweise die Plattform Dribble. Dort sehen Sie nicht nur welche Farben miteinander harmonieren, sondern welcher Style gerade das Internet erobert. Moderne UX-Designs fürs Smartphone gibt es auf Pttrns.

User Experience: Erfolg ist messbar

Nur wer die Bediengewohnheiten seiner User kennt, kann seine Webseite kontinuierlich verbessern. Sogenannte UX-Messungen lassen sich beispielsweise mit Befragungen realisieren. Blenden Sie einigen Usern zum Beispiel ein Layer mit einem standardisierten Fragebogen zu Funktionalität, Optik und Benutzerfreundlichkeit ein. Die Zeit im Internet ist knapp – formulieren Sie die Fragen daher kurz und verständlich. Geben Sie den Teilnehmern auch die Möglichkeit, offenes Feedback in ein Dialogfeld einzugeben.

Um die Nutzer zur Teilnahme zu motivieren, lohnt es sich die Erhebung mit einem Gewinnspiel zu verknüpfen. Ein Gratis-Kugelschreiber haut niemanden vom Hocker: Entweder Sie lassen bares Geld regnen oder Sie spendieren den Gewinnern tolle Sachpreise! Sonst wird Ihnen kaum jemand den Fragebogen ausfüllen.

Eine etwas aufwendigere Methode, um die User Experience zu messen, ist Eye Tracking. Hierbei wird das Blickverhalten von Probanden mittels Datenbrillen genau analysiert. Hat der User Schwierigkeiten bestimmte Dinge auf der Seite zu finden? Wann und warum verlässt er die Homepage? Wer diese Fragen schlüssig beantwortet, kommt einem guten UX-Design schon sehr nahe.

Weiterführende Links:

  • Webdesign: Warum Klarheit wichtiger als Extravaganz ist, lesen Sie ebenfalls auf mDM.
  • User Experience: 32 Mythen über UX-Design hat das Portal "t3n" gesammelt.