Geplant ins Vorstellungsgespräch

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete: Bevor der Bewerber in Ihr Büro kommt, überfliegen Sie am besten noch einmal die Bewerbungsunterlagen des potenziellen Mitarbeiters. Nur wer die Person und seine Qualifikationen kennt, kann im Gespräch die richtigen Fragen stellen. Ziehen Sie darüber hinaus einen Fachvorgesetzten zur Runde hinzu. Er kann inhaltliche Punkte thematisieren und hilft Ihnen zu entscheiden, ob der Bewerber für die Firma fachlich geeignet ist. Außerdem sollte...

  • der Raum aufgeräumt und gelüftet sein,
  • ein Frischgetränk für die plötzlich ausgetrocknete Kehle bereitstehen und
  • die Sitzordnung feststehen.

Nach dem Warm-up: Gezielt nachfragen

Bewerber sind im Vorstellungsgespräch meistens sehr aufgeregt. Lockern Sie die Atmosphäre mit etwas Small Talk auf: "Schön, dass Sie zu uns gefunden haben. Hat die Anreise gut geklappt?" Danach sollte es recht zügig ans Eingemachte gehen. Mit dieser Checkliste vergessen Sie keine wichtigen Punkte:

  • Vorstellung. Zu Beginn sollte der Bewerber in kurzen Sätzen seinen bisherigen beruflichen Werdegang skizzieren. So wissen Sie, wer vor Ihnen sitzt und der Kandidat kommt in einen angenehmen Gesprächsfluss.
  • Dem Bewerber auf den Zahn fühlen. Prüfen Sie, ob sich der Jobkandidat auf das Gespräch vorbereitet hat. Quälen Sie Ihr Gegenüber allerdings nicht mit fiesen Detailfragen. Ein allgemeines "Was wissen Sie denn über unsere Produkte?" reicht zu Beginn aus.
  • Motive für den Arbeitswechsel. Bringen Sie in Erfahrung, warum die Person ausgerechnet in Ihr Unternehmen will. Ist es nur wegen des Gehalts oder besteht auch eine Affinität zu Ihren Produkten und Dienstleistungen?
  • Kompetenz checken. Überprüfen Sie mit konkreten Nachfragen, ob der Kandidat über die für den Job erforderlichen Fähigkeiten verfügt. Zum Beispiel: "In Ihrem Bewerbungsschreiben steht, dass Sie über CMS-Kompetenz verfügen. Arbeiten Sie auch mit TYPO3?"
  • Keine Monologe. Weder Sie noch Ihr Gegenüber sollten ausschweifende Selbstgespräche führen. Wenn der Bewerber seine Unsicherheit mit belanglosem Geschwafel übertünchen will, dann unterbrechen Sie ihn sanft und verweisen auf die gestellte Frage.
  • Let's talk about money. Die schwierigste Hürde ist meistens das Gehalt. Klar, Leistung muss fair entlohnt werden. Fragen Sie Kandidaten zunächst nach seiner Vorstellung - und lassen Sie ihn dies auch ruhig begründen.
  • Geben Sie dem Bewerber auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Meist interessieren sich potenzielle Mitarbeiter für praktische Dinge wie Überstundenregelungen, Urlaubszeiten oder die Länge der Mittagspause.
  • Probetag. Für anspruchsvolle Stellen können Sie auch einen Arbeitstag zur Probe anbieten. So sehen Sie, ob der Bewerber den Belastungen im Alltag gewachsen ist.

Vorstellungsgespräch führen: So vermeiden Sie Fehler

Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch führen, dann sollten Sie Fettnäpfchen gekonnt aus dem Weg gehen. Fragen zu Religion, Sexualität oder Familienstand gehören zum Privatleben des Bewerbers und haben keinen Platz im Gespräch. Ebenfalls ein absolutes No-Go sind Nachfragen wie "Sind Sie schwanger?" oder "Sind Sie ebenfalls Mitglied bei der Partei XY?"

Stellt sich schon während des Vorstellungsgesprächs heraus, dass der Bewerber nicht in die Firma passt, dann können Sie dies höflich aber sachlich bestimmt mitteilen. So entstehen keine falschen Hoffnungen und der Jobkandidat kann sich nach Alternativen umsehen.

Hat Sie der potenzielle Mitarbeiter überzeugt? Machen Sie dennoch keinen Schnellschuss. Geben Sie beiden Seiten die Möglichkeit, noch einmal eine Nacht darüber zu schlafen, holen Sie sich eine zweite Meinung ein und vergleichen Sie den Auftritt des Aspiranten mit anderen Mitbewerbern. Erst dann können Sie eine Zusage erteilen und den neuen Mitarbeiter ruhigen Gewissens mit ins Boot holen.

Weiterführende Links:

  • Bewerbungsgespräch führen: Wie die 5 typischen Gesprächsphasen ablaufen, hat die Karrierebibel aufgeschrieben.
  • Warum sich Bewerber vor dem Jobwechsel auf Bewertungsportalen über Ihr Unternehmen informieren, lesen Sie auf mittelstand DIE MACHER.