Gut die Hälfte aller Arbeitnehmer erhält Weihnachtsgeld

Weihnachten gibt es Geschenke – das gilt für manche Arbeitnehmer mehr als für andere. Denn in einigen Firmen wird Weihnachtsgeld gezahlt, in anderen nicht. Ob Unternehmen ihre Mitarbeiter zum Fest extra entlohnen, liegt allein in ihrer Hand. Gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es nicht. Und auch über die Höhe der Zahlungen bestimmen allein die Arbeitgeber oder die Tarifvertragsparteien.

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Zur aktuellen Situation in Deutschland: 55 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande erhalten in diesem Jahr Weihnachtsgeld. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Oktober 2018 unter mehr als 90.000 Beschäftigten. Allerdings sind Tarifbeschäftigte mit 77 Prozent deutlich in der Mehrheit im Vergleich zu Arbeitnehmern ohne Tarifvertrag (42 Prozent). Das Statistische Bundesamt kam in einer ähnlichen Studie zu dem Ergebnis, dass unter den Tarifbeschäftigten sogar 87 Prozent Sonderzahlungen jeglicher Art zu Weihnachten erhalten.

Weihnachtsgeld gleich 13. Monatsgehalt?

Oft wird der Begriff „Weihnachtsgeld“ synonym mit dem Begriff „13. Monatsgehalt“ verwendet, obwohl nur in wenigen Fällen wirklich ein volles Monatsgehalt gezahlt wird. In der Regel überweist der Arbeitgeber diese finanzielle Zuwendung Ende November zusätzlich zum normalen Gehalt.

Rechtlich gesehen sind die beiden Begriffe aber unterschiedlich zu bewerten: Das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der erbrachten Arbeitsleistung stehen muss und vom Unternehmen unter bestimmten Bedingungen auch wieder zurückgenommen werden kann.

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Doch aufgepasst: Es ist möglich, dass Arbeitgeber das Weihnachtsgeld wiederholt freiwillig zur Verfügung stellen und daraus dann ein Anspruch erwächst – in einem solchen Fall ist die Rede von einer betrieblichen Übung. Das 13. Monatsgehalt ist dagegen immer ein vertraglich festgelegtes Entgelt für erbrachte Arbeitsleistung.

Höhe des Weihnachtsgeldes

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Das Weihnachtsgeld kann in der Höhe frei festgelegt werden. Meist ist es ein fester Prozentsatz des Monatseinkommens. Die Unterschiede sind von Branche zu Branche und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber allerdings erheblich. Laut Statistischem Bundesamt bekommen Beschäftigte aus der Automobilindustrie beispielsweise durchschnittlich nur rund 45 Prozent des Bruttomonatslohns, in der Versicherungsbranche hingegen rund 80 Prozent.

Auch die Betriebszugehörigkeit und betriebliche Gepflogenheiten können bei der Festsetzung eine Rolle spielen. Unternehmer sollten jedoch den Gleichbehandlungsgrundsatz berücksichtigen. Denn zahlt ein Arbeitgeber willkürlich nur einem Teil der Mitarbeiter Weihnachtsgeld, kann sich daraus ein Anspruch auf die Sonderzahlung für alle Beschäftigte ergeben. Er braucht für eine solche Maßnahme also einen sachlichen Grund. Auch Teilzeitbeschäftigte dürfen bei der Auszahlung von Weihnachtsgeld nicht ausgeschlossen werden.

Das Weihnachtsgeld ist vor allem dazu gedacht, Geschenke für Weihnachten kaufen zu können. Das Weihnachtsgeld ist vor allem dazu gedacht, Geschenke für Weihnachten kaufen zu können. (© 2018 Shutterstock / PopTika)

Weihnachtsgeld zahlen oder nicht?

Für Unternehmen ist das Weihnachtsgeld ein probates Mittel, um die Leistung der Mitarbeiter zu honorieren. Zudem hilft es auch als Argument beim Recruiting neuer Arbeitnehmer. 

Ein Tipp: Unternehmer sollten die Zahlung des Weihnachtsgeldes entweder gänzlich aus dem Arbeitsvertrag heraushalten und es gegebenenfalls freiwillig auszahlen, sodass in Krisenzeiten kein Anspruch auf Auszahlung entsteht. Oder der Arbeitgeber baut eine Widerrufsklausel ein, aus der deutlich hervorgeht, in welchen Fällen auf eine Auszahlung verzichtet werden kann. Denkbar wäre die Knüpfung an einen Mindestumsatz, den die Firma in dem Jahr erreicht haben muss.

Wer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist, kann auch mit der Zahlung von Weihnachtsgeld punkten. Wer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist, kann auch mit der Zahlung von Weihnachtsgeld punkten. (© 2018 Shutterstock / Andrey_Popov)

Weihnachtsgeld auch für Ex-Mitarbeiter?

Wurde einem Mitarbeiter im Laufe des Jahres gekündigt oder hat er selbst seinen Hut genommen, steht ihm unter Umständen dennoch Weihnachtsgeld zu. Das hängt davon ab, ob das Unternehmen mit der Sonderzahlung die Treue der Mitarbeiter belohnen oder die Leistung honorieren möchte. Im letzten Fall hat der Ausgeschiedene zumindest anteilig Anspruch auf Weihnachtsgeld.